Mi

23

Jul

2014

Saquisili

Wir folgen weiter dem Quilotoa Loop und gondeln meist über unashaltierte Wege durch die Anden und können uns am Panorama gar nicht satt sehen. Weite Sicht und im Hintergrund gigantische Gipfel. Auch wenn wir lieber wandern als Auto fahren – der Quilotoa Loop lohnt sich auf unseres Erachtens auf jeden Fall. Der letzte Teil aber nur für Fahrzeuge mit entsprechender Bodenfreiheit).

Dann erreichen wir den Ort Saquisili. Dort findet jeden Donnerstag ein großer, traditioneller Markt statt, den wir morgen gerne besuchen wollen. Da wir keinen geeigneten Campingplatz finden fragen wir bei der örtlichen Polizei und werden ohne viel Umschweife auf den Revierparkplatz geleitet. Hier können wir nicht nur sicher und ruhig nächtigen sondern auch am nächsten Tag während des Marktbesuchs parken. Herrlich unkompliziert!

Der Markt ist groß und deutlich ursprünglicher als die Touristenattraktion in Otavalo. Es sind auch vereinzelte Touristen anwesend aber hier dreht sich das Geschäft nicht in erster Linie um überteuerte Souvenirs sondern um den An- und Verkauf von Grundnahrungsmitteln, Tieren, Futter und Handarbeiten. Es herrscht ein buntes Treiben und gute Stimmung. Natürlich decken auch wir uns mit Obst und Gemüse und ein paar traditionellen Souvenirs ein.

Nachmittags ziehen wir weiter und kommen an einer Autowäscherei vorbei. Der Landy ist gewaltig dreckig und wir beschließen unserem treuen Fahrzeug eine Wellnessbehandlung zu gönnen. Drei Jungs widmen sich dem Landy und der Kabine und geben alles – Motorwäsche, Unterbodenwäsche, Dreck unter dem Fahrzeug mit Spatel entfernen, Dach der Kabine schrubben, und immer wieder alles einschäumen und abspülen. Super gründlich und spaßig den Jungs zuzusehen. Zu Schluß noch Fenster putzen und den Innenraum und dafür zahlen wir dann sehr gerne 20 US$ (incl. einem angemessenem Trinkgeld) und erkennen den Landy kaum noch wieder :-)

Mo

21

Jul

2014

Laguna Quilotoa und der Quilotoa Loop

Die Laguna Quilotoa ist ein beliebtes Touristenziel und um die Aussicht auf den 3914 m hoch gelegenen Kratersee zu erblicken oder diesen zu umwandern zahlt man eine kleine Eintrittsgebühr. In Anbetracht der kargen Umgebung und den harten Lebensbedingungen zahlen wir das gerne und freuen uns, wenn der Tourismus der Bevölkerung Gutes bringt. Es weht ein eisiger Wind und so lassen wir die 5-stündige Wanderung um den farbenfrohen See ausfallen und begeben uns stattdessen ins neu gebaute Besucherzentrum. Dort bieten die einheimischen Frauen und Mädchen zahlreiche Handarbeitswaren an und verdienen sich so einen kleinen Teil ihres Lebensunterhalts. Das unterstützen wir indem wir uns mit tollen Decken, Mützen und einem Poncho aus Alpaka Wolle eindecken.

Unsere Fahrt geht weiter entlang des sogenannten Quilotoa Loop, einer Strecke mit atemberaubenden Blicken auf die herrliche Andenlandschaft. Hohe Gipfel, steile Hänge, grüne Schluchten und immer wieder frei lebende Alpakas. Eine einzigartige Rundfahrt. Wir halten im kleinen Ort Chugchilan und können dort beim Hostal Cloud Forest im Hof campieren. Hier sind viele Backpacker und das Hostel macht einen guten Eindruck. Wir nehmen wir 3 US$ pro Person am Abendessen teil und erhalten eine schmackhafte Suppe, ein einfaches aber leckeres Hauptgericht und zum Nachtisch einen Donut.

http://www.cloudforesthostal.com/inicioingles.htm

Am nächsten Tag unternehmen wir eine Wanderung vom Hostal aus und haben von hier fast durchgehend einen guten Blick auf auf den Cotopaxi. Die Gegend ist ruhig und friedlich und total entschleunigt.

Sa

19

Jul

2014

Cotopaxi Nationalpark - Hacienda Pachamama

Am nächsten Tag machen wir uns auf zu einem Ausblick auf unseren ersten wirklich großen Andengipfel: den Cotopaxi. Nach der etwas anstrengenden Durchquerung von Quito (irgendwo haben wir die richtige Abfahrt verpasst) biegen wir im Dorf Machachi Richtung Nationalpark ab. Bald schon kommen uns von allen Seiten Menschen und Reiter entgegen. Irgendwie scheint das ganze Dorf auf den Beinen zu sein. Hier scheint ein Fest zu sein – das könnte auch was für uns sein. Also beschließen wir hier einen Parkplatz für die Nacht zu suchen. Nach kurzer Irrfahrt durch vollgestopfte Gassen scheint ein geeigneter und umzäunter Parkplatz gefunden zu sein. Mit Hilfe von drei Einweisern quälen wir uns über eine abenteuerliche Auffahrt auf den Platz und finden eine ebene Stellfläche. Doch zu früh gefreut – wir dürfen nur bis 18:00 Uhr bleiben, denn dann ist das Fest vorbei und der Privatparkplatz muss leer sein - keine Übernachtung erlaubt. Mist, haben wir doch eine ganze Stunde verschenkt und verpassen auch noch den Rest vom Fest. Was soll’s, fahren wir eben weiter in Richtung Cotopaxi.

Nach einigen Kilometern wird die Straße in Richtung Nationalpark immer enger und schlängelt sich auf grobem Untergrund langsam in die Höhe. Gleich geht die Sonne unter und auf der Suche nach einem Nachtplatz folgen wir einem Schild mit der Aufschrift „Hacienda Pachamama“. Ein riesiges Gehöft mit Ackerbau und Viehhaltung und Gästezimmern. Allerdings sind im Haupthaus nur 2 Gäste – von den Besitzern keine Spur. Da es aber reichlich Platz draußen hat parken wir unser Gypsymobil und hoffen auf ecuatorianische Gastfreundschaft. Und so ist es dann auch! Am Abend kommt der junge Besitzer zu uns und freut sich über den weit hergereisten Besuch mit dem interessanten Auto und wir unterhalten uns nett. Nach einer ruhigen Nacht schaut der junge Mann wieder bei uns vorbei und will auf gar keinen Fall, dass wir etwas bezahlen. Sehr nett!

Wir setzen unsere Fahrt fort und erreichen den Nationalpark Cotopaxi, der den Namen des zweithöchsten Berg Ecuadors trägt und dessen schneebedeckter Gipfel die Hauptattraktion des Parks darstellt. Wir befinden uns nun also in den Zentralanden und erblicken den Cotopaxi mit 5.897 Metern – den höchsten aktiven Vulkan der Welt.

Eine Besteigung des Gipfels haben wir nicht vor, denn hierfür ist neben einer mehrtägigen Akklimatisierung und entsprechender Ausrüstung auch ein professioneller Bergführer erforderlich und das Ganze ist nicht ohne Risiko. Wir begnügen uns mit der weiten Hochebene, einer feuchtkalten Graslandzone am Fuße des Berges und umwandern die schöne, 5 ha große Laguna de Limpiopunga, die sich auf 3.830 m Höhe befindet. Bereits hier ist die Luft spürbar dünner und die unglaubliche Aussicht über die faszinierende Vulkanlandschaft versetzt uns in Staunen. Die Sonne strahlt, die Luft ist klar und der Wind fühlt sich eisig an. Natur pur!

Zurück in Richtung Zivilisation machen wir gegen Abend Station in einem Restaurant und dürfen dort auch auf dem Parkplatz übernachten.

Mi

09

Jul

2014

Quitsa To – Mitad del Munde: Der Mittelpunkt der Erde

Ecuador – der Name ist Programm: Wir fahren zum Äquator!

In der Provinz Pichincha steht ein großes Äquator-Monument samt Besucherzentrum und kostenpflichtigem Parkplatz – DIE Touristenattraktion in Ecuador. Blöd nur, dass sich der französische Vermesser im Jahre 1736 geirrt hat und der Breitengrad hier gar nicht 00° 00´ 00" beträgt.

In Quitsa To - ein paar Kilometer weiter östlich hingegen hat man es einige Jahrzehnte später besser gemacht: Die Äquatorlinie wurde exakt vermessen und auch die Anordnung zu den benachbarten Bergen, wichtigen Inka-Stätten und dem Sonnen- und Mondverlauf wurden berücksichtigt und das kleine Denkmal mit Sonnenuhr ergibt ein beeindruckendes Gesamtbild. Zwei wissenschaftliche Hilfskräfte des Forschungsprojekts präsentieren uns sehr interessante Informationen über diesen Ort und die erläutern die Zusammenhänge – und zwar auf Deutsch! Quitsa To ist nur wenig besucht und so genießen wir die besondere Atmosphäre und einen tollen Sonnenuntergang auf dem kleinen Platz ganz allein. Auf dem angrenzenden Parkplatz dürfen wir sogar übernachten. Mehr info über diesen besonderen Ort unter: http://www.quitsato.org

Mi

09

Jul

2014

Ibarra – Finca Sommerwind und das WM Finale

Ein Grenzprozedere ganz nach unserem Geschmack: zügige Personen- und Fahrzeugausreise aus Kolumbien, unkomplizierte Personen- und Fahrzeugeinreise Ecuador. Also nur die verschiedenen Schalter aufsuchen, Papiere und ein paar Kopien vorlegen – fertig. Alle sind freundlich und hilfsbereit. Auch die Geldwechsler lassen sich höflich abwimmeln oder bieten ihre Dienste wie in unserem Fall zu einem völlig akzeptablen Kurs an und so tauschen wir die restlichen kolumbianischen Pesos gegen US Dollar – das offizielle Zahlungsmittel in Ecuador. Grenzübergang gemeistert!

Eine Autoversicherung ist in Ecuador obligatorisch, kann jedoch nicht mehr an der Grenze abgeschlossen werden. Wir erledigen dies später in Ibarra.

Der Norden Ecuadors empfängt uns bei freundlichem Wetter und (wie nicht anders zu erwarten) mit einer hügelig/bergigen Landschaft. Die Straße ist in einem tadellosen Zustand und die Berghänge werden bis in luftige Höhen landwirtschaftlich genutzt. Quinoa Felder fallen uns ins Auge. Die aus Südamerika stammende Pflanze wird seit etwa 6000 Jahren insbesondere in den Hochebenen der Anden oberhalb einer Höhe von 4000 m angebaut und gilt als Hauptnahrungsmittel, denn Mais gedeiht in derartigen Höhen nicht mehr.

Unsere Blicke schweifen über die schöne Landschaft – Ecuador wir kommen!

 

Nach unkomplizierter Fahrt erreichen wir nach ein paar Stunden die Stadt Ibarra, wo wir auf der „Finca Sommerwind“ übernachten wollen. Die Finca wird seit ein paar Jahren von deutschen Auswanderern betrieben und bietet einen Campingplatz. Bei Ankunft staunen wir nicht schlecht, denn statt von den Besitzern werden wir am Tor freudestrahlend von Heidi & Jean-Luc begrüßt. Die Beiden haben ihr Quartier zwar in der Stadt, erinnerten sich aber daran, dass wir die Finca erwähnt hatten und wollten mal sehen, ob wir schon dort sind. Spontan beschließen die beiden tags darauf zu uns auf den schön an der Lagune gelegenen und sehr gepflegten Campingplatz umzuziehen und mit uns die nächsten Tage gemeinsam zu campen. Wie schön ist das denn!

Wenig später lernen wir dann noch den liebenswerten argentinischen Dauerbewohner und Charmeur Ché sowie die supernetten Besitzer Patricia, Hans-Jörg und Teenager-Tochter Jördis kennen. Auf der Finca Sommerwind werden den Gästen alle erdenklichen Wünsche erfüllt. Tipps und Hilfe zum Füllen der Gasflaschen, Autoversicherung, Empfehlungen zu Ärzten, Mitfahrgelegenheit ins Zentrum, Unternehmungen aller Art – hier gibt es alles was das Herz begehrt. Ein Rundum-Service eben, den wir an dieser Stelle ausdrücklich loben und uns nochmals herzlich dafür bedanken! Ihr seid großartig. Und nicht zu vergessen: Hier gibt es saubere Duschen mit endlos heißem Wasser! Wäsche waschen kann man auch und wir durften die tolle Küche benutzen. Wen verwundert es, dass wir hier nicht nur 2-3 Tage sondern ganze 8 Tage bleiben.

Zusammen mit Heidi und Jean-Luc machen wir einen Ausflug nach Otavalo. Dort ist der größte und bekannteste indigene Markt Ecuadors – eine ausgesprochene Touristenattraktion oder auch Touristenfalle. Die Preise von Handarbeitswaren und Kunsthandwerk sind stark überteuert und der Markt versprüht unserer Meinung nach nur wenig Charme. Die Markthallen mit Obst und Gemüse und kleinen Garküchen gefallen uns besser und wir sättigen uns am Stand einer indigenen Frau, die mit Herz und Seele kocht und uns freundlich bedient. Am Nachbarstand schlürfen wir die liebgewonnen frischen Obstsäfte und bei den Gemüsebäuerinnen stocken wir unsere Vorräte auf.

Die Zeit in Ibarra vergeht fast wie im Flug. Wir quatschen, kochen, grillen, fahren Fahrrad oder machen notwendige Arztbesuche. Und natürlich schauen wir uns gemeinsam das WM-Finale an: 6 Deutsche, 1 Franzose und 1 Argentinier. Ché ist ein fairer Verlierer und verwöhnt uns Weltmeister trotz der argent. Niederlage mit dem weltbesten Barbeque – Danke Ché!

Die Welt ein Dorf stellen wir fest – treffen doch auch noch Nelly und Toni aus der Schweiz ein. Es gibt viel zu erzählen und bevor wir Gefahr laufen in Ibarra auf der Finca Sommerwind sesshaft zu werden ziehen wir dann doch mal weiter…

Mi

09

Jul

2014

Ecuador

Ecuador ist eine Republik im Nordwesten Südamerikas, zwischen Kolumbien und Peru gelegen und gilt geographisch, topographisch, klimatisch und ethnisch gesehen als eines der vielfältigsten Länder der Erde.

Das Land ist nach der Äquatorlinie benannt, die durch den Staat verläuft.

Die Landesfläche ist mit 256.370 km² etwas größer als die von Großbritannien (etwa 245.000 km²) und somit zählt Ecuador zu den mittleren Staaten Südamerikas.

Die Einwohnerzahl beträgt ca. 14 Millionen. Dies entspricht weniger als ein Fünftel von Deutschland, die Hälfte von Peru, gut ein Viertel von Kolumbien und fast doppelt so viele Einwohner wie Bolivien. Etwa 40 % der Bevölkerung ist unter 15 Jahre und nur 5 % über 65. Das Durchschnittsalter liegt bei 23 Jahren (in Deutschland bei 42) – in Südamerika sind nur die Bolivianer und die Paraguayaner jünger.

Das Klima in Ecuador ist sehr vielfältig und wird einerseits durch starke regionale Temperaturunterschiede aufgrund unterschiedlicher Höhenlagen (0 bis über 6000 m) geprägt und andererseits sind die Niederschlagsmengen sehr unterschiedlich, bedingt durch die Unterschiede in der Topographie sowie den Humboldtstrom. Aufgrund der Äquatornähe sind die Temperaturen ganzjährig relativ gleichmäßig.