Mo

31

Mär

2014

Adios Guatemala - auf geht's nach El Salvador

Von Pasajcap kommen wir nur schwer los und brechen mittags auf, um die lange Fahrt via Guatemala City entlang der PanAmericana bis nach Cuilapa zu meistern. Dort halten wir an einem etwas ungewöhnlichen Thermalbad: ein Becken bietet kochend-heißes Wasser (und garantiert Verbrühungen) und ein anderes, knapp kniehohes Becken führt (lau)warmes Wasser. Also nicht der Knüller, aber das wußten wir schon von anderen Reisenden. Von hier sind es aber nur noch wenige Kilometer bis zur Grenze nach El Salvador und auf dem Parkplatz darf man für wenig Geld übernachten.

Di

25

Mär

2014

Lago de Atitlan

Uns steht der Sinn nach Erholung ohne spanische Vokabeln und mit etwas mehr Komfort. San Marcos de Laguna am Lago de Atitlan heißt das Ziel und nach etwa 3 Stunden Fahrt und einer extrem steilen Abfahrt hinab zum See erreichen wir über eine schlechte Piste das schöne Anwesen Pasajcap. In traumhafter Lage am Ufer des Lago de Atitlan und mit super Blick auf die Vulkane hat der Franzose Pierre hier ein kleines Paradies mit tollem Garten, Bootsanleger, Hängematten und Grillplätzen geschaffen. Er vermietet chice Apartments und hat auch Platz für 2-3 Camper.

Auf dem See verkehren regelmäßig kleine Boote und die anderen Orte am Seeufer sind so leicht zu erreichen. Statt die bekannteste und größte Stadt Panajachel zu besuchen entscheiden wir uns für den kleineren Ort San Pedro de Laguna. Auch dort ist man auf Tourismus eingestellt und es wimmelt von Souvenirläden und Touranbietern. Wir können dem Charme einer jungen Einheimischen nicht widerstehen und kaufen eine kunterbunte, handbestickte Tischdecke. Den Kauf tätigen wir nicht ganz ohne Hintergedanken, denn sobald wir mit unserem neuen Souvenir winken und dies in der Hand umher tragen, lassen die teils lästigen (aber immer freundlichen) Verkäufer von uns ab. Im Ort wimmelt es von Backpackern, Yoga-Gurus und Touristen aus nah und fern. Beim Schlendern durch die steilen Gassen ertönen plötzlich zwei bekannte Stimmen – Madeleine und Ralf! Welch schöne Überraschung! Die Welt ein Dorf! Die beiden haben sich zwischenzeitlich einen Chihuahua zugelegt und reisen nun zu dritt. Leider ist der kleine Timi krank und hat zwei geschiente Vorderbeinchen. Das Wiedersehen feiern wir mit einem kühlen Bier, danach geht’s per Boot zu unseren Übernachtungsplätzen zurück. Wir sind gespannt, wann und wo wir uns erneut treffen!

Per Mail schwärmen wir Fiona und Matt von dem Platz vor und zwei Tage später stoßen die beiden Australier zu uns. Wir besuchen zusammen ein kleines Nachbardorf, zaubern abends leckeres Abendessen, trinken bis spät in die Nacht Bier und Wein und freuen uns über diese neue Freundschaft. Totally awesome ;-)  Gemeinsam wandern wir entlang schmaler, steiler Pfade zum kleinen Ort Santa Cruz. Der Weg bietet tolle Blicke auf den See und die Vulkane und führt durch schöne Landschaft. Unterwegs können wir bei einem Österreicher gutes Brot kaufen und köstliche Kässpätzle essen. Da fühlen wir uns fast wie in den Alpen! Zurück geht’s bequem per Boot. Viel zu schnell vergeht die Zeit und wir sind traurig, als wir uns von Fiona und Matt verabschieden. Da deren Route nach Norden führt werden wir uns wohl auf dieser Reise nicht mehr treffen – dafür hoffentlich irgendwann in Deutschland oder Australien!

In Pasajcap treffen wir auch Jana und Adi aus der Schweiz plus Hund und wir quatschen und lachen viel zusammen. Sie reisen leider auch in die entgegengesetzte Richtung.

Di

18

Mär

2014

Wir drücken die Schulbank - Antigua

Um die nächste Fahretappe kurz zu halten stoppen wir in Cóban, einer nicht-touristischen Stadt. Die Besichtigung einer renommierten Kaffee-Finca bleibt uns wegen Renovierungsarbeiten leider verwehrt und so landen wir stattdessen in einem neuen Einkaufszentrum à la USA. Es gibt jede Menge Läden namhafter Marken und wir schlürfen Cappuccino im modernsten McCafé aller Zeiten. Übernachten dürfen wir in Cóban im Parque Nacional Las Victorias, einem riesigen Waldschutzgebiet nahe der City.

Durch wunderschönes, grünes Hochland mit Kaffeeplantagen, extrem Steilhängen mit Maisfeldern und dann vorbei an Tomaten- und Gemüseanbaugebieten sowie Kiefern- und Laubwäldern geht es im stetigen Auf und Ab durch ein relativ sauberes Guatemala. Die Hauptstraßen sind gut befahrbar und der Verkehr hält sich in Grenzen. Je mehr wir uns jedoch Guatemala City nähern, desto trostloser, mülliger und unansehlicher wird die Umgebung. Staubtrocken ist es hier und Menschen, Tiere und Natur warten sehnsüchtig auf Regen. Die Straße nach „Guate City“ fällt teilweise extrem steil ab und wir hoffen, dass die Bremsen der anderen Verkehrsteilnehmer in ebenso gutem Zustand sind wie die unseres Landys… Und zum Glück sind die Straßen trocken, denn LKW, Busse und Autos sind mit Slicks unterwegs. Gutes Reifenprofil wird völlig überbewertet…Beängstigend.

Wir schaffen es, uns im Gewimmel der Großstadt nur 1 x zu verfahren und nach einer weiteren Stunde Fahrt erreichen wir „La Antigua“, einstige Hauptstadt Guatemalas und eine echte Perle. Eine schöne Kolonialstadt mit wunderbar restaurierten Gebäuden, Gassen mit Kopfsteinpflaster, toller Plaza und unzähligen Cafés und Restaurants. Antigua bildet auch den touristischen Mittelpunkt Guatemalas und wir vergleichen die Stadt mit San Miguel de Allende in Mexiko – glücklicherweise noch nicht ganz so stark in amerikanischer Hand.

In Antigua frönen wir nicht nur dem guten Essen und dem Müßiggang, nein, nein. Wir sind fleißig und besuchen 5 Tage lang die Sprachschule und lernen von 8 – 12 Uhr Spanisch, Einzelunterricht versteht sich. Wessen grandiose Idee war das eigentlich??? Zu Beginn ist das Lernen für uns ungewohnt und unsere Lehrerinnen Mirna und Silvia wirken etwas planlos. Die nächsten Tage steigern sie sich dann – oder wir?!? Auch lästige Hausaufgaben sind zu bewältigen und obwohl wir beide Fortschritte machen sind wir doch froh, als der Unterricht wieder vorbei ist. Zum Abschied laden wir die Damen auf eine echte deutsche Currywurst ein – sie sind begeistert. Neben Spanisch haben wir auch viel über die Menschen, die Kultur und das harte Leben in Guatemala gelernt und würden gerne die meckernden deutschen Hartz IV Empfänger mal zur Besinnung in dieses Land schicken.

In Antigua dürfen Camper auf dem Gelände der Tourismus-Polizei gastieren. Die Sanitäranlagen sind zwar grenzwertig aber der Platz ist sicher und gratis – kleine Spenden in Form von Naturalien lehnen die Diensthabenden jedoch nicht ab. Am ersten Tag befinden sich insgesamt 8 Reisefahrzeuge auf dem Platz, davon 6 aus Europa! Hier lernen wir u.a. Fabienne und Ivan kennen, die aus der Schweiz stammen, in Kanada wohnen, nun 6 Monate reisen und dann wieder 6 Monate arbeiten um dann wieder die Reise fortsetzen. Auch nicht übel! Es gibt viel zu erzählen und wir hoffen, dass wir uns irgendwann, irgendwo wieder treffen. Wir treffen auch Fiona und Matt wieder. Die beiden haben für mehrere Tage ein Hostel gebucht und wir haben bei mehreren gemeinsamen Abenden viel Spaß.

Insgesamt bleiben wir 7 Nächte in Antigua, obwohl offiziell auf dem Platz nur 5 Nächte erlaubt sind. Mit Hinweis auf unseren Sprachkurs und mehrfachem Vorsprechen dürfen wir dann 7 Nächte bleiben, frei nach dem Motto „Todo es posible“ – Alles ist möglich. Wir sollen unsere Visitenkarte auf die Bürotür des Polizeichefs kleben – als Werbung für den guten Service der Touri-Polizei. Machen wir gerne! Außerdem hinterlassen wir den Polizisten als Dankeschön eine Riesentorte und kühle Getränke, alkoholfrei versteht sich, denn auf dem Gelände herrscht Alkoholverbot und ähnlich einer altmodischen Jugendherberge müssen die Gäste brav um 22 Uhr und ohne Alkoholeinfluss im Camper sein.

Auf unsere Frage, ob ein bestimmter Wanderweg in der Nähe von Antigua sicher sei meint eine Polizistin übrigens mit hoch gezogenen Augenbrauen „Nada es seguro in Guatemala!“ – Nichts ist sicher in Guatemala. Na, das ist mal ermutigend…

Fr

14

Mär

2014

Lago Izabal, Aguas Calientes, Semuc Champey

Vom Lago Izabal, dem größten See Guatemalas, fließt bis zur karibischen Küste der rund 40 km lange Rio Dulce, der süße Fluß. Im Zentrum des gleichnamigen Ortes machen wir zwar eine längere Mittagspause, wollen aber aufgrund des mega Durchgangsverkehrs nicht hier nächtigen. Also suchen wir uns ein Nachtquartier am schönen See und werden einige Kilometer weiter bei der Finca Paraiso fündig, wo wir den Abend am Seeufer ausklingen lassen. Am nächsten Morgen besuchen wir dann gleich auf der anderen Straßenseite die "Cascadas Aguas Calientes", einen kühlen Gebirgsfluss, in den sich ein kochend heißer, leicht schwefelhaltiger Wasserfall ergießt. Ein kurzer Spaziergang durch den üppig wuchernden Wald und schon sehen wir die Dampfschwaden des Wasserfalls. Wir steigen ins lauwarme Wasser und je näher wir dem Wasserfall entgegen schwimmen, desto wärmer wird es und direkt am Wasserfall ist es dann kochend heiß. Während wir das Wechselbad zwischen heiß und kalt genießen, beißen uns immer wieder kleine, aber ziemlich freche Fische in die Waden. Tja, die Naturidylle hat auch hier wieder kleine Plagegeister.

Nach dem warmen Bad fahren wir durch das bergige Hinterland der "Sierra de Santa Cruz", in Richtung "Semuc Champey". Zwar ist auf unserer Karte keine Straße mehr verzeichnet, aber gleich 2 Personen sichern uns zu, dass extra für die Touristen eine Straße nach Lanquin gebaut wurde. Na dann los – schließlich fahren wir ja einen Landy und damit sollte das also zu schaffen sein. Kurz hinter der Abzweigung stellt sich die Straße für Touristen dann aber als ziemliche Rumpelstrecke heraus und führt über unzählige Hügelketten durch fantastisch-grünes Hinterland, vorbei an kleinen Dörfern und primitivsten Behausungen. So viel ist sicher: Hier kommen nur wenige Touristen vorbei! Die Indios starren uns allesamt neugierig an und ein Vater zeigt seinem Sohn ganz aufgeregt unser abenteuerliches Gefährt mit den hellhäutigen Insassen. Sobald wir den Menschen zuwinken verändert sich ihr Gesichtsausdruck zu einem breiten Lächeln und sie winken uns freudig zurück, oder pfeifen zur Begrüßung. Über vier Stunden rumpeln wir scheinbar endlos bergauf und bergab und bezeichnen unseren Ausflug als Jeep-Safari. Endlich im Ort Lanquin angekommen wähnen wir uns schon am Ziel, doch „Semuc Champey“ liegt noch weitere 9 km tiefer im Urwald. Im Reiseführer wird die Straße als katastrophal bezeichnet – das hätten wir ernst nehmen sollen. Die Piste (Straße oder Weg kann man wirklich nicht sagen) bringt Mensch und Material dann so ziemlich an die Grenzen. In etlichen Kurven geht es auf einem schmalen Weg dann steil hinab – mit Gegenverkehr versteht sich - und so brauchen wir gut 1 Stunde für dieses letzte Stück. Blöderweise kommen wir erst bei Einbruch der Dunkelheit an und der von anderen Reisenden angepriesene Parkplatz als Übernachtungsgelegenheit sagt uns nach dieser Höllenfahrt gar nicht zu. Wir parken wieder aus und können zum Glück im nur 30 m entfernten Hostel für nur 30 Quetzales auf dem Parkplatz im Garten unter wunderschönen Kakaobäumen übernachten. Außerdem bietet das Hostel eine gemütliche Terrasse, leckeres Essen zu günstigen Preisen und eisgekühltes Bier. Das haben wir uns redlich verdient! Der Landy darf nun auch verschnaufen und hat sich wirklich tapfer geschlagen – schließlich wuchtet er die voll beladene Kabine durch dieses Terrain.

Am nächsten Tag sind wir dann ganz gespannt auf das Naturwunder „Semuc Champey“, was so viel bedeutet wie „dort wo der Fluss in der Erde verschwindet“. Wir wandern zum Aussichtspunkt „Miradores“ und staunen nicht schlecht! Ein sagenhafter Blick ins grüne Tal und den durch die Schlucht fließenden „Rio Cabahon". Am Anfang einer 400 Meter langen Kalksteinplatte hat sich der Fluss in etlichen Jahren ein neues, unterirdisches Flussbett geschaffen, also der Punkt, wo der Fluss in der Erde verschwindet. Überirdisch befinden sich dann auf der „Landbrücke“ etliche Kalksteinterrassen, von denen das klare Wasser treppenförmig in natürliche Pools fließt. In diesem grün/blau schimmernden Naturphänomen baden wir vormittags und nachmittags nochmal und genießen den wolkenlosen Tag. Wer hat da schon Bock gleich wieder zu fahren? Also hängen wir noch eine Nacht dran und genießen die herrliche Umgebung von Semuc Champey. Vergessen sind die Strapazen der Anreise – zumindest bis zur Abreise ;-) Derart beeindruckt von dem Naturspektakel empfinden wir die 9 km Rückfahrt bis nach Lanquin dann nicht mehr ganz so schlimm.

Mi

12

Mär

2014

Finca Ixobal – Entspannen und Ausreiten

Der gestrige Tag war anstrengend, deshalb entspannen und genießen wir die Ruhe auf dem großzügigen Anwesen der Finca. Unser Kühlschrank ist gut gefüllt und nach einem ausgedehnten Frühstück mit Schinken "Schwarzwälder Art", Mehrkorn-Toast, Orangensaft und zwei Cappuccino kommen wir langsam in die Gänge. Wir lernen Fiona und Matt aus Australien kennen, die mit Motorrädern die PanAmericana von Süd nach Nord bereisen. Wir tauschen intensiv Reiseerfahrungen aus und stellen fest: Sehr angenehme Gesprächspartner diese Aussis.

Während Torsten das Internet Orakel nach Reisetipps befragt, entscheide ich mich spontan zu einem Ausritt. Da ich die einzige Interessierte bin, schöpfe ich Hoffnung auf einen "flotten" Ritt. Damit ich auf gar keinen Fall einen lahmarschigen Gaul zugeteilt bekomme mache ich in Spanisch und Englisch klar, dass ich eine erfahrene Reiterin bin und ein temperamentvolles Pferd reiten möchte. Mein Wunsch wird wohlwollend entgegen genommen und mir wird „eine echte Herausforderung“ versprochen. Ob ich mich da mal nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt habe? Eine Stunde später soll es los gehen. Kurz aufkommende Zweifel vergehen schnell, denn beim Anblick zweier gesattelter Pferde frage ich mich schon, wo denn bitte das mir versprochene wilde Ungestüm sein soll?! „Bronze“ heißt mein Pferd - der kleine, wohl genährte Fuchswallach ist keineswegs Fury sondern eher Typ Schlaftablette. Seine Hufe sind ziemlich ausgefranst, er lässt den Knopf hängen und trottet ganz gemütlich dem vorausreitenden Fernando und der Schimmelstute hinterher. Ein Weidetor wird uns von einem uniformierten und schwer bewaffneten Militär freundlich geöffnet. Fernando kommentiert dies nicht. Von einem Hügel mit guter Aussicht demonstriert er mir die Größe der Finca und die umliegenden Orte. In einem riesigen Umkreis prägen Kiefernwälder, Wiesen und hoch aufragende Hügel das Bild. Der Boden ist steinig und „Bronze“ sucht mangels Hufeisen lieber weichen Untergrund. Im Schritttempo geht es durch dichtes Gestrüpp und wir treffen indigene Frauen mit kleinen Kindern, die auf der Suche nach Feuerholz sind, welches sie in kleinen Bündeln mühselig nach Hause tragen. „Bronze“ hat es nicht gerade eilig und weder meine aufmunternde Stimme noch das Schnalzen mit der Zunge beeindrucken ihn. Ohne stetiges Antreiben mit meinen Beinen oder einem aufmunternden Schlag mit dem Zügelende auf sein Hinterteil zockelt er wie ein Komapatient umher. Die Herausforderung besteht also für mich darin, dieses arme Tier überhaupt zur Bewegung zu animieren. Ok, mit mehr als 15 (!) vollgesogenen Zecken im Ohr würde ich mich vermutlich auch schlapp fühlen. Ich habe Mitleid mit „Bronze“ und bin erstaunt, dass ich ihn wundersamerweise auf weicherem Boden doch noch zum Galopp ermuntern kann und wir nun auf kurzen Passagen ein schnelleres Tempo einlegen. Immerhin habe ich jetzt annähernd das Gefühl zu reiten. Die überaus grüne Natur hat Orchideen und Passionsblumen zu bieten und die waldigen Abschnitte erinnern mich ein klein wenig an Zuhause, die Eifel. Während des zweistündigen Ausritts kommen Erinnerungen in mir hoch:

Wie toll meine Heimat zum Reiten ist! Herrliche Mischwälder mit frühlingsgrünen Blättern oder buntem Herbstlaub, kahle Äste im Winter oder schneebedeckte Tannenspitzen, abwechslungsreiches Gelände und unzählige Möglichkeiten an Wegen. Schade nur, dass ich in den vergangenen Jahren viel zu wenig Zeit zum Ausreiten hatte! So ist mein einst liebstes Hobby stark in den Hintergrund geraten. Ich schwelge in Erinnerungen an meine eigenen Pferde, die mit unbändiger Energie, forschem Schritt und temperamentvollem Galopp und stets wachen Augen mit mir die Eifel erkundet haben. Ach, das war eine tolle Zeit!!! Ein bisschen Nostalgie darf sein, oder?!

Di

11

Mär

2014

Zentrum der Maya Kultur - Tikal

Unsere Einreise von Belize nach Guatemala verläuft völlig entspannt. Ohne Probleme bekommen wir ein 3 Monate Visum (gilt auch für El Salvador, Honduras und Nicaragua), lassen Gypsy gegen was auch immer besprühen, erhalten einen Pass-Eintrag für das Auto, lassen die gewünschten Kopien machen, wechseln bei einem der vielen Geldwechsler noch ein paar Mex. Pesos und Belize Dollar in Quetzales um und nach erfreulichen 2 Stunden geht es auch schon weiter.

Im Grenzort „Melchor de Mencos“ essen wir ein glückliches aber nun gegrilltes Huhn zu Mittag, machen erste Besorgungen  und schenken einer armen Frau ohne Schuhe ein Paar Crocs, und zwar ohne dass bei Doris ein Schuh-Notstand ausbricht. Die Fahrt im nördlichsten Bundesland Petén führt uns auf guter Straße durch schöne, üppig-grüne Landschaft zu unserem ersten Ziel, der berühmten Maya-Stätte Tikal. Schon am frühen Nachmittag erreichen wir den letzten Ort vor dem Nationalpark und da die Eintrittskarte nach 16:00 Uhr auch für den Folgetag gilt, machen wir vorher noch eine schöne Rast am Lago Petén Itza und genießen unser erstes Guatemaltekisches Bier „Gallo“. Sehr zur Freude von Torsten läuft im TV gerade Champions League und der Kellner schaltet ohne zu Zögern auf das Spiel von Bayern um. Wie nett!

Gut gelaunt (Bayern hat mal wieder souverän gewonnen) geht’s dann weiter zum Parkeingang. Die Mayastätte Tikal liegt ca. 20 km hinter der Schranke und praktischerweise befindet sich die Campingwiese direkt vor dem Eingang zur Tempelanlage. Wir haben also noch ausreichend Zeit einen Teil der Maya-Stätte bei Sonnenuntergang zu erkunden.

Tikal gilt als die ehemalige Hauptstadt der Mayas (vor über 2000 Jahren) und die Anlage liegt inmitten des dichten Dschungels. Überall zwitschert, kreischt und raschelt es. Ohne große Suche sehen wir eine Horde Brüllaffen in den Baumwipfeln herumtoben und knallgrüne Papageien fliegen über unsere Köpfe. Mit der wunderschönen Maya-Stätte als Kulisse ist das besser als jeder Zoo – Urwald pur. Vom Zentralplatz aus besteigen wir den Tempel I und genießen den Sonnenuntergang, sitzen oder stehen wir auf dem Tempel doch praktisch Auge in Auge mit der Tierwelt und der Geräuschpegel übertönt sogar unsere Worte. Aber wozu auch reden – wir saugen diese tolle Stimmung voll und ganz in uns auf.

Nach einer Nacht mit Brüllaffen-Konzert geht es am nächsten Tag schon um 6:00 Uhr los. Wir wollen den Sonnenaufgang vom Tempel IV aus sehen, dem mit 44 Metern höchsten Bauwerk der Anlage. Leider tut sich die Sonne recht schwer den Morgennebel des Dschungels zu durchbrechen. Trotzdem ist herrlich einfach auf dem Tempel zu sitzen und den Stimmen der Tiere zu horchen, denn die sind um diese Zeit sehr aktiv. Außerdem ist der Besucherandrang noch überschaubar. Wir verbringen knappe 6 Stunden in der großen, sehr gut erhaltenen, interessanten Tempelanlage und bewundern lautstarke Brüllaffen, gelenkige Spider Monkeys, kreischende Papageien, bunte Tukane, farbenprächtigen Truthähne und beobachten auch noch eine große Familie "Bisotes", die zur Gattung der Nasenbären gehören. Ganz schön exotisch hier!

Nachmittags ziehen wir weiter bis nach Flores, wo wir nur schnell eine Autoversicherung (Guatemala bis Nicaragua) abschließen wollen. Schnell geht es im Versicherungsbüro allerdings nicht zu und mit einer himmlischen Ruhe tippt die junge Dame die Fahrzeugdaten ab, korrigiert diese dann in noch größerer Ruhe und nach einer gefühlten Ewigkeit erhalten wir die Police. Folglich kommen wir erst kurz nach Einbruch der Dunkelheit auf der Finca Ixobel bei Poptun an.

Di

11

Mär

2014

Guatemala

Zum Anfang mal wieder ein kurzer Blick in die Erdkunde- und Geschichtsbücher. Die Landfläche von Guatemala misst ca. 1/3 der Größe von Deutschland und mit ca. 14 Mio. Einwohnern ist das Land relativ dünn besiedelt. Erst Anfang der 90iger Jahre endete der 30jährige Bürgerkrieg in Guatemala. Seit dem bemüht sich das Land aufrichtig zur Normalität zurückzukehren und innere Stabilität zu erlangen. Dies ist deutlich sichtbar, denn an vielen Straßenecken und vor Geschäften und natürlich Banken steht schwer bewaffnetes Sicherheitspersonal. Trotzdem oder gerade deswegen fühlen wir uns als Touristen recht sicher im Land und können mit ein paar Einschränkungen unbeschwert reisen. Sicherheitshinweise von Einheimischen beachten wir jedoch sorgfältig, denn die Leute vor Ort haben ja bekanntlich die besten Informationen. So fahren wir beispielsweise an einem Tag einen größeren Umweg, weil uns mehrere Einheimische vor einer gut ausgebauten Straße warnen!