Mo

17

Feb

2014

Hasta luego Mexiko

Nach insgesamt fast 4 Monaten in Mexiko noch ein paar Anekdoten:

 

Autofahren in Mexiko

Es ist kein Gerücht: Mexikaner fahren irgendwie anders Auto! Die sonst scheinbar angeborene mex. Gelassenheit ist hinter dem Steuer nicht zu spüren und es gilt die Devise: Möglichst schnell ans Ziel kommen. Es wird beschleunigt was die Karre hergibt um dann gleich wieder voll in die Eisen zu steigen. Überholt wird insbesondere gerne dort, wo es am unübersichtlichsten ist. Busse halten überall an, geparkt wird in dritter Reihe. Obwohl das alles nicht sehr einladend klingt, so ist die Fahrweise am Ende doch irgendwie rücksichtsvoll gegenüber anderen Teilnehmern – von Ausnahmen abgesehen. Wenn man sich an die chaotische Fahrweise gewöhnt hat, ist es kein Problem sich auf den Straßen Mexikos zu bewegen. Dennoch gibt es Besonderheiten:

Schilder werden total überbewertet. Oft muss man die zugelassene Geschwindigkeit erahnen oder rätseln, ob es sich um eine Einbahnstraße handelt. Und wenn es dann mal Schilder gibt, dann scheinen diese wirklich niemanden zu interessieren. Als Erziehungsmaßnahme wurden wohl die Topes oder auch Vibradores erfunden. Dies sind mitunter sehr große oder auch mal kleine Bodenschwellen, die in ganz Mexiko zu schnell fahrende Autos bremsen. Manche Topes sind farblich gekennzeichnet und gut erkennbar oder gar mit Warnschildern versehen. Die gemeine Version der Topes (und das ist die Mehrzahl) lauert jedoch gut getarnt in Bodenfarbe auf Opfer und ist so konstruiert, dass es einen beim ungebremsten Darüberrumpeln aus dem Sitz reißt und das Auto zu zerlegen droht. Topes lauern immer und überall – vor und hinter Einfahrten (über die gesamte Straßenbreite), an Fußgängerüberwegen, Taco-Buden oder halt einfach mal im Nirgendwo, weil es so schön ist. Geschäftstüchtige Mexikaner nutzen die Chance an den Topes, um ihre Waren an den fast zum stehen gekommenen Fahrzeugen anzupreisen: Obst, Kaugummi, Rasierspiegel, frisch gepresster O-Saft, USB-Kabel etc. Gerne wird auch der arme Opa im Rollstuhl dort geparkt um ein paar Pesos zu erbetteln.

Blinken ist Volkssport mit folgenden Regeln:

Warnblinker = Achtung! Ich fahre langsam. Oder: Es regnet. Oder: Ich trete gleich auf die Bremse (wenn sie denn funktioniert). Oder einfach: Blinklichter sind schön.

Blinken rechts = Ich will rechts abbiegen – vielleicht auch nicht. Oder: Blinken macht Spaß.

Blinken links = Ich will links abbiegen. Oder aber sehr beliebt: Du kannst mich sicher überholen!!! (jawohl, da macht Blinken links total Sinn!). Oder: Blinken ist toll.

Beim Blinken links des voranfahrenden Fahrzeugs gilt höchste Vorsicht – zumal es auch tatsächlich mal links abbiegt bzw. der Gegenverkehr bedrohlich nahe ist und ein Überholen einem Selbstmordversuch gleich kommt. Blinkt man selbst links um ordnungsgemäß links abzubiegen gilt auch Vorsicht, da der Hintermann das Signal als freie Fahrt zum Überholen interpretiert.

Modebewusstsein

Mexikanische Männer mögen es, ihren Luxus-Oberkörper zur Schau zu stellen. Gerne zeigen sie sich mit freiem Oberkörper oder Doppelripp-Unterhemd, am liebsten jedoch rollen sie ihr T-Shirt bis zur Brust hoch und strecken der Welt ihren Bauch entgegen. Seht selbst:  Foto

Mexikanische Frauen haben auch ein etwas anderes Modebewusstsein. Gerne tragen sie hautenge Hosen oder Leggings, kurz oder lang. Auch bauchfrei ist angesagt - sofern man Bauch hat versteht sich. Aus Respekt besser kein Foto.

Fr

14

Feb

2014

Chetumal

Chetumal liegt auf der Halbinsel Yucatan und ist die nicht besonders reizvolle Grenzstadt zu Belize. Für uns jedoch der Ort um den Grenzübertritt vorzubereiten und uns weitere Informationen über unser nächstes Reiseland einzuholen. Der Campingplatz Yax-Ha Resort liegt etwa 6 km außerhalb der Stadt, hat super schöne Stellplätze und gute Sanitäranlagen. Unsere letzten Tage in Mexiko campen wir dort auf einer kleinen Landzunge direkt am Wasser unter Kokospalmen - besser kann der Abschluss kaum sein. Die Tage vergehen wie immer schnell. Wir richten die Kabine noch mal neu aus, waschen Wäsche, befreien unser rollendes Zuhause vom Sand, befassen uns mit den Grenzformalitäten, machen kleine Besorgungen WiFi... Klar, dass wir uns nach sooo viel Arbeit selbst belohnen und abends gemütlich ins benachbarte Restaurant essen gehen. In den vergangenen Monaten haben wir die gute mexikanische Küche sehr zu schätzen gelernt und wir wissen ja nicht, wann wir so etwas wieder bekommen. In dem kleinen Restaurant herrscht nicht gerade Hochbetrieb aber der ein oder andere Tisch ist besetzt. Wir schlemmen Shrimps in Knoblauchsoße als uns ein mexikanisches Pärchen vom Nachbartisch nach ein paar Floskeln zum Bier einlädt. Als zurückhaltende Deutsche lehnen wir höflich dankend ab und lassen das offensichtlich frisch verliebte Pärchen allein. Eine Weile später wechseln die beiden von der Terrasse nach Drinnen und als wir unsere Rechnung begleichen bringt uns die Bedienung zwei Bier von den Turteltauben. Nun nehmen wir dankend an und gesellen uns zu den beiden. Lupita und Victor sprechen recht gut Englisch und es entsteht eine kurzweilige Unterhaltung. Die zweite und dritte Runde Bier lässt nicht lange auf sich warten, das Lokal füllt sich und verwandelt sich zu unserem Erstaunen in eine Karaoke-Bar. Bei einem echt mexikanischen Abend darf der Tequila nicht fehlen und so wird nicht nur an unserem Tisch die Stimmung immer ausgelassener. ALLE anwesenden Mexikaner geben ihre Gesangskünste zum Besten. Und von Kunst kann man dabei nicht sprechen! Selten haben wir Menschen gesehen, die mit so viel Freude und Inbrunst so schlecht singen. Natürlich leisten auch wir beide unseren Karaoke-Beitrag. Der DJ hat auf unseren Wunsch hin den Song „Tage wie diese“ von den Toten Hosen aufgelegt und wir beide versetzen die Mexikaner mit unserer Darbietung in Erstaunen – so schlecht wie die singen, da können wir locker mithalten. :-)  Am nächsten Tag müssen wir zweifelsohne ausspannen (irgendwas an Torsten’s Essen war wohl nicht ganz in Ordnung) und verschieben unsere Einreise nach Belize um einen Tag.

Di

11

Feb

2014

Laguna Azul & Majahual

Von Tulum bewegen wir uns ein wenig von der Küste weg und fahren ans Nordende der Laguna Bacalar, die sich über eine Länge von ca. 70 km erstreckt. Eine recht holprige Zufahrtsschneise durch dichten Urwald führt uns zum Campingplatz Laguna Azul. Der Betreiber stellt sich mit dem Namen Karl-Heinz vor und plaudert mit uns munter auf Deutsch. Wir sind verdutzt, denn Karl-Heinz sieht mit seinem dunklen Teint und dem schwarzen Haar keineswegs wie ein Europäer aus. Es stellt sich heraus, dass er ein deutsches Elternteil hat, in Deutschland geboren ist, aber seit seiner Kindheit in Mexiko lebt. Den Nachmittag relaxen wir auf der schönen Liege direkt am Wasser und die kühle Brise, die über die Lagune weht, bereitet angenehme Temperaturen. Und weil es hier so schön ist, bleiben wir noch einen Tag, mieten uns bei Kalle zwei Kajaks und erkunden die schöne Lagune auf dem Wasserweg. Den ganzen Tag treffen wir keine Menschenseele und abends sind wir ganz schön geschafft vom Paddeln. Den nächsten Tag verbringen wir im Küstenort Majahual (Mahahual). Der Ort lebt in erster Linie vom Kreuzfahrt-Tourismus, und da gleich zwei Kähne vor Anker liegen tummeln sich einige Leute an Strand und Promenade. Auf den Schiffen scheint es nicht sonderlich bequem zu sein – lassen sich doch etliche Leute gleich am Strand massieren. Alkohol scheint an Bord sehr teuer zu sein, denn die Passagiere nehmen die Strandbars in Beschlag und kaufen reichlich Hochprozentiges ein. Im Vergleich zu Tulum gefällt es uns hier nicht so sehr und nach einer ruhigen Nacht am Leuchtturm geht es morgens weiter.

Mo

03

Feb

2014

Tulum

Xpu-Ha hat uns nicht ganz überzeugt und so hoffen wir auf Tulum. In der Tat: wir werden nicht enttäuscht. Wir stehen auf dem Platz Playa Pescadores (ehemals Mariachi Bar) - schön auf Sand und nur 60 m vom azurblauen Wasser entfernt. Am Strand gibt es nette Restaurants und Cocktailbars und so genießen wir die herrliche Karibik mit direktem Blick auf die Ruinen von Tulum. Das ist ziemlich perfekt. Zudem gibt es in und um Tulum einen schönen Fahrradweg, der den Küstenabschnitt, die Tempelanlage und den kleinen Ort mit sehr vielen Restaurants und Bars verbindet. So hat der Landy endlich mal wieder frei und wir freuen uns, 7 Tage nur mit den Fahrrädern unterwegs zu sein.

Kulinarisch werden wir im Ortskern im Restaurant El Capitan verwöhnt. Dort gibt es derart leckeren Fisch (Ceviche tradicional ist der Hammer) und super leckere Cocktails. So gut, dass wir gleich 4 mal dort einkehren und am Ende fast wie Stammgäste behandelt werden! Der Oberkellner will bei jedem Besuch Deutsch lernen und so bringen wir ihm am ersten Tag „Ich bin glücklich.“ und „Ich bin betrunken.“ bei. Er rennt durch den ganzen Laden und sagt „Ich bin glucklich,“ Beim letzten Besuch will er wissen was „Quiero hacer amor.“ auf Deutsch heißt. Wir liegen vor Lachen unter dem Tisch und übersetzen ihm gerne „Ich will Liebe machen.“ Das neu erlernte Vokabular lässt er sich zur Sicherheit auch notieren...

Die Maya Ruinen in Tulum besichtigen wir selbstverständlich auch, und zwar morgens um 8 Uhr. Die Anlage ist klein, die Gebäude nicht sonderlich spektakulär und im Vergleich zu den übrigen Stätten die wir schon gesehen haben auch nicht von besonderem Reiz – wäre da nicht die einzigartige Lage am karibischen Meer! Hier gilt „location, location, location“. Die Anlage liegt auf einem 12 m hohen Felsen über dem türkisfarbenen Meer, mit einem wunderbaren kleinen Strand und umgeben von toller Vegetation. Einzigartig. Jede Hotelkette der Welt würde ein Vermögen für diesen Standort zahlen – glücklicherweise ist die Stätte jedoch als Kulturdenkmal geschützt. Mit dem Eintreffen der Touristenmassen machen wir uns auf den Rückweg und schwingen uns in den Fahrradsattel um danach am Strand abzuhängen. Was für ein Leben! Life is good :-)

Und weil es hier so schön ist und wir uns nicht so recht von Tulum trennen können hängen wir noch eine letzte Nacht dran. Dafür verlegen wir unseren Standort ein wenig in Richtung Hotelzone und campieren in der Parkbucht (Koordinaten xxx), sozusagen direkt am Meer, nur durch eine kleine Straße getrennt. Wir genießen die kühle Brise, die vom Meer in Gypsy dringt und werden rund um die Uhr von der Polizei bewacht, die in 100 m Entfernung einen Kontrollposten hat und uns das Übernachten dort ganz selbstverständlich erlaubt. Schöner Platz für ein oder zwei Nächte.

Fr

31

Jan

2014

Xpu-Ha

Als Nächstes fahren wir etwa 70 km gen Süden zum vielgepriesenen Campingplatz Bonanza in Xpu-Ha. Dort angekommen entpuppt sich der Campingplatz als Parkplatz, zwar im Sand aber auch ziemlich voll mit Autos und Lieferfahrzeugen. Preis: 300 Pesos pro Nacht. Der Strand gefällt uns gut aber wehmütig denken wir an die Playa Delfines in Cancun. Da wir ohnehin noch zur Bank müssen statten wir dem gleich nebenan befindlichen Campingplatz La Playa einen Besuch ab. Dort stehen diverse Langzeit-Camper - auf einem Parkplatz im Sand, also ähnlich. Doch der freundliche Deutsche Dierck überzeugt uns und so bleiben wir am Ende drei Nächte, nicht des Stellplatzes wegen aber der Strand ist wirklich schön. Außerdem treffen wir nebenan endlich Madeleine und Ralf wieder und können den Klappstuhl überreichen (einer ist leider zu Bruch gegangen! sorry!). Ob beim abendlichen Getränk oder morgens beim Frühstück - es gibt viel zu erzählen und wir sind gespannt, wann und wo wir uns wieder begegnen!

So

26

Jan

2014

Cancun

Nach etlichen Wochen im mexikanischen Hochland und den ersten Berührungspunkten mit den Maya Ruinen und dem Dschungel haben wir nun Sehnsucht nach dem Meer. Nicht nur nach irgendeinem Meer, nein, das karibische Meer muss es nun sein. Voller Erwartung und mit guter Laune kommen wir am frühen Nachmittag in Cancun an. Auf der vierspurigen Straße in Richtung Stadt herrscht viel Verkehr und in den unzähligen Geschäften am Straßenrand reges Treiben. Wir stocken kurz die Vorräte auf (meistens fehlt was fürs Frühstück) und erreichen dann den scheinbar einzigen Campingplatz El Meco in Cancun. Dieser liegt zwar unweit der Küste aber nicht gerade am schönsten Abschnitt. Der einst bestimmt tolle Platz hat leider schon bessere Zeiten gesehen. Da ist es mal wieder gut, das eigene, wenn auch winzige Bad an Bord zu haben. Dafür ist der Preis unschlagbar: nur 70 Pesos pro Nacht (ohne Strom). Wir bleiben insgesamt fünf Nächte - als Basis ist der Platz wirklich akzeptabel. Und auch hier treffen wir wieder auf Gisela und Kalle!

Mit Gypsy düsen wir los und sehen uns die Hotelzone an. Geschmackvoll errichtete Prachtbauten reihen sich aneinander, ebenso eine riesige Auswahl an Restaurants, Cafés, Bars und Boutiquen. Alles ist super ordentlich, sauber, nirgendwo Müll, schön angelegt und so erinnert es uns eher an Miami als an Mexiko. Das "wahre" Mexiko sieht anders aus - nichtsdestotrotz gefällt uns Cancun. Haben wir schon den Blick auf das türkisfarbene, klare Wasser der Karibik, die Palmen, den feinen und schneeweißen Sand erwähnt? Herrlich!!! Wir sind begeistert und nehmen die Vorzüge einer touristischen Infrastruktur gerne mal in Kauf. Am amerikanischen "Bubba Gump" kommen wir nicht vorbei - wer weiß, wann wir deren Shrimps im Kokosmantel wieder auf den Teller bekommen?!

In der Hotelzone liegen glücklicherweise auch diverse Zugänge zu den öffentlichen Stränden. Unser Lieblingsabschnitt ist der Playa Delfines. Ein wunderschöner, sauberer Strand mit Palapas als Sonnenschutz, klarem Wasser, wenig Touristen. Perfekt. Hierher kommen wir mehrfach. Bei unserem letzten Besuch grillen wir vor Gypsy eine leckere Bratwurst und genießen den herrlichen Blick. Da kommt ein Polizist und erklärt uns, dass wir hier auch unbesorgt nächtigen können, die Polizei patrouilliert wohl regelmäßig. Auch der Parkplatz-Einweiser empfiehlt uns, hier über Nacht zu bleiben. Hätten wir das doch vor ein paar Tagen gewusst! Da wir aber Wasser auftanken / Abwasser entsorgen müssen fahren wir wieder zurück zum Campingplatz. 

 

Zur Feier von Torstens Geburtstag machen wir von Cancun aus einen Bootsausflug zur Isla Mujeres und nehmen die Fahrräder mit. Die Insel gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen der Region und die Überfahrt dauert knapp 30 Minuten. Die Isla Mujeres ist nur 8 km lang und 1 km breit, so dass wir mit den Rädern eine schöne Inselumrundung machen. Hauptverkehrsmittel sind aber Golfcarts, mit denen die hier zu Hauf gastierenden Amerikaner mit reichlich Alkohol im Blut und in der Kühlbox herumfahren. Auf der Insel gibt es eine kleine Aufzuchtstation für diverse Gattungen von Meeresschildkröten, welche einen wertvollen Beitrag zum Schutz und Erhalt dieser bedrohten Tiere leistet. Desweiteren gibt es auch Seesterne, Seeigel, Stachelrochen, Krebse, Steinfische und viele andere Meeresgetiere zu sehen - manche auch zum Anfassen.

Am Südende der Insel steht ein alter Leuchtturm und die Küste ist felsig - eine schöne Kulisse wie in den Kitsch-Romamen von Nora Roberts. Im Norden der Insel liegt das touristische Zentrum, ein Ort mit tausend Souvenirläden und ebenso vielen Gastronomien. Für unseren Geschmack zuviel - was uns jedoch nicht daran hindert, Torstens Geburtstag mit einem leckeren Essen und einem Eimer eisgekühlten Cervezas zu feiern.

Der Strand ist super schön und das Meer so ruhig wie eine Badewanne. Wunderbar!

Zum Abschied genehmigen wir uns noch einen leckeren Cocktail und lassen uns dann wieder nach Cancun schippern - mit reichlich Wellengang versteht sich!

Vor der Weiterreise erledigen wir diverse Besorgungen und Doris wagt einen weiteren, diesmal unspektakulären Friseurbesuch. Dafür ist das Ergebnis eher bescheiden denn der Pony ist viel zu kurz geraten, dafür aber kerzengerade. Ein Verbrechen am Kunden. Hätte ich bloß mal nicht über Torstens Frisur gelacht ;-)

Sa

25

Jan

2014

Chichén Itzá

Den Nachmittag und die Nacht verbringen wir an der Cenote „Ik-Kil“ (unterirdisches Wasserloch), wo wir nach kurzer Rücksprache mit den Betreibern auf dem Parkplatz campieren dürfen. Wir genießen ein sehr erfrischendes Bad im glasklaren Wasser der Cenote, umgeben von üppiger Vegetation. Nach einem kurzen Dorfrundgang und frischem O-Saft grillen wir vor Gypsy unser Abendessen. Am nächsten Morgen geht’s früh los um die Tempelanlage von Chichén Itzá zu besichtigen. Um kurz nach 8:00 Uhr ist es dort noch ruhig und die Souvenirverkäufer bauen fleißig ihre Stände auf. Gemütlich schlendern wir durch die Anlage, bestaunen die wirklich toll restaurierte, 30 m hohe Pyramide, den riesigen Ballspielplatz und sehen mit den „Gebäuden mit den 1000 Säulen“ auch einen neuen Baustil der Maya. In den vergangenen Tagen haben wir bereits einige Tempelanlagen besucht und vielleicht sind wir schon ein wenig „tempelmüde“, denn so richtig begeistert sind wir von Chichén Itzá nicht. Alle – wirklich alle - Ruinen sind abgesperrt und an keiner Stelle kann man sich von „oben“ einen Überblick über die gesamte Stätte verschaffen. Wir haben Verständnis dafür, dass die Horden von Touristen nicht mehr auf die wichtigsten Ruinen klettern dürfen, aber hier ist alles abgeriegelt. Schade. Wie gut, dass wir schon einige andere Tempelanlagen besichtigt haben.

Von hier fahren wir weiter zur Cenote „Suytun“. Diese liegt unterirdisch in einer Art Tropfsteinhöhle und durch ein kleines Loch in der Decke dringt Tageslicht hinein. Das Wasser ist kalt aber glasklar. Im Garten der dazugehörigen Hotelanlage dürfen wir gegen geringes Entgelt schön campieren und Pool, Hängematten, Liegen und Dusche benutzen. Herrlich zum Relaxen!

Do

23

Jan

2014

Izamal

In einem Blog von anderen Reisenden haben wir gelesen, dass die Stadt Izamal eine schöne Mischung aus San Miguel de Allende und Guanajuato sein soll. Da uns diese beiden Städte sehr gut gefallen haben und Izamal ein Pueblo Magico ist, beschließen wir dort Station zu machen. Anlässlich eines Besuchs von Papst Johannes Paul II im Jahr 1993 wurde die Stadt angeblich hübsch hergerichtet und alle Häuser im Zentrum wurden ockergelb gestrichen. Als wir mittags dort ankommen ist der Ort wie ausgestorben und wir haben den Eindruck, dass hier seit 1993 nicht viel passiert ist außer Verfall. Es gibt nur ein, zwei schöne Gebäude, der Rest der Stadt ist trist und es herrscht tote Hose. Kaum Menschen auf der Straße, kein quirliges Treiben auf dem Zocalo, keine Taco-Bude, der Markt schließt mittags seine Pforten und die Kutscher mit ihren kitschig zurecht gemachten Pferdekutschen warten sehnsüchtig auf Kundschaft. Wir finden mit Mühe ein halbwegs ansprechendes Restaurant und wundern uns, wie der obige Vergleich zustande kommen kann.

Glücklicherweise gibt es in Izamal eine gute Campingmöglichkeit. Am Stadtrand hat der Österreicher Harald mit seiner mex. Frau Sonia eine alte Hacienda zum schönen Romantik Hotel Santo Domingo umgebaut. Dort gibt es einen Pool, eine kleine Bar mit Open Air Restaurant (Essen auf Vorbestellung) und stilvoll eingerichtete Zimmer. Für Camper hat Harald einen Teil seines großen Grundstücks mit Stellplätzen versehen und natürlich gibt es saubere Dusche/WC. Zudem versorgt Harald seine Gäste mit Informationen rund um die Halbinsel Yucatan. Bei ihm kann man sein Fahrzeug auch länger und vor allem sicher abstellen. Da uns die Stadt nicht gefällt bleiben wir nur eine Nacht und kommen so leider nicht in den Genuß von Schnitzel und anderen heimischen Köstlichkeiten.

Wen treffen wir? Genau: Gisela und Kalle! Das ist wirklich lustig.

Di

21

Jan

2014

Uxmal

Weiter geht’s zur nächsten Tempelanlage. Jaja, wir machen jetzt auf Kultur! In Uxmal können wir auf einer großen Wiese / Parkplatz direkt vor der Anlage übernachten. Nach einer ausgedehnten Rast mit gutem Essen im angrenzenden Restaurant besuchen wir abends die Sound & Light Show in der Tempelanlage. Vier reichlich verzierte und schöne Bauwerke sind um einen großen, rechteckigen Platz angeordnet und links erhebt sich im Hintergrund die 38 m hohe Pyramide des Wahrsagers. Die Gebäude werden allabendlich bunt angestrahlt und dazu passend eine Geschichte über die Mayas erzählt. Dank moderner Technik können wir die Geschichte in deutscher Sprache über Kopfhörer (kleine Leihgebühr) verfolgen. Leider ist die Tonqualität nicht berauschend sondern sorgt zeitweise für ein Rauschen. Die Lightshow selbst ist nicht spektakulär, wohl aber die Atmosphäre die Tempelanlage bei Dunkelheit zu sehen.

Am nächsten Morgen sind wir natürlich früh in der Anlage und somit vor den Touri-Bussen. Die Anlage ist nicht sehr groß, hat aber viele tolle und weitestgehend restaurierte Gebäude zu bieten. Mit Ausnahme der ovalförmigen Pyramide des Wahrsagers darf man auf alle reichverzierten Gebäude klettern und die unterschiedlichen Perspektiven genießen. Eine sehr schöne Anlage die uns ausgezeichnet gefällt.

Leider hat nun Doris die Erkältung erwischt weshalb wir noch einen weiteren Tag in Uxmal bleiben um uns ein wenig auszuruhen. Der Camping-/Parkplatz ist auch gar nicht übel – schließlich empfangen wir das WiFi Signal vom angrenzenden Hotel und haben Free Internet. Außerdem treffen wir wieder Gisela und Kalle und können wieder Quatschen!

Mo

20

Jan

2014

Edzná & Kabah

Für mexikanische Verhältnisse legen wir die Strecke von knapp 400 km von Palenque in Richtung Yucatan Halbinsel auf einer sehr guten Straße schnell und entspannt zurück. Kurz vor Edzná übernachten wir auf einem Pemex Rastplatz und sind am nächsten Morgen sehr früh aus den Federn. Prima, denn heute stehen gleich zwei Maya Tempel auf unserem Programm. In Edzná sind wir die Ersten und können im leichten Morgengrauen fast alleine die Tempelruinen besichtigen. Das macht die Sache noch eindrucksvoller. Edzná verfügte schon zur damaligen Zeit über ein ausgeklügeltes System an Kanälen zur Be- und Entwässerung. Neben sehr reich mit Masken verzierten Gebäuden sticht das „Edificio de los Cinco Pisos – Gebäude der 5 Stockwerke“ hervor. Vermutlich dienten die ersten 4 Stockwerke als Wohngebäude für die Priester und der oberste Stock als Tempelanlage. Auf dem Dach befindet sich zusätzlich noch ein reich verzierter 5 m hoher Dachkamm.

Kurz nach Mittag sind wir dann schon in Kabah. Hier sind die Ausgrabungs- und Restaurationsarbeiten gerade im vollen Gang. Erst ein kleiner Teil der Anlage ist vollständig ausgegraben, der „Rest“ schlummert noch tief vergraben unter riesigen Erdhaufen. Für nur ca. 3 Euro Eintritt darf man die Anlage besichtigen und kann hautnah den aufwändigen archäologischen Arbeiten beiwohnen. Mit akribischer Genauigkeit wird jeder kleine Stein registriert und wie ein überdimensionales Puzzle wieder zusammen gesetzt. Ein riesiger Aufwand, bis eine Tempelanlage der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann. Kaum vorstellbar ist auch wie viel Zeit, Energie und Liebe zum Detail die damaligen Erbauer in eine solche Tempelanlage gesteckt haben. Super gefällt uns der „Codz-Poop – Tempel der Masken“. Die gesamte Fassade des 6 m hohen und 45 m langen Gebäudes ist mit 250 Masken des Regengottes Chac (der mit der Rüsselnase) überzogen. Jede einzelne Maske besteht aus 30 Einzelsteinen und so mussten die frühen Baumeister 7500 Steine genauestens bearbeiten und zu einem Gesicht zusammen setzen. Der Eindruck ist überwältigend - auch wenn die ein oder andere Rüsselnase nicht mehr vorhanden ist.

Wir empfehlen den Besuch von Kabah sehr!

Fr

17

Jan

2014

Palenque

Wir fühlen uns ein wenig wie Indianer Jones als wir die alte Maya Stätte von Palenque besichtigen. Der Ursprung dieser Anlage reicht bis um 300 vor Christus zurück und obwohl die Tempel größtenteils eingestürzt oder aber noch gar nicht wieder ausgegraben sind, so sind es dennoch sehr imposante Bauwerke, welche sich zwischen Wasserläufen an eine Hügelkette in üppigem, tiefgrünen Regenwald anschmiegen. Die Maya-Kultstätte erlebte ihre Blütezeit vom 7.-9. Jahrhundert und als sie verlassen wurde, hat der Dschungel sie regelrecht verschlungen. Die Steine sind verwittert, teilweise grün und orange überzogen und strahlen ihr Alter förmlich aus. Stundenlang erkunden wir jeden Winkel der Anlage und immer wieder ergeben sich neue Blicke und Perspektiven. Unglaublich, wie die Gebäude zueinander ausgerichtet sind, frühzeitliche Städteplanung Besonders gut gefällt uns, dass es noch erlaubt ist, auf fast allen Ruinen herum zu klettern, denn nur die 21 m hohe Pyramide der Inschriften ist für den Publikumsverkehr gesperrt. Und überall haben die damaligen Baumeister schon die Initialen von Torsten verbaut :-)

Wir sind restlos begeistert und gehen über einen kleinen Dschungel-Pfad am Wasserfall vorbei zum angrenzenden Museum. Dort sind sehr viele Fundstücke ausgestellt und um das Indianer Jones Feeling zu steigern gibt es im Museum den riesigen, steinernen Sarkophag zu sehen, der neben der Pyramide der Inschriften, unterhalb des Tempels XIII in einer Grabkammer gefunden wurde. 4 Jahre lang wurde der kunstvoll verzierte Steinsarg mit größter Vorsicht vorbereitet, bevor die Archäologen 1994 den tonnenschweren Deckel geöffnet und den Leichnam einer etwa 40 jährigen Frau „Reina Roja – Rote Königin“ entdeckt haben. Deren Gesicht war mit einer Maske aus Jade bedeckt und die Bestattung hat um 700 nach Christus stattgefunden. So toll dargestellt macht uns Geschichte sehr viel Spaß – ganz anders als damals im Geschichtsunterricht.

In Palenque bleiben wir drei Nächte auf dem nahe an der Tempelanlage gelegenen Mayabell Campingplatz, der tagsüber sehr zu unserer Freunde von einer Affenfamilie besucht wird. Nachts geben Brüllaffen und exotische Vögel ein Konzert.

Hier treffen wir auch Gisela und Kalle wieder, die wir aus San Miguel de Allende kennen. Es gibt viel zu erzählen und da die beiden ebenfalls auf der Südroute unterwegs sind, werden wir uns sicher noch öfter begegnen. Außerdem lernen wir Angelika und Simon aus der Schweiz kennen, mit denen wir ganz spontan in einen Plausch verfallen. Leider reisen die beiden aber in die entgegengesetzte Richtung.

Do

16

Jan

2014

La Malinche nach Palenque

Mit Torstens ausgewachsener Erkältung und heftigen Niesattacken geht es weiter Richtung Osten. Um zügig voran zu kommen und Auto und Nerven zu schonen benutzen wir heute ausschließlich die mautpflichtige Autobahn – ohne rumpelige Topes (Bodenschwellen), was den Fahrer sehr erfreut. Bis Orizaba (höchster Berg Mexikos und gleichnamige Stadt) verläuft die Strecke auf der Hochebene mit sensationellen Blicken auf den schneebedeckten Gipfel. Nach kargen Landschaften wird die Vegetation deutlich üppiger und grüner. Es geht durch zwei moderne Tunnel und dann fällt die Strecke steil in eine Schlucht ab. Innerhalb von wenigen Kilometern verlieren wir rund 1500 Höhenmeter. Eine tolle Strecke und wir sind sehr froh, dass wir die Mautstrasse fahren. Auf der „Libre“ würde die Strecke wohl um ein Vielfaches länger dauern und Mensch und Material unnötig strapazieren. Die Nacht verbringen wir in Cordoba auf einem Pemex Rasthof, nicht gerade ein lauschiges Plätzchen aber doch akzeptabel.

Am nächsten Tag düsen wir weiter bis zur Stadt Villahermosa. Die Umgebung wird immer grüner - der Regenwald naht. Leider steht der anvisierte Campingplatz aufgrund starker Regenfälle völlig unter Wasser und so übernachten wir die zweite Nacht in Folge bei einer Pemex Tankstelle. Morgens machen wir uns auf die Suche nach einem besseren Übernachtungsplatz und lesen in unserem Campingbuch, dass man auch auf dem bewachten Jahrmarktgelände campen kann. Dummerweise scheint das auf dem Gelände jedoch niemand zu wissen und so wird Doris von einem Wachmann zum nächsten geschickt um dann im Verwaltungsgebäude bis zum Chef vorzudringen. Keiner weiß Bescheid aber die Leute sind überaus freundlich und hilfsbereit, finden unsere Reise toll und am Ende dürfen wir auch auf dem Gelände übernachten, und zwar kostenlos. Die Nacht ist also gerettet.

Villahermosa gilt als das Zentrum des ältesten mesoamerikanischen Volkes, den Olmeken. Besonders viele Fundstücke dieser Kultur sind im „Parque La Venta“ zu besichtigen, den wir uns ansehen wollen. Morgens fahren wir also in die Innenstadt und hören dort, dass der Park bis Ende Januar wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist. Schade! Bummeln wir also durch die Fußgängerzone (eine seltene Erscheinung in Mexiko) und stellen fest, dass der Name Villahermosa („die schöne Stadt“) leider nicht hält, was er verspricht. Na ja, bleibt Zeit mal wieder nach der Autoversicherung zu schauen. Auf ins Internet Café und prüfen, ob der freundliche Benjamin geantwortet hat. Hat er, allerdings ist die Antwort unbefriedigend. Jetzt soll die 6 Monats Police das Doppelte kosten. Wir verstehen die Welt nicht mehr. Also befragen wir nochmal das Internet Orakel wegen einer Kfz-Versicherung. Sofort erscheint wieder das Angebot der GNP – jedoch ist die Police im Internet 300 US$ preiswerter. Aber auf GNP haben wir keine Lust mehr und schlussendlich schließen wir online eine Police via Lewis & Lewis für 3 Monate ab, und das zu akzeptablen Kosten. Fazit: Selber machen erspart viel Zeit, Nerven und führt zumindest hier in Mexiko fast immer zu besseren Ergebnissen.

Mo

13

Jan

2014

La Malinche NP

Das nächste Ziel liegt im benachbarten Nationalpark: der Vulkan Malinche. Dessen 4200 m hohen Gipfel wollen wir eigentlich am nächsten Tag besteigen, doch schon auf der Hinfahrt deutet sich ein Hindernis an. Torsten hat sich eine starke Erkältung eingefangen. Beweist also, dass man auch ohne Stress im Job krank werden kann :-). Leider wird die Erkältung über Nacht schlimmer, und da sich der Malinche morgens tief in dunklen Wolken versteckt, beschließen wir auf das Wandern zu verzichten. Stattdessen machen wir uns auf den Weg ins wärmere Palenque.

Bei einer WiFi-Kaffeepause checken wir noch schnell E-Mails, wollen wir doch unser Glück mit einer vorläufigen Kfz-Police nur bedingt strapazieren. Wie versprochen haben wir die Mail mit der Police für 2 Monate erhalten, blöd nur, dass der Preis ca. 150 US$ höher ist als für eine 6 Monats Police. Macht das Sinn??? Wir mailen zurück und fragen, ob das ernst gemeint ist. Und falls ja, dass wir dann natürlich lieber die günstigere Police für 6 Monate abschließen wollen. Und so harren wir der Dinge, die da kommen werden…

 

Sa

11

Jan

2014

Parque Nacional Iztaccihuatl – Popocatépetl

Von Cholula fahren wir von der Ostseite über den Cortez Pass in den Nationalpark Itza-Popo. Nach ca. 2 Stunden Fahrt auf kurvigen und unbefestigten Wegen kommen wir auf dem Sattel, genau zwischen dem Popocatépetel (5462 m) und Iztaccihuatl (5286 m) auf 3600 m Höhe an. Die beiden Vulkangipfel sind die zweit- bzw. dritthöchste Erhebung Mexikos und bieten ein imposantes Bild. Wow! Wir staunen nicht schlecht. Der „Popo“ sieht aus wie ein schneebedeckter Fabrikschlot und der „Izta“ erinnert laut einer indigenen Legende an eine schlafende Frau. Für die Nacht beziehen wir unser Quartier im 7 km entfernten Apatlaco in einer kleinen Eco Touristico Ferienanlage. Dort laufen wir noch zum kleinen Wasserfall und genießen abends ganz alleine die Stille auf ca. 3350 m und gewöhnen uns ein wenig an die Höhenluft. Am nächsten Morgen wollen wir hoch hinaus. Das gesamte Gebiet rund um den Popocatépetl ist Sperrgebiet und das Betreten dementsprechend nicht erlaubt. Deshalb heißt unser Ziel „am Fuße des Iztaccihuatl“ wandern. Gypsy bringt uns auf den Parkplatz in 3700 m Höhe bevor es zu Fuß weitergeht. Wir haben super Wetter, strahlend blauen Himmel und beide Gipfel sind fast völlig frei von Wolken. Je höher wir wandern desto besser wird die fantastische Fernsicht und wir können sogar bis zum Orizaba (höchster Gipfel Mexikos) blicken. Es ist Sonntag und so sind sehr viele Mexikaner unterwegs, auch hier in den Bergen. Die ersten Metern quälen wir uns gemeinsam mit vielen Mexikanern in Sandalen und Halbschuhen den recht steilen Anstieg hinauf. Also wir tragen natürlich Wanderstiefel! Aber wie schon so oft in den Bergen erlebt, lichten sich auch hier die Menschenmassen nach ein paar Biegungen recht schnell. Der Weg bleibt jedoch sehr steil und steinig, unsere Kondition wird strapaziert und uns „Flachland Tirolern“ macht die dünne, sauerstoffarme Luft zu schaffen. Obwohl wir uns ja schon seit Wochen im Hochland auf 2000 – 2500 m Höhe bewegen ist der Unterschied eklatant. In mehreren Etappen erklimmen wir dann einen Bergsattel auf 4533 m Höhe - für uns beide ein neuer Höhenrekord! Weiter hoch geht’s dann heute aber nicht mehr, da sich bei Torsten doch deutliche Kopfschmerzen breit machen. Wir lassen die Vernunft siegen, steigen wieder ab und freuen uns über die tolle Bergwanderung. Anschließend fahren wir auf dem Cortez Pass weiter herunter und schlafen bestens auf 3250 m auf dem Gelände eines „Forellenhofs“. Es steht außer Frage, dass wir die Forellen probiert haben. Sehr empfehlenswert.

Do

09

Jan

2014

Cholula – Puebla

Auf dem „Nordring“ umfahren wir großräumig Mex City und kommen ohne Stau und ohne Polizeikontrollen in Cholula / Puebla an. Das Finden des Campingplatzes in Cholula ist mal wieder eine kleine Herausforderung, denn weder stimmt die Wegbeschreibung in der Campingbibel „Church & Church“ noch ist die Adresse korrekt. Natürlich finden wir den Platz letztendlich doch. Zu Fuß erkunden wir Cholula, eine Stadt in der es angeblich 360 Kirchen geben soll. Wir besichtigen einige davon – überaus prunkvolle Exemplare – und schlendern über den Zocalo mit der längsten Arkadenreihe des Landes. Der „mercado“ in Cholula ist sehenswert, denn dieser Markt ist noch sehr ursprünglich und somit nicht unbedingt für empfindliche Nasen und Augen geeignet. Die Stände mit Fleisch und Hühnern sind schon sehr speziell… In der Dämmerung erklimmen wir die Stufen zur Pyramide, auf der es die Spanier im 16. Jahrhundert mit ihren Schandtaten im wahrsten Sinne auf die Spitze getrieben haben als sie dort auf der Pyramide eine Kirche erbaut haben. Respektlos und neben vielen anderen grauenvollen Taten gegen die Ureinwohner dieses Landes sicherlich eine der schlimmsten Hinterlassenschaften der spanischen Herrschaftszeit.

Der Ausblick von der Pyramide über die Städte Cholula und Puebla sowie auf den nahe gelegenen Popocatepetl ist hingegen atemberaubend.

Am nächsten Tag kümmern wir uns (just in time) um unsere Mexiko Autoversicherung. Aufgrund unseres kurzen Ausflugs auf die Baja California im Juli läuft unsere Versicherung heute um Mitternacht ab und wir brauchen noch eine Anschlussversicherung. Da die Versicherung für ein ganzes Jahr kaum mehr kostet als für 6 Monate hoffen wir auf eine Anschlussversicherung. Da es diese Option im Internet nicht gibt, besuchen wir das Büro der GNP Versicherung in Puebla. Und wir haben Glück: Wir treffen Benjamin, der nicht nur ausgezeichnet Englisch spricht sondern zu unserer Überraschung auch sehr gut Deutsch. Er versteht unser Problem und sichert uns sofort seine Unterstützung zu. Nur leider sind seine Kollegen in der Hauptverwaltung in Mexiko City nicht so schnell und so ist das erste „Verhandlungsergebnis“ erst nach 2,5 Stunden vorhanden. GNP kann uns eine Versicherung für 6 Monate anbieten, zu gleichen Kondition wie die, die wir momentan haben (damals beim AAA in San Diego abgeschlossen). Na prima, das wussten wir Dank Internet auch schon vorher. Aber wir brauchen ja nur noch max. 2 Monate Versicherungsschutz und so fragen wir nach einer Versicherungsdauer von nur 2 Monaten oder aber nach der Möglichkeit, die 6 Monatspolice vorzeitig zu kündigen. Benjamin bestätigt, dass unser Anliegen wirklich verstanden ist und fragt entsprechend in der Zentrale nach. Und siehe da: sie machen eine Ausnahme und kreieren eine neue Versicherung. Das dauert abermals 2 Stunden. Wir haben ja Zeit und gehen nochmals einen Kaffee trinken. Danach erhalten wir eine „blanco“ Versicherungsnummer mit „Phantom Daten“. Ach ja, nur der Preis steht noch nicht fest. Da es nun schon 17:00 Uhr ist und die Zentrale Feierabend und Wochenende hat, geht es eben erst am Montag weiter. Aber das können wir dann per E-Mail erledigen. Aufgrund der provisorischen Versicherungsnummer sind wir zumindest versichert – und das nach nur 6 Stunden Arbeit. Wir sind gespannt, was die Versicherung nun kosten wird.

So

05

Jan

2014

Mexiko City

Von Teotihuacan fahren wir mit dem Linienbus (Verbindung alle 15 Min) für schlappe 32 Pesos pro Person zum Bus/Metro-Terminal „Deportivo 18 de Marzo“ und von dort geht es dann mit diversen Metro Linien direkt zum Zocalo – dem historischen Zentrum der Stadt. Das Fahren mit der U-Bahn ist in dieser mega Metropole ziemlich einfach. Eine einfache Fahrt, egal wie weit oder wie oft man umsteigt, kostet 5 Pesos pro Person. Also brauchen wir nicht lange Fahrkartenpreise zu studieren, sondern zahlen 0,30 € und steigen ein. Die Taktung der U-Bahnen ist atemberaubend, gefühlt rauscht etwa alle 60 Sekunden eine Bahn heran, jedoch sind alle „gerammelt“ voll. In der „Rush hour“ wird dann hemmungslos von hinten gedrückt, frei nach dem Motto: Einer geht noch rein. Körperkontakt ist angesagt. Endlich wissen wir, wie sich Ölsardinen in Blechbüchsen fühlen müssen. Anscheinend fahren die ca. 25 Mio. Einwohner dieser Megametropole gerne mit der U-Bahn – bei dem Preis auch kein Wunder. Als durchschnittlich groß gewachsene Mitteleuropäer sind wir deutlich größer als die Mexikaner und können zumindest über die Köpfe hinweg sehen und oberhalb diverser Köpfe ein wenig „frische“ Luft atmen.

Nachdem wir unser einfaches aber sauberes Hotel „El Salvador“ (ein Tipp von den Mexikanern Angelica und Ludwig), zentral in der Altstadt gelegen, bezogen haben, geht es gleich ab ins Getümmel. Aber wir sind überrascht: statt Menschenmassen, überfüllte Gassen, Verkehrschaos und Smog treffen wir auf Fahrradfahrer, relativ geregelten Verkehr und eine - für eine Millionenstadt - durchaus akzeptable Menschenmasse. Da sind wir positiv überrascht. Den Nachmittag und schlendern wir bequem durch das historische Zentrum, besichtigen die prunkvolle Kathedrale, den Palast der Schönen Künste, stellen uns in der Schlange an um einen Platz auf der Tribüne zu ergattern, um dann Mexikanern beim Schlittschuhlaufen bei 20°C auf dem Zocalo zuzuschauen, essen Taco al Pastor, trinken frischen O-Saft und guten Cappuccino und genießen einen herrlichen Tag.

Am zweiten Tag in der großen Stadt machen wir dann die große Touri-Bustour (Hop on – hop off) um noch ein wenig mehr von der Stadt zu sehen. Und wiederum sind wir positiv überrascht – eine 25 Millionen Stadt haben wir uns hektischer und unfreundlicher vorgestellt. Obwohl wir fast den ganzen Tag mit dem Bus unterwegs sind fallen wir am Abend ziemlich erschöpft in unser Hotelbett.

Nach einem gutem Frühstück mit echter Heißer Schokolade (nach altem Azteken Rezept J ) und leckeren Churros (in Zucker getauchte Fettgebäckstangen) im alteingesessenen Lokal „El Moro“ (wieder ein Tipp von Angelica und Ludwig) besichtigen wir dann das weltberühmte Anthropologische Museum. Das Museum ist riesig und nach einigen Stunden sind wir regelrecht erschlagen von der Vielzahl der Ausstellungsstücke und der besonderen Qualität der archäologischen Funde. Wir lernen viel über die Hochkulturen der Tolteken, Azteken, Mixteken, Olmeken, Zapoteken bis hin zu den Mayas. Ein tolles Museum. Verbesserungsbedürftig sind die Hinweistafeln, welche oft nur in Spanisch beschriftet sind und nur wenige in Englisch.

Nach so viel Kultur erreichen wir dann mit U-Bahn und Bus in einer Stunde wieder Teotihuacan und unser geliebtes Gypsy-Mobil.

Fazit: Mexiko City hat uns positiv überrascht, wir haben uns zu jeder Zeit sicher gefühlt und hatten fast nie den Eindruck uns in einer der größten Städte der Welt zu bewegen. Die Stadt hat unglaublich viel Kultur, Historie und Flair zu bieten und sollte aus unserer Sicht bei keinem Mexiko-Besuch fehlen. Wir sind froh, dass wir den Ausflug gemacht haben, auch wenn wir immer noch lieber in der Natur sind und am besten im Gypsy-Mobil schlafen.

Do

02

Jan

2014

Teotihuacan

Am zweiten Tag des Jahres haben wir unser Quartier nach Teotihuacan verlegt. Der Ort im Nordosten von Mexiko City eignet sich prima, um die Riesenstadt ohne Auto zu besuchen und außerdem, um die gleichnamigen Pyramiden zu besichtigen.

Am dritten Tag des Neuen Jahres warten endlich die ersten Pyramiden unseres Lebens auf uns. Was für ein grandioser Anblick. Die gewaltige Tempelanlage von Teotihuacan – der Ort an dem die Menschen zu Göttern wurden – war zwischen 250 vor Chr. und 650 nach Chr. bewohnt. Zu den Glanzzeiten lebten hier und den angrenzenden 11km² etwa 120 000 Menschen. Bis heute ist unbekannt, wer genau diese imposante Anlage errichtete und was die Gründe für ihren Niedergang waren. Die Mondpyramide darf man noch bis zur ersten Plattform besteigen, auf die Sonnenpyramide darf man jedoch ganz nach oben kraxeln. Der Ausblick von dort ist fantastisch und es entsteht fast unweigerlich eine unbeschreibliche Stimmung – zumindest bei einem Besuch in den frühen Morgenstunden. Später am Tag wird das Erlebnis durch fliegende Händler und Touristenmassen etwas eingeschränkt. Zwar noch akzeptabel aber schöner ist es an so einem mystischen Ort wenn es ruhiger zugeht.

Wir verbringen fast den ganzen Tag in der Anlage, sind begeistert von der Baukunst und den aufwendigen Verzierungen. Auch das angegliederte Museum ist in jedem Fall einen Besuch wert.

Bildung macht hungrig und so stärken wir uns im Ort Teotihuacan (nichts Besonderes) mit diversen Tacos, leckerer Eiscreme und treffen abends auf dem Campingplatz Marita & Uwe aus Norddeutschland, die mit ihrem schokobraunen Toyota Landcruiser unterwegs sind. Schnell stellt sich mal wieder heraus, dass wir beide noch blutige Reiseanfänger sind, was uns aber keineswegs an einem netten gemeinsamen Abend und Morgen hindert. Marita & Uwe sind auch auf dem Weg Richtung Belize & Guatemala, insofern gibt es bestimmt ein Wiedersehen auf dieser Reise.

Di

31

Dez

2013

El Chico National Park

Wir beschließen dieses für uns so phantastisch verlaufende Jahr in trauter Zweisamkeit in der Natur zu verbringen. In einem Reiseblog haben wir über den El Chico National Park gelesen und wollen uns dieses Gelände anschauen.

In unserem Vorhaben werden wir dann unterwegs noch bestärkt: Ein mexikanisches Paar winkt uns vom Straßenrand zu und deutet an, wir mögen doch bitte anhalten. Na ja, die Regel sagt ja, dass man aus Sicherheitsgründen nicht anhalten soll, aber die beiden sehen sehr vertrauenswürdig aus, es ist heller Tag und rundum sind viele Leute. Nach kurzem Zögern halten wir ein paar Meter später an. Es stellt sich heraus, dass die beiden (Angelica & Ludwig – sehr mexikanische Namen) neben ihrem Jeep auch stolze Besitzer eines Land Rover Defender sind und unser Auto einfach super finden. Nach ein paar Fotos von unserem Mobil und ein wenig schwätzen stellen wir fest, dass wir in die gleiche Richtung unterwegs sind. Die beiden laden uns spontan in Pachuca zum Essen ein und so lernen wir nicht nur wie man richtig Tacos isst, sondern bekommen noch viele Tipps über Mexiko City und den El Chico NP, den wir kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichen. Unser Campingplatz „Las Ventanas“ liegt auf 2911 Metern und es ist nebelig und kalt, aber die Heizung in Gypsy funktioniert problemlos. Wir gönnen uns eine Flasche Sekt und genießen den Silvester-Abend ganz für uns allein. Ein Frohes Neues Jahr!

Das neue Jahr begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein. So soll es sein! Wir machen eine sehr schöne Wanderung durch die bergige Landschaft und fahren noch am Nachmittag mit dem Collectivo nach Mineral del Chico, einer kleinen Silberstadt in der es sehr gemütlich zugeht. Ein sehr schöner Start ins neue Jahr. Am nächsten Tag geht es weiter und nach ein paar Kilometern machen wir einen Stopp in Huasca. Dort gibt es eine Schlucht zu sehen, die von riesigen Basaltsäulen übersät ist. Beeindruckend und viel größer als z.B. das National Monument „Devils Postpile“ in den USA. Aber das mexikanische Pendant ist halt überhaupt nicht vermarktet, denn auch diesen Ort sucht man vergeblich in den meisten Reiseführern. Am Marketing kann Mexiko also definitiv noch arbeiten!

Sa

28

Dez

2013

Grutas de Tolantonga

Keiner unserer drei 3 Reiseführer erwähnt die „Grutas de Tolantonga“, aber zum Glück waren Franz und Brigitte dort und legen uns den kleinen Umweg wärmstens ans Herz. Bei den Grutas handelt es sich um warme Quellen, die einen ganzen Fluss speisen und es gibt zahlreiche Grotten und Pools am Hang zu erkunden. Das hört sich prima an. Also fahren wir von San Miguel nicht gleich zu den Pyramiden im Norden von Mexiko City, sondern machen noch einen Zwischenstopp im warmen Wasser zum Ausspannen. Die Fahrt ist diesmal super einfach und wir kommen ca. gegen 17:00 Uhr an. Bei der Anfahrt stört noch ein wenig Nebel den Blick, aber nach ein paar Metern den Berg hinab durchbrechen wir die tiefhängenden Wolken und haben freien Blick in einen gewaltigen Canyon. Es ist Samstag und Ferien und somit ist das Gelände wie erwartet sehr gut besucht. Trotzdem finden wir noch einen sehr schönen Stellplatz direkt am Fluß. Am nächsten Morgen geht’s dann gleich in Badehose los um das Gelände zu erkunden. Wir folgen den Wegweisern „Grutas y Tunel“ und kommen nach einigen Minuten flußaufwärts an ein unterirdisches Tunnelsystem. Man fühlt sich wie in einer Dampfsauna, nur dass die Füße mit warmem Wasser umspült werden und von der Decke Tropfsteine hängen. Unglaublich! Die etwas tiefer liegenden Grotten sind nicht minder eindrucksvoll: überall schießt warmes Wasser den Hang herunter oder durch Öffnungen in der Grottendecke ergießt sich ein warmer Wasserfall in den natürlichen Pool. Wir sind begeistert und verbringen fast den ganzen Tag in den Grotten oder im Fluß, bestaunen die fantastische Natur und genießen das sprudelnde Wasser. Fantastisch! Und logische Konsequenz: wir bleiben mal wieder einen Tag länger.

 

Sa

21

Dez

2013

San Miguel de Allende – Teil 2 - Weihnachten

Am Nachmittag treffen wir wieder aus „unserem“ Campingplatz in San Miguel de Allende ein. So schön, unsere Kleingruppe wieder zu sehen! Sofort wird wieder geredet als gebe es kein Morgen J Und am nächsten Tag geht es gleich so weiter. Da vergessen wir auch schon mal das Einkaufen und gehen „notgedrungen“ zu unserer Lieblings-Taco-Bude.

 

Mit Wolle und Stricknadeln bewaffnet zeigt Doris den Damen stolz ihre ersten Strickversuche nach über 28 Jahren! Brigitte als echte Fachfrau gibt hilfreiche Tipps und schon stricken wir im kleinen Strickclub was Nadeln und Wolle so hergeben. Ok, ich bin total lahm aber immerhin nehme ich den wärmenden Schal für Patagonien in Angriff. Ihr könnt gespannt sein, ob das Teil jemals fertig wird und dann auch noch tragbar ist.

 In San Miguel herrscht vorweihnachtliches Treiben. Überall wird Weihnachtsschmuck verkauft und die Mexikaner laufen mit Tüten und Taschen bepackt von Geschäft zu Geschäft. Erkennt ihr die Parallelen?

Wir schlendern gemütlich durch die Stadt und den Markt und setzen den Einkauf unserer kleinen Überraschungen für unsere Campingnachbarn fort. Am Tag vor Heilig Abend machen wir im örtlichen Mega-Supermarkt die Besorgungen für das Weihnachtsessen (und –trinken) und sind fast erschrocken über die dort herrschende Hektik, welche die Nicht-Mexikaner verbreiten.

Heilig Abend läuten wir mit einem eisgekühlten Rum-Punsch ein, und das, obwohl es heute ganz und gar nicht warm ist, vielleicht so 15 Grad. Ab 16 Uhr treffen sich alle Camper und einige andere Leute auf dem Campingplatz zum gemeinsamen Essen. Jeder bringt etwas mit und es entsteht ein buntes Buffet. Die Köstlichkeiten aus den Schweizer Küchen sind unsere Favoriten. Nicht zu vergessen auch der leckere Schokoladenkuchen des Franzosen Marc! Zu später Stunde scharren wir dann „unsere“ Gruppe zusammen und überreichen kleine Geschenke. Wir haben viel Spaß dabei die überraschten Gesichter zu sehen.

 

Am ersten Weihnachtstag reisen Madeleine und Ralf leider weiter um Kathrin und Peter zu besuchen, ein nettes Schweizer Paar welches wir auch auf dem Campingplatz in San Miguel getroffen haben. Gemeinsam versuchen wir den beiden die Abreise auszureden und Madeleine zu einer Wiederholung der spontanen Aktion „ich packe alles ein und packe dann wieder alles aus“ zu überreden. Dieses Mal ohne Erfolg. Aber da die beiden ihre Klappstühle in San Miguel vergessen haben und wir diese nun mit uns im Landy herumfahren sind wir zuversichtlich, dass wir die beiden bald wieder treffen. Das klingt nach Risotto oder Älplehörnli!  ;-)

Wir sechs (Brigitte & Franz, Fränzi & Richi, Doris & Torsten) machen es uns ab Mittag draußen gemütlich und „grillieren“ ein klasse Rinderfilet mit Beilagen wie Grillgemüse, Salat und Kartoffeln. So lässt es sich leben! Jaja, auch beim Camping wird an Weihnachten geschlemmt!

Am zweiten Weihnachtstag machen wir mit Brigitte und Franz einen kleinen Ausflug in den Botanischen Garten von San Miguel. Das Gelände führt an einer tiefen Schlucht entlang und bietet eine Vielzahl an Kakteen, Agaven und Palmen. Außerdem haben wir von hier eine tolle Aussicht über die Stadt. Leider ist das Wetter grau und kühl und dann beginnt es heftig zu regnen. Wir sind froh, dass wir ein Taxi ergattern und lassen uns zurück zu unseren trockenen und warmen Campmobilen bringen. Auch am nächsten Tag regnet es und jeder macht es sich „drinnen“ bequem. Aber dann können wir ja gar nicht miteinander quatschen und so laden Fränzi und Richie auf Kaffee & Gebäck in ihren heimeligen LKW ein, so dass wir sechs wieder schön beieinander hocken. Da für uns am nächsten Tag nach einer weiteren Woche in San Miguel die Abreise bevorsteht und auch Brigitte & Franz abreisen, beschließen wir kurzfristig ein gemeinsames Abendessen zu veranstalten. Wie schön, dass die Schweizer Küche so leckere Sachen beinhaltet und die vier gut bevorratet sind, denn es gibt Schweizer Käsefondue. Also versammeln wir uns trotz Regen draußen beim überdachten Platz und weihen aufgrund der kühlen Außentemperaturen den neuen Heizpilz des Campingplatzbesitzers ein.

Am 28. Dezember heißt es dann wirklich Abschied nehmen. Es fällt uns schwer uns von den Vieren zu verabschieden – reisen sie doch alle gen Norden und zu schön war die gemeinsame Zeit in San Miguel! Es passiert nicht oft, dass wir solch außergewöhnlich nette Menschen treffen wo gleich die „Chemie“ stimmt. Umso mehr bereichern solche Bekanntschaften natürlich unsere Reise. Wir sind sehr froh, euch kennen gelernt zu haben und hoffen auf ein Wiedersehen. Egal wo - irgendwo auf dieser Welt!

Fr

20

Dez

2013

Abenteuer Friseurbesuch

Als erstes traut sich Doris zum Friseur. Nach 8 Monaten auf Reise sind wieder mal blonde Strähnen fällig. Also suche in der Stadt Patzcuaro nach einem Friseursalon. Den Ausdruck „Salon“ verdient keiner der winzigen Läden und so entscheide ich mich für das Geschäft von „Mary“, bei der am Vortag viel los war. Heute bin ich wohl die einzige Kundin und Mary samt Teenager-Tochter schrecken vom Warte-Sofa auf. Mit dem Baby auf dem Arm lümmelt der Teenager-Schwiegersohn weiterhin dort rum und bewegt sich geschlagene 2 Stunden nicht weg – schließlich läuft irgendeine Seifenoper im Mini-TV.

Bestens vorbereitet mit einer spanischen Übersetzung erkläre ich Mary, dass ich blondierte Strähnen haben möchte. Sie nickt und kommt mit einem Buch zur Farbauswahl zurück. Mist denke ich, taugt wohl nix meine Übersetzung, denn ich will keine Coloration sondern blondierte Strähnen. Also erkläre ich, dass die Blondierung mit einem Pulver angerührt wird, welches dann blau wird. Claro! Jetzt holt sie eine Dose „Platinoxygen“ aus dem Regal und ich nicke zustimmend. Damit auch nichts schief geht zeige ich ihr noch ein Foto von mir mit meiner Wunschfrisur und los geht’s. Mary teilt die Haare ab, pinselt die Strähnen mit der Blondierung ein, wickelt sie in Alufolie – wie in Deutschland. Ab und zu werde ich aufgefordert kurz aufzustehen und mich zur Seite zu drehen – tja, ein Drehstuhl wäre echter Luxus. Aber es kommt noch besser. Während die Blondierung einwirkt herrscht hinter mir rege Betriebsamkeit und es werden zwei große Kübel mit Wasser herangeschleppt. Von den Damen versteht sich – der Schwiegersohn glotzt TV. Mich durchzuckt innerlich die Frage, wo denn in diesem kleinen Laden das Waschbecken ist…nirgendwo stelle ich fest. Oha, ich werde nervös. Als es Zeit zum Abspülen ist bittet mich Mary eine Etage nach oben. Die unverputzte Treppe geht nach einigen Stufen in eine Baustellen-Holztreppe über und oben angekommen trifft mich fast der Schlag: Im Dachgeschoss herrscht die totale Chaos-Baustelle: Im Dach klafft ein etwa 1x1 m großes Loch durch welches ich den blauen Himmel sehen kann. Weder sind die Wände verputzt noch gibt es einen Bodenbelag. Überall liegen Zementsäcke und Bauhölzer herum. Und mittendrin im Chaos stehen ein alter Klappstuhl und eine Küchenspüle. Auf dem Klappstuhl sitzend entfernt Mary mir die Alufolien und dann darf ich mich vor die Spüle stellen, den Kopf über das Becken halten und schon fließt lauwarmes Wasser über Haar und Gesicht. Augen zu und durch…Ich kann nicht sagen, ob es sich bei dem Wasser um das in Bottichen herangeschleppte handelte, ist ja auch egal.

Wieder unten angekommen geht es ans Haare kämmen. Mangels einer Haarspülung oder Kurpackung ziepen meine Haare ganz ordentlich aber ich ertrage es tapfer und das Haareschneiden macht Mary wie ein Profi. Zum Föhnen darf die Tochter kurz ans Werk, das Finish übernimmt dann wieder Mary. Mit dem Resultat bin ich voll zufrieden – und mit dem Preis auch: 300 Pesos = knapp 17 €!

Mary, die Tochter und auch der stinkfaule Schwiegersohn sind mit dem Ergebnis zufrieden und verabschieden mich ins Wochenende.

 

Nach den guten Erfahrungen von Doris in Patzcuaro denke ich (Torsten) mir, dass ein professioneller Haarschnitt nicht schaden kann - schließlich schneide ich mir seit Reisebeginn die Haare selber. Klappt ganz gut, nur seitlich und am Hinterkopf besteht noch Verbesserungspotential. Also springe ich nach dem Museumsbesuch in Guanajuato noch schnell in den kleinen Salon. Die Fragen sind die gleichen wie in Deutschland:

1. Mit der Hand schneiden oder mit der Maschine? Antwort: Maschine.

2. Alles mit der Maschine? Antwort: Ja alles! Was gibt es da noch zu unterscheiden :-).

3. Wie viel Millimeter? Klare Antwort: Diez Millimetros = 10 Millimeter.

Bis dahin also wie in Deutschland, jetzt kommen die mexikanischen Feinheiten: Den Aufsatz für 10 Millimeter findet die junge Dame nach kurzem Herumkramen leider nicht. Na ja, dann eben 15 Millimeter. Ok, der Aufsatz für 15 Millimeter ist vorhanden. Noch mal ein kurzer Sprach-Check mit Doris: Ja, 15 Millimeter. Los geht’s! Ruck-zuck schert die Friseurin gleich mal eine ganze Bahn am Hinterkopf kahl! Kurzes Erschrecken von Doris und gleichzeitig schert die junge Dame die nächste Bahn seitlich und ich erblasse kurz. Mein energisches „STOP“ kommt wohl etwas spät - die Dame rasiert mir gerade den Schädel kahl! Doris meint zur Friseurin (die diesen Beruf vermutlich nie erlernt hat), dass das niemals 15 mm sind. Doch, doch, ist sich die Tussi ganz sicher und blickt nochmals auf den Schneidaufsatz und bestätigt die 15 mm. Nie im Leben, meinen Doris und ich. Dann ein prüfender Blick von Doris auf den Aufsatz und schon kann sie sich vor Lachen kaum noch halten: Statt 15 mm steht dort 1,5 mm! Kleiner Irrtum – kann ja mal passieren, oder? Meine Stimmung sinkt gewaltig und ich bin gerade mal gar nicht entspannt – im krassen Gegensatz zur Friseurin, die das völlig kalt lässt. Wer jetzt denkt der Fehler sei ihr peinlich – weit gefehlt! Sie lächelt freundlich, ist völlig entspannt und sich keiner Schuld bewusst. Je mehr ich mich aufrege umso mehr muss Doris lachen und die Friseurin lächelt einfach weiter – mit dem Scheraufsatz in der Hand. Wir rätseln, wie die Frisur irgendwie zu retten ist. Da hat die Fachfrau den ultimativen Lösungsvorschlag: Sie schneidet auf der Höhe des Desasters (also auf mindestens der unteren Hälfte) mit dem 1,5 mm Aufsatz und der Rest am Oberkopf bleibt einfach lang!?! Ich denke nur, dass ich mir nächstes mal auf jeden Fall wieder selber die Haare schneide und protestiere lautstark. Ich will doch nicht wie ein Mönch rumlaufen! Schlussendlich einigen wir uns auf eine Angleichung von 1,5 mm und 6 mm. Von Vorne ist das Kunstwerk halbwegs zu ertragen und von hinten sehe ich mich zum Glück nicht.

Im Endeffekt bin ich mal wieder um eine Erfahrung reicher und das für nur ca. 2,10 Euro.

Do

19

Dez

2013

Guanajuato & Dolores Hidalgo

Die Routenbeschreibung unseres Campingführers zum Platz in Guanajuato ist suboptimal. So kurven wir etwa eine Stunde durch die wirklich sehr enge und in den Hang gebaute Stadt, üben Wenden am Berg in 3 bis 8 Zügen, durchqueren Tunnel, fahren Einbahnstrassen in die falsche Richtung und kommen trotzdem irgendwann heile auf dem Campingplatz an. Na ja, wollen wir mal nicht übertreiben, es handelt sich um einen Hinterhof-Parkplatz mit so was Ähnlichem wie sanitären Anlagen, jedoch gutem Blick über die bunten Häuser der Stadt. Und ein Vorteil überwiegt: Wir können zu Fuß in die Stadt laufen, was wir natürlich noch am gleichen Tag machen. Die Atmosphäre der Stadt zieht uns sofort in ihren Bann. Während es in San Miguel doch sehr „Amerikanisch“ ist, tobt hier wohl das wahre mexikanische Leben. Überall wuselt es von Menschen, an jeder Ecke brodelt es in offenen Garküchen, eifrige Straßenverkäufer preisen ihre Ware an und neben Marktständen gibt es viele kleine Geschäfte und sogar ein großes Warenhaus. Die Stadt lebt! Wir erkunden die quirlige Stadt weiter zu Fuß (alles andere würde einem Selbstmord gleichkommen). Auch hier werden wir förmlich erschlagen von schöner kolonialer Baukunst, prunkvollen Kirchen und netten Plätzen mit Cafés und Restaurants. Es macht einfach Spaß durch die engen Gassen zu schlendern. Am nächsten Tag besuchen wir das bizarre Mumien-Museum und verbringen den ganzen Tag und auch den Abend in der Stadt.

In San Miguel habe ich (Doris) dank der lieben Schweizerinnen wieder Interesse an einer längst vergessenen Freizeitbeschäftigung erlangt: dem Stricken! In Guanajuato kaufe ich Wolle und Stricknadeln und dank eines YouTube Videos schaffe ich es ein paar Reihen zu stricken. Bin gespannt, was die Strickliesel in San Miguel dazu sagen!

Da uns zwar die Stadt gefällt, der Campingplatz in Guanajuato aber nur mäßig ist, fahren wir nach zwei Nächten weiter. Die nächste Station heißt Dolores Hidalgo und gilt als die Wiege des mexikanischen Aufstandes gegen die Spanier. Der Ort ist ebenfalls ansprechend und wir bummeln ein wenig umher. Dann machen wir uns auf den Weg zurück nach San Miguel de Allende.

Do

12

Dez

2013

San Miguel de Allende – Teil 1

Nach 5 Stunden Fahrt erreichen wir die Kolonialstadt San Miguel de Allende. Der Campingplatz befindet sich in der Stadt und ist unter „europäischen Langzeitreisenden“ als Treffpunkt bekannt. Gleich bei der Einfahrt auf das Gelände erblicken wir ein Fahrzeug mit der Aufschrift „Alemania“. Fast gleichzeitig mit uns treffen Brigitte & Franz aus der Schweiz mit ihrem Mercedes Sprinter ein. Kurz danach reisen Fränzi & Richi (ebenfalls aus der Schweiz) mit ihrem Iveco-LKW an. Das hatten wir nicht erwartet. Haben wir doch länger keine deutschsprachigen Reisenden unterwegs getroffen - und nun stehen hier 4 Fahrzeuge. In den nächsten Tagen folgen dann noch Madeleine & Ralf (Deutsch/Schweizer) und wir verbringen wunderbare Tage zusammen. Und wie soll es anders sein – hier bleiben wir natürlich wir länger als gedacht: statt 3 Tage bleiben wir ganze 7 Tage. Es ist einfach viel zu schön hier. Und das nicht nur auf dem Campingplatz sondern auch San Miguel de Allende gefällt uns ausgezeichnet. Welch kunstvolle Bauwerke, Kirchen mit unbeschreiblichem Prunk, kopfsteingepflasterte Gassen, bunte Märkte, Cafés, Restaurants und gemütliche Plazas laden zum Verweilen ein. Zugegeben, San Miguel ist stark von den vielen nordamerikanischen Snowbirds geprägt, aber die bringen eben auch ein nettes Sümmchen Geld in die Kassen der Stadt. Uns gefällt es hier extrem gut!

 

Am 16. Dezember gibt es auch fern der Heimat etwas zu feiern: Der Geburtstag von Doris!

Zur Feier des Tages laden wir die überaus sympathische Kleingruppe zum Frühstück ein. Torsten hat viele Leckereien inkl. Sekt eingekauft und ein wirklich tolles Frühstück gezaubert. Ich werde mit Schweizer Schokolade, Muffins und Geschenken überrascht und so sitzen wir zu acht fast den ganzen Tag draußen bei Sonnenschein, feiern, lachen, reden über das Leben und das Reisen und genießen den Tag.

Nicht zuletzt erfreuen mich natürlich die äußerst zahlreichen Glückwünsche aus der Heimat! Dank moderner Kommunikationsmedien wie Skype, E-Mail, SMS und WhatsApp fühle ich mich nicht ganz so weit weg von euch Lieben zu Hause. 1000 Dank an alle, die an mich gedacht haben! Ich bin überwältigt von der Herzlichkeit aller, fühle mich wie im Rausch und bin sehr, sehr glücklich!

 

An Gesprächsstoff mangelt es uns auf dem Campingplatz nicht und es stellt sich schnell sich heraus, dass wir beide mit 8 Monaten „auf Tour“ blutige Anfänger in Sachen Reisen sind. Fränzi & Richi reisen schon seit über 20 Jahren (mit Unterbrechungen zum Geld verdienen) mit verschiedenen Fahrzeugen und haben schon alle Kontinente intensiv bereist. Brigitte & Franz sind seit über 2 Jahren von Argentinien nordwärts unterwegs und haben dabei nicht nur die „üblichen“ Strecken bewältigt sondern sind auch durch Venezuela und Guayana gereist. Da ist es nicht verwunderlich, sich gleich mal für ein paar Wochen auf dem Platz „einzumieten“. Dafür sind wir dann doch noch ein wenig zu „unruhig“ und beschließen einen Zwischenstopp im 100 km entfernten Guanajuato zu machen. Wir vereinbaren, dass wir spätestens am 23.12. wieder zurück in San Miguel sind - schließlich wollen wir Weihnachten sehr gerne mit unseren neuen Schweizer Freunden feiern.

Mi

11

Dez

2013

Millionen von Schmetterlingen

Oberhalb des kleinen Dorfes El Rosario auf ca. 3000 Höhenmetern im östlichsten Zipfel des Bundesstaates Michoacán liegt das Santuario de la Mariposa Monarca.

Die Tagfalter vollbringen als sogenannte Wanderfalter eine unglaubliche Leistung, denn beim jährlichen Wanderzyklus der Monarch-Schmetterlinge im Herbst legen sie eine Strecke von rund 3.500 Kilometern zurück.

Über 100 Millionen Monarch-Schmetterlinge kommen zwischen November und Mitte April aus USA/Kanada hierher in die Bergregionen Mexikos um sich in den Kiefernwäldern zu paaren und zu überwintern. Die männlichen Tiere versterben dann. Im Frühjahr führt der Weg der weiblichen Tiere wieder gen Norden nach USA/Kanada. Bereits unterwegs legen sie ihre Eier und die geschlüpften Raupen verpuppen sich. Wenig später setzen die jungen Monarchfalter die Reise fort und treffen im späten Frühjahr in den nördlichen USA und Kanada ein.

 Da wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind lassen wir uns dieses weltweit einmalige Schauspiel nicht entgehen. In El Rosario zahlen wir am Ortseingang 50 Pesos für das Auto und später am Parkeingang 45 Pesos/Person. Im Eintrittspreis inbegriffen ist der obligatorische Führer, der uns etwas über die Schmetterlinge erzählen soll aber doch eher maulfaul ist. Das geführte Begehen des Parks dient dazu, dass die Touristen nicht in dem Naturschutzgebiet herumtrampeln und die Ruhe der Schmetterlinge stören. Nach ca. 40 Minuten Wanderung bergauf durch den Kiefernwald sehen wir dann etwa 10 Monarchfalter und scherzen mit dem Führer, ob das nun alle sind…Kurz darauf sehen wir dann auf ganz engem Raum Millionen von Monarchfaltern!!! Aus der Ferne sehen die Kiefern so aus, als ob sie vom Waldsterben bedroht sind – aber in Wahrheit handelt es sich um Millionen von Schmetterlingen, die in Trauben auf den Zweigen sitzen und mit ihren zugeklappten Flügeln die Bäume braun erscheinen lassen. Es herrscht eine ganz besondere Stimmung und es ist fantastisch, in Mitten dieser vielen Schmetterlinge einfach so dazustehen oder zu sitzen. Selbst die sonst eher lautstarken Mexikaner sind so beeindruckt, dass sie nur ganz leise sprechen oder gar flüstern. Wir beobachten fast 2 Stunden lang wie die Tiere zu Millionen durch die Luft fliegen, sich auf Gräsern, Zweigen oder unseren Händen ausruhen und am Wasserlauf trinken. Wir genießen den Moment und machen viele Fotos.

Fr

06

Dez

2013

Patzcuaro & die Fahrrad Story

Nach einer landschaftlich sehr schönen Fahrt mit Zwischenstopp und Marktbesuch in einem kleinen Dorf kommen wir gegen Mittag in Patzcuaro an. Dort finden wir beim „Villa Hotel & RV Park“ einen sehr schönen Campingplatz mit einem gepflegten großen Rasen, Obstbäumen, einem Mini-Pool, WiFi und guten Sanitäranlagen. Das erfreut unser Herz und wir freuen uns darauf die Stadt zu erkunden. Patzcuaro ist auch ein Pueblo Magico und verdient diese Auszeichnung in jedem Fall. Wunderbare Bauwerke, schöne Plazas und ein geselliges Treiben laden zum Verweilen ein. So kommt es, dass wir anstatt 2 Tage gleich 4 Tage bleiben. Wie schön, dass wir ja Zeit haben und frei entscheiden können, wie lange wir bleiben wollen! Bei tollem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen um die 27 Grad fahren wir jeden Tag mit dem Fahrrad und genießen unsere Freiheit. Auch rund um die Stadt gibt es viel zu sehen, z.B. den Lago Patzcuaro (See) mit der Insel Janitzio sowie die Ausgrabungsstätte in Tzintzuntzan mit fünf Rundpyramiden. Die Tage vergehen wie im Flug – eine klasse Aufenthalt ohne besondere Vorkommnisse, wäre da nicht die Sache mit den Fahrrädern…

 

Gleich am ersten Tag in Patzcuaro packen wir die Fahrräder aus und radeln in die Stadt. Dort wollen wir dann zu Fuß durch die Märkte und Straßen schlendern. Also ketten wir die Fahrräder gleich mit zwei Schlössern zusammen (kann ja nicht schaden) und da es keinen Fahrradständer gibt verbinden wir unsere Bikes mit einer großen Stahlbühne direkt an der großen Plaza. Scheinbar perfekt. Viele Stunden später, nach ausgiebiger Stadtbesichtigung und leckerem Essen, kommen wir in der Dunkelheit zurück zur Plaza und stellen mit Erstaunen was fest? Die Bühne ist weg! Und somit sind auch unsere Fahrräder weg! Vor fünf Minuten noch bester Laune sind wir völlig schockiert. Nein, wir haben nicht zuviel getrunken und wir sind auch ganz sicher an der richtigen Plaza. Verdammt. Wo sind unsere Fahrräder hin? Sie waren ja fest an die Bühne gekettet und nun sind Bühne und Räder weg. Was soll das bedeuten? Versteckte Kamera? Vermutlich nicht. Haben wir vor wenigen Minuten noch zahlreiche Polizisten gesehen, so sind sie nun, wenn man sie mal gebrauchen könnte, wie vom Erdboden verschwunden. Die jungen Mädels in der Tourist-Info auf der gegenüberliegenden Straßenseite kichern nur als sie unsere Story hören. Helfen können sie uns nicht, wissen nicht, wer für die Bühne oder deren Abbau zuständig ist oder was wir sonst unternehmen können. Na bravo. Nächster Versuch: Eine ältere, freundliche Mitarbeiterin der Straßenreinigung verweist uns an den Fahrradladen an der Ecke. Ja, den kennen wir schon, denn dort haben wir mittags ein paar Ersatzteile gekauft und mit dem Besitzer geplaudert. Ein kleiner Lichtblick am Horizont, denn dieser Mann verkauft nicht nur Fahrräder sondern spricht auch hervorragend Englisch, so dass wir nicht weiter in Spanisch stottern müssen. Der Fahrradhändler ist überaus hilfsbereit und sehr zuversichtlich, dass die Fahrräder wieder auftauchen. Ohne lange zu zögern beginnt er herum zu telefonieren.

Ein „Plan B“ kann sicher nicht schaden und so beginnt eine parallele Suchstrategie. Doris findet schließlich zwei Polizisten und erklärt unser Anliegen. Nach reichlich Verwirrung (die nicht nur an der spanischen Sprache lag), mehrfachem Schulterzucken und Hartnäckigkeit à la Doris nimmt sich die Policia dann doch der Sache an – zwar etwas wiederwillig aber immerhin. Mit Doris im Schlepptau geht es dann mehrfach quer über die belebte Plaza und durch diverse Gassen zu diversen Anlaufstellen, um die möglichen Verantwortlichen oder aber Aufbewahrungsorte in der Stadt aufzusuchen. Irgendjemand muss doch wissen wer für den Bühnenabbau verantwortlich ist. Angeblich koordiniert das die Tourist-Info – nur wissen die Grazien dort von Nichts. Schnell wird klar, dass die Klärung des Verantwortlichen sich als große Herausforderung erweist. Keiner weiß Bescheid und außer Schulterzucken passiert nicht viel. Während Doris also weiterhin mit den beiden Polizisten durch die Stadt jagt, bleibt Torsten beim freundlichen Fahrradhändler, der inzwischen Frau und Sohn mit der Suche beauftragt hat.

Nach rund einer Stunde steht fest: Die Fahrräder sind leider nicht im „Gemeindebüro“, der Bürgermeister wurde vergebens in seiner Nachtruhe gestört und niemand hat eine Idee, wer die Bühne abgebaut hat. Es bleibt uns nur noch die Möglichkeit den Vorfall bei der Polizei zu Protokoll zu bringen. Also trottet Doris wieder mit den Polizisten durch die ganze Stadt (mit dem leuchtend grünen T-Shirt kennt mich nun wirklich jeder) zum Polizeipräsidium. Dort angekommen wird das Problem zunächst mit dem Wachmann diskutiert, der auch völlig unwissend ist. Ganz plötzlich taucht neben dem Wachmann ein nicht-uniformierter Mann auf und mischt sich ein. Doris versteht sofort die Schlüsselwörter „bicicletas“ und „plaza“, drängt sich an den Polizisten vorbei und übernimmt das Gespräch – glücklicherweise spricht der Typ sofort Englisch. Ja, er hat den Auftrag von der Stadt gehabt die Bühne abzubauen und natürlich hat der die Fahrräder gesehen, die an dem Metall angekettet waren. Er hat ganz schön Keulen müssen, um die Fahrräder auf den Pick-up zu wuchten und sie dann im Präsidium unter Verschluß zu bringen. Klar sind die Fahrräder noch da! Schon geht es mit den Polizisten und dem freundlichen Mann quer durch das Gebäude, Treppe rauf, durch einen Saal, Treppe runter, über den Hof und dann in einem kleinen Kabuff hinter verschlossener Tür stehen unsere geliebten Drahtesel! Was für eine Erleichterung. Blöd ist nur, dass Torsten noch beim Fahrradladen wartet und den Schlüssel für die Schlösser hat.. Also tragen die beiden Polizisten die Fahrräder: über den Hof, Treppe rauf, durch den Saal, die Treppe runter, quer durch das Gebäude: Mit Schweißperlen auf der Stirn wollen sie die Fahrräder zum Schlüssel tragen, durch die ganze Stadt versteht sich. Hm, gibt es da nicht eine bessere Lösung? Auf charmante Weise überzeugt Doris die Polizisten, dass es einfacher ist den Schlüssel zu holen…Gesagt, getan. Nach einer rund 2,5 Stündigen Aktion haben wir unsere Fahrräder endlich wieder und radeln fix und fertig zum Campingplatz zurück. Am nächsten Morgen bedanken wir uns mit einer Flasche Wein und Süßigkeiten beim Fahrradhändler und dem freundlichen Bühnenabbauer.

Und die Moral von der Geschicht‘: Kette dein Fahrrad an eine mobile Bühne nicht!  :-)

 

Do

05

Dez

2013

Lago de Camécuaro National Park

Wer so spät die nächste Tagesetappe antritt braucht sich nicht zu wundern, wenn er nicht pünktlich (also im Hellen) ankommt. Also verbringen wir die Nacht in der Nähe der Stadt Zamora auf einer staatlichen Pemex Tankstelle. Diese sind in der Regel 24 Stunden geöffnet und in den meisten Fällen ist das Übernachten dort auf dem Parkplatz erlaubt. Nicht gerade lauschig aber immer noch eine gute Alternative auf der Durchreise. Richtig gut wird es natürlich, wenn man vom hilfsbereiten Personal Tipps für die nähere Umgebung bekommt. So wird uns für den frühen Morgen der Besuch des Lago de Camécuaro National Park empfohlen. Das kleine Hinweisschild zu dem See haben wir gesehen aber diesem keine Beachtung geschenkt. Dass es sich hierbei um einen National Park handelt ist uns nicht bekannt denn keiner unserer Reiseführer erwähnt auch nur annähernd etwas davon. Aber Tipps von Einheimischen sind in der Regel die Besten! Ein super Tipp! Am frühen Morgen kommen wir am Nationalpark an. Eintritt muss man erst ab 10 Uhr morgens zahlen und so können wir gratis ans Seeufer fahren und fühlen uns wie in einem Märchenwald. Das Tageslicht ist noch spärlich und der See dampft. Außer uns sind nur ein paar Sportler (Jogger, Schwimmer) unterwegs und so genießen wir die Stille und mystische Atmosphäre fast alleine mit ein paar Enten. Der See wird von mehreren unterirdischen warmen Quellen gespeist, hat kristallklares Wasser und ist mit ca. 20°C angenehm „warm“. Richtig einladend für ein erfrischendes Bad am frühen Morgen - Super! Nach der sportlichen Betätigung und einem guten Frühstück in Gypsy fahren wir dann ausnahmsweise schon sehr früh weiter nach Patzcuaro.

Mi

04

Dez

2013

Valle de Juarez und Mazamitla

Unsere weitere Route führt uns nach Mazamitla. Wie fast immer in Mexiko kommen wir relativ langsam vorwärts und die Fahrt dauert länger als erwartet. Als wir am Campground ankommen existiert dieser zwar und es sind auch Reisefahrzeuge dort aber das Gelände ist durch ein großes Tor verschlossen. Auch nerventötendes Klingeln hilft nicht, niemand öffnet. Da wir keinen Plan B bereit halten müssen wir improvisieren. Also fragt Doris kurzerhand den nächstbesten Polizisten wo wir sicher übernachten können. Nach kurzem Grübeln empfiehlt uns der Polizist die lokale Plaza. Der Parkplatz dort stellt sich als ein sehr guter Übernachtungsplatz heraus: absolut zentral, recht ruhig, Tag und Nacht bewacht und auch noch umsonst. Wir gehen zum Essen in ein schönes Restaurant direkt am Platz und schlafen dann prima in Gypsy!

Am nächsten Tag besichtigen wir Mazamitla, ein sehr nettes kleines Städtchen mit vielen kleinen Läden, Cafés in angenehm ruhiger Atmosphäre. Wir schlendern den ganzen Tag durch die engen Gassen, trinken Kaffee und frisch gepressten O-Saft, essen mal wieder leckere Tacos bevor und fahren nachmittags weiter in Richtung Patzcuaro.

Sa

30

Nov

2013

Die Vulkane El Fuego und Nevado

Auf dem Weg zum Vulkan besichtigen wir noch kurz die Stadt Colima im gleichnamigen Bundesstaat. Wir bummeln durch die Gassen, beobachten wie die Weihnachtsdeko täglich zunimmt und wie unterschiedlich „Hinterteile“ in Europa und in Mexiko dargestellt werden ;-)  Nach einem leckerem Mahl soll es dann an die Südflanke des Vulkans „El Fuego de Colima“ gehen. Doch dann werden wir zum ersten Mal auf der gesamten Reise von der Polizei angehalten. Wie schon bei den mex. Militärkontrollen oder auch in der USA bei verschiedenen Anlässen praktiziert, zeigen wir unsere „gefälschten“ Ausweise vor. Der Mexikaner ist jedoch der Erste, der unseren - zugegebener weise billigen „Fälschungen“, misstraut und mit hochgezogener Miene bemerkt, dass das Papier sehr dünn sei. Wir bekräftigen dennoch, dass es sich um „Originale“ handelt und da er es auch nicht besser weiß, nimmt er unsere Antwort mit einem Grinsen hin. Noch ein paar Übersetzungen zum deutschen Führerschein und Personalausweis und dann ist die Kontrolle auch schon vorbei. Der freundliche Polizist gibt uns noch diverse Tipps wie wir am besten zum Vulkan kommen und wo wir übernachten können und dann geht unsere Fahrt weiter.

Am Fuße des 3800 Meter hohen und immer noch aktiven Vulkans angekommen, wollen wir uns erst mal ein wenig akklimatisieren, schließlich kommen wir ja direkt von der Höhe des Meeresspiegels. Wir übernachten in Carrizalillo auf einem Gelände, welches seit Ende der 70er Jahre als „Ecoturismo“ ausgezeichnet ist. Es gibt einen kleinen See mit Bootsverleih, Picknicktische, Fremdenzimmer und Campingplätze. Für schlappe 40 Pesos schlafen wir hier wunderbar ruhig, denn es sind nur ganz wenige Leute da. Am nächsten Morgen fahren wir noch ein paar Kilometer näher an den Vulkan heran und machen in Yerbabuena eine Wanderung durch eine großzügig angelegte Avocado-Plantage mit herrlichem Blick auf den Vulkan und das wunderschöne grüne Hochland. Mehrfach rumort der Vulkan (hört sich genauso an wie man das von Dokumentarfilmen kennt) und stößt dann recht imposante Rauchwolken aus. Zum Glück beruhigt sich der „El Fuego“ schnell wieder…Wir haben zwar schon auf verschiedenen Reisen Vulkane gesehen, dieser hier ist jedoch der Erste, der eindrücklich beweist, dass in seinem Inneren noch Aktivität herrscht. Am Nachmittag bummeln wir noch ein wenig durch den kleinen Ort Comala, kaufen frisches Rosinenbrot, trinken in einem Lokal an der Plaza ein Bier und erhalten dazu Tacos gratis! So lässt sich das bunte Geschehen mit Verkaufsständen, Reitern und Musikanten noch besser genießen. Zurück in Carrizalillo wundern wir uns, dass das Gelände nun rappelvoll ist. Überall Leute, Autos, Grillfeuer, laute Musik – da fällt uns ein, es ist Sonntag und die Mexikaner verbringen diesen Tag mit der Großfamilie. Abends fahren die meisten Leute dann wieder weg und so ist auch unsere zweite Nacht hier angenehm ruhig.

Für die kommenden Tage verlegen wir unseren Standort weiter nördlich an den höheren Vulkan „El Nevado“. Der Vulkan ist nicht mehr aktiv, 4200 Meter hoch und das Gebiet ist durch einen Nationalpark geschützt. Über eine 17 km lange Schotterpiste geht es von ca. 1900 Meter auf rund 3200 Meter steil bergauf in den Nationalpark. Die Strecke windet sich in unzähligen Kurven nach oben durch den Kiefernwald und wir samt Landy sind froh, als wir oben ankommen. Am Eingang zahlen wir eine Eintrittsgebühr von 27 Pesos pro Person (~ 1,80 €) und dürfen kostenlos im Park campieren. Die Schotterstraße führt dann noch weitere 4 km hoch auf 3750 Meter, wo der Ausgangspunkt der Wanderung und auch eine Möglichkeit zum Campen liegt. Da die Luft hier oben aber schon merklich dünner ist fahren wir wieder ein Stück hinab und finden einen schönen Campingplatz auf 3250 Meter. Wir sind wohl die einzigen Gäste und der Nationalpark erinnert uns ein wenig an einsame Gebiete in den USA.

Da wir möglichst weit an die Spitze des El Nevado heran wandern möchten, aber bitte ohne Kopfschmerzen, machen wir am nächsten Morgen eine 10 km Wanderung zwischen 3200 und 3750 Metern und verbringen eine weitere Nacht auf unserem Platz, wo es nachts deutlich abkühlt und nach langer Zeit die warme Bettdecke wieder zum Einsatz kommt. Am nächsten Tag fühlen wir uns gut gerüstet zum ersten Mal die 4000er Marke zu erklimmen. Mit dem Landy fahren wir bis zum Ausgangspunkt und den Rest bewältigen wir dann (ohne Kopfschmerzen!) zu Fuß. Zuerst geht es auf einem Schotterweg entlang zu einem in die Jahre gekommenen Observatorium und diversen Antennen und erreichen die 4000 Meter Marke. Die Aussicht ist grandios, schweift das Auge doch über Ackerflächen, Wälder, Vulkankegel und wird gekrönt von einem tollen Blick auf den Luftlinie nur 5 km entfernten Vulkan El Fuego. Dieser stößt gelegentlich wieder eine Rauchwolke aus und das Grummeln ist deutlich zu vernehmen. Von den Antennen aus wandern wir dann immer näher in Richtung Gipfel des Nevado und schaffen es bis auf ca. 50 Meter unterhalb der Spitze, es ist kein Weg erkennbar und somit ist dann für uns „Flachland-Tiroler“ aus Sicherheitsgründen Schluss. Wollen wir doch kein zu großes Risiko am Anfang unserer Reise eingehen - schließlich wollen wir noch ein wenig weiter reisen!

Do

28

Nov

2013

Deutsches Treffen in Punta Perula

Nach so viel Sonne, Strand und Relaxen soll nun ein wenig mehr Aktivität im Vordergrund stehen. Also beschließen wir zu den Vulkanen im Landesinneren an der Bundesstaatsgrenze Colima/Jalisco zu fahren. Wie praktisch, dass auf dem Weg auch noch Brigitte und Harald den Winter verbringen. Wir haben die beiden in Puerto Vallarta am Supermarkt kennengelernt und spontan beschlossen, uns auf dem Weg gen Süden zu treffen. Und so schnell geht’s – hier sind wir. Der Abend vergeht wie im Flug und wir tauschen uns sehr intensiv über Kanada (dort haben B+H zuletzt gewohnt) und das Reisen in Südamerika aus. Da gibt es mal wieder reichlich Tipps für uns. Eigentlich wollten wir am nächsten Morgen weiter fahren, aber das wäre zu schade. Also bleiben wir noch einen Tag, machen zusammen einen schönen, langen Strandspaziergang, sehen einen Delfin, quatschen den ganzen Tag und spielen mit dem Hunden des Hauses (einer Kopie unseres daheimgebliebenen Dino).

Mo

25

Nov

2013

Gypsy vs. RIU Club Hotel

Wir wollen unbedingt ein paar Tage gemeinsam mit Sönke verbringen und so stellt sich die Frage, wie wir Camping und All inclusive Hotel unter einen Hut bringen. Natürlich können wir uns außerhalb des Hotels treffen aber das bedeutet viel Abstimmung und wenig Spontanität. „Warum übernachten wir nicht auch im RIU Hotel?“ denken wir. Also befragen wir das Internet-Orakel und stellen überrascht fest, dass die Übernachtung samt All inklusive nur unwesentlich mehr kostet als die Tagespauschale. Größter Vorteil: Wir können mehr Zeit mit Sönke verbringen und haben eine einfachere Abstimmung (wann und wo treffen wir uns?).

Also tauschen wir kurzentschlossen für 3 Nächte unser Gypsy-Mobil gegen ein Bett im 5 Sterne All Inklusive Touri-Bunker. Und was ist das Fazit?

Viel Zeit mit Sönke, sehr viel Essen, noch mehr Drinks und dazu noch: Duschen MIT Wannenkontakt, ein höhenverstellbaren Duschkopf, warmes und kaltes Wasser ohne Ende, frische Handtücher jeden Tag, kostenlos surfen, bequeme Liegen am Pool /Strand und jemand der hinter uns her räumt. Aber halt auch viele Touris auf einem Fleck und eingekesselt wie in einer Enklave. Mexiko ist definitiv mehr. Und deswegen freuen wir uns morgen wieder sehr auf Gypsy unser freies Leben und sehr viel mehr Mexiko.

Fr

22

Nov

2013

Warten auf den Langen!

Wir bekommen wieder Besuch! Unser Freund Sönke hat sich kurzfristig für eine Reise nach Mexiko entschieden, Wie schön! Da es noch einige Tage bis zu seiner Ankunft sind beschließen wir noch verschiedene Küstenorte anzusteuern. Von Sayulita fahren wir nach Punta de Mita und campen dort bei einer Fischbude direkt am Strand. Der kleine Ort strahlt auf uns aber irgendwie keinen Charakter aus, weswegen wir am nächsten Morgen gleich weiter fahren um uns Puerto Vallarta zu nähern. Dort fragen wir in der von Sönke gebuchten Unterkunft nach, ob wir auf dem Hotelparkplatz übernachten können. Leider nein, aber einen Versuch war es wert. Alternativ bietet man uns an für 89 US$ pro Tag einen „Day Pass“ an, um von 7—23 Uhr alle Annehmlichkeiten des All Inclusive Hotels zu genießen, was uns jedoch zu teuer ist. Leider eignen sich die Parkplätze in der näheren Hotelumgebung auch nicht zum Übernachten und so schlagen wir unser Quartier auf der anderen Seite der Bucht in La Cruz de Huanacaxtle auf. Luftlinie können wir von hier das Hotel gut sehen. Zwar ist der Campingplatz auch nicht die Top Empfehlung, aber egal, wir freuen uns auf den Besuch von Sönke und werden es schon schaffen, dass wir uns ein paar Tage sehen. Es verkehren Busse und wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

So

17

Nov

2013

Wiedersehen mit Neli & Co. in Sayulita

Am nächsten Tag geht’s ca. 30 km weiter südlich nach Sayulita, wo wir Victoria, Jason und Hund Neli wieder treffen. Wir mieten uns neben den Dreien ein und campen somit direkt am Strand und können das charmante Dorf bequem zu Fuß erreichen. Dort gibt es eine große Auswahl ausgezeichneter Restaurants, super Taco-Buden, schöne Boutiquen, Cafés, Cocktailbars und einen guten Mix aus Einheimischen und Touristen. Wir verbringen zwei schöne Tage mit unseren amerikanischen Reisefreunden bevor die Drei weiter ins Landesinnere fahren. Wir sind uns sicher, dass sich unsere Wege nochmals kreuzen. So far, so good and safe travels! Wir bleiben noch zwei weitere Tage und entspannen bei Strandspaziergängen, in den tollen Wellen des Pazifik toben oder einfach im Liegestuhl bei einem guten Cocktail. Am Unabhängigkeitstag Mexikos dürfen wir eine Parade zur Feier „Viva la revolucion“ miterleben und sehen stolze Mexikaner in wunderschönen Trachten und Reiterinnen und Reiter im Sattel von tollen Pferden der Rasse Azteca. Abends verwöhnen wir unsere Gaumen mit leckeren Tacos, Ceviche und gebratenen Krabben in Knoblauchöl – Life is good!

Sa

16

Nov

2013

Tequila – Schönheit auf den zweiten Blick

Nach einer sehr schönen Fahrt durch das hügelige und üppig bewachsene Gebirge Sierra Vallejo kommen wir in Tequila an. Nach einem Stopp im Supermarkt fahren wir ein wenig durch die Stadt um einen geeigneten Parkplatz sowie einen Übernachtungsplatz zu finden. Wir wissen, dass es hier keinen offiziellen Campingplatz gibt und die Hotelparkplätze sagen uns nicht zu bzw. wir passen höhenbedingt nicht durch die Parkplatzeinfahrt. Die Straßen in der Stadt sowie im Außenbereich sind in einem erbärmlichen Zustand, die Häuser und Hütten ebenfalls. Uns kommt der Gedanke einen Bulldozer für die Stadt zu bestellen, der alles dem Erdboden gleich macht. Womit hat Tequila die Auszeichnung „Pueblo Magico“ erreicht? Wir wissen es nicht und sind leicht frustriert. Am Ortsrand finden wir dann die Destillerie „La Cofradia“: gelegen auf einem riesigen, hügeligen Gelände, umgeben von blau schimmernden Agaven-Feldern, gepflegte Gärten mit Mango- und Limettenbäumen. Wie schön - hier fühlen wir uns gleich wohl. Also fragen wir nicht nur nach einer Betriebsbesichtigung und einem Restaurant sondern auch ob wir mit Gypsy hier über Nacht parken können. Wer soll nach einer Tequila-Probe auch noch Auto fahren? Die nette Rezeptionistin macht ein paar Telefonate und die anfängliche Antwort ist nur ein halbes JA. Wir sollen erst mal die Führung machen und zu Abend essen, dann will man uns Bescheid geben. Nach der interessanten Betriebsbesichtigung, einer etwas spärlichen Verkostung des Agavenschnapses und einem fantastisches Essen im wunderschönen Gewölbekeller ist die Rezeption dann aber geschlossen und es ist nur noch das Wachpersonal anwesend. Die wissen natürlich von Nichts – also sagen wir einfach, dass das so abgesprochen ist und sodann ist es für die freundliche Nachtschicht okay, dass wir die Nacht auf dem Gelände verbringen. Der Security Mann weist uns noch einen netten Platz unter den Mangobäumen zu und dann verbringen wir - bestens bewacht - eine sehr ruhige Nacht. Geht doch :-)

Morgens wollen wir dann der Innenstadt noch eine Chance geben – irgendwo muss Tequila doch eine schöne Ecke haben!?. Es ist Sonntag und am frühen Morgen (als wir noch friedlich geschlummert haben) hat ein Halbmarathon stattgefunden und es wimmelt in der gesamten Stadt von Läufern und Zuschauern. Die Geschäfte sind geöffnet, an allen Ecken sind Verkaufsstände und zusätzliche Taco-Buden aufgebaut, es herrscht quirliges Treiben. Wir erkunden die Innenstadt bei Sonnenschein, entdecken viele wunderbare Gebäude und erleben in der großen Kathedrale live eine feierliche Erstkommunion. Im gemütlichen Café nehmen wir den Logenplatz auf dem Balkon zum Kirchplatz ein, trinken frisch gepressten Orangensaft. Auf dem Firmengelände der größten Tequila-Fabrik „Cuervo“ schauen wir uns später noch die Siegerehrung der Läufer an. In der Stadt gibt es eine Vielzahl von Tequila-Fabriken – der Name ist Programm.

Auf den zweiten Blick sind wir dann wirklich begeistert von Tequila. Also doch keinen Bulldozer für Tequila.

Nachmittags fahren wir via Landstraße durch Agavenfelder und Vulkangestein, schauen uns eine historischen Maya Grabstätte mit interessanten Fundstücken an und campen abends in La Penata Jatemba beim Campground „Little Rig“. Schöner kleiner Platz im Garten von kanadischen Besitzern aber leider unverschämt teuer. Das Ortszentrum ist ganz nett und wir genießen eine echt italienische Pizza und amüsieren uns auf der „Kirmes“ noch ein wenig beim Pfeile werfen – leider ohne zu gewinnen.

Do

14

Nov

2013

Fast wie in der Eifel

Nach unserem Paradies unter Palmen ist das nächste Ziel ein Kratersee, etwas weiter im Landesinneren gelegen. Die Laguna Santa Maria del Oro erinnert uns sehr an unsere Heimat am Rande der Vulkaneifel – passenderweise regnet es bei unserer Ankunft auch. Die höheren Temperaturen und die vielfältige Vegetation sind dann aber doch deutlich anders, denn in der Vulkaneifel gedeihen weder Zitrusbäume noch Palmen. Wir umrunden zu Fuß den See und fassen schon mal ein nettes der zahlreich vorhandenen Lokale, direkt am See für das Abendessen ins Auge. So weit so gut! Um 20:00 Uhr gehen wir hungrig los und stellen überrascht fest, dass im Ort gähnende Leere herrscht und wirklich alle Lokalitäten geschlossen sind. Unfassbar, denn in Mexiko gibt es immer und überall etwas zu essen – aber heute bleibt die Küche kalt. Gut, dass wir immer Verpflegung an Bord haben! Da es am nächsten Tag schon wieder regnet (hey, das sind wir nicht gewohnt) fahren wir am nächsten Morgen direkt weiter mitten ins Tequila-Paradies. Dabei übersehen wir beim Ausparken leider einen mittelgroßen Baum, so dass wir ab sofort mit einem leicht „gemaserten“ Heck und einer schiefen Treppe unterwegs sind. Zum Glück nichts Gravierendes!

Mo

11

Nov

2013

Camping unter Kokospalmen

Kaum zu glauben, aber die Woche in Mazatlan ist schon vorüber... Außer den Moskitos am Morgen und am Abend haben wir nichts an diesem Ort auszusetzen. So verabschieden wir uns morgens von Wendy und Steve und machen uns dann auf den Weg durch das üppig grüne Hinterland. In der alten Silberstadt Rosario besichtigen wir die Kirche mit dem pompösen Goldaltar (nicht etwa Silber) und fahren dann via Escuinapa an die Küste nach Teacapan. Das 1000 Einwohner-Dorf liegt lagunenartig am Ende einer langgestreckten Halbinsel und ist ein Vogelparadies. Bei der Suche nach dem Campingplatz Las Lupitas = Punta Hermosa stoßen wir auf Robert aus den USA. Er überwintert schon seit vielen Jahren in Mexiko, zeigt uns mit seinem Quad den Weg zu besagtem Campingplatz und überlässt uns seinen Schlüssel für das Zufahrtstor. Der Platz ist das reinste Paradies: Hunderte Kokospalmen, gepflegte Grünflächen, sandige Buchten - nur für uns alleine! Robert versichert uns, dass der Platz ruhig und sicher ist und er in wenigen Tagen auch hier sein Quartier aufschlagen wird. Wir fühlen uns pudelwohl und können es kaum fassen, dass wir an einem so schönen und exotischen Ort ganz alleine und mit unserem eigenen Fahrzeug campen können *freu*.

Täglich kommt der Grundstücksverwalter Antonio samt Gattin vorbei, erkundigt sich nach dem Rechten, kassiert 100 Pesos pro Nacht und leiht sich gerne mal unser Werkzeug um seinen Rasenmäher zu reparieren. Robert stattet uns ebenfalls ein paar nette Besuche ab, hat viele Informationen für uns und offenbart uns Details seiner jüngsten Liebesaffäre...

Da an manchen Stellen am Strand die Gefahr besteht von herunterfallenden Kokosnüssen erschlagen zu werden kommt am späten Nachmittag ein Spezialist vorbei: Mit einer Machete bewaffnet, barfuss und ohne jegliche Sicherung klettert der sportliche Mexikaner die Kokospalme hinauf und schlägt sämtliche Kokosnüsse von einigen Palmen. Er sitzt dabei in schwindelerregender Höhe in der Krone auf den Palmwedeln und klettert nach getaner Arbeit locker wieder hinunter. Wir sind beeindruckt und dürfen uns über eine frisch geerntete Kokosnuss freuen.

Insgesamt bleiben wir drei Nächte, erfreuen uns an der tollen Umgebung, beobachten Leguane und Vögel, gehen am Strand spazieren, sammeln Muscheln und relaxen. Das nennen wir entschleunigen!

Leider hat das Paradies aber auch Moskitos...am letzten Abend sogar eine regelrechte Invasion und wir müssen leider nach drinnen flüchten.

Do

07

Nov

2013

Mucho Amor in Mexico

Da wir uns in Mazatlan für eine Woche auf dem San Bartolo Campingplatz einquartiert haben kommen wir öfter mit den Angestellten ins Gespräch. Der Gärtner "Pancho" plaudert besonders gerne mit mir (Doris) und so fragt er mich, ob Torsten und ich Kinder haben. Als ich dies verneine will er unbedingt wissen wieso nicht. Was soll ich da antworten??? Wir wollen keine? Wir waren im Job zu eingespannt? Wir können vielleicht keine Kinder bekommen? Vielleicht später (mit 50)? Egal, ich wiederhole einfach, dass wir keine Kinder haben. Punkt.

Pancho kann es nicht fassen und erklärt, dass es in Mexiko viele Kinder gibt weil die Mexikaner weniger TV gucken und statt dessen "Mucho Amor" machen!!! Er unterstreicht dies, indem er sich symbolisch selbst umarmt und Küsse in die Luft schmatzt.

Kurze Zeit später läuft er mir wieder über den Weg und teilt mir mit, ich sei "Bonita". Sprach's und schwups packt er mich an der Schulter und küsst mich! Meiner Reaktion sei Dank schaffe ich es noch den Kopf blitzschnell zur Seite zu drehen! So landen seine Schmatzer nur auf meinen Wangen.

Nachmittags will Pancho mir unbedingt helfen die Wäsche zur Wäscheleine zu tragen, was ich aber vehement ablehne. Von jetzt an bin ich auf der Hut vor Amore-Pancho!

Mo

04

Nov

2013

Urlaub in Mazatlan