Mi

05

Mär

2014

San Ignacio

 

Zurück via Hummingbird Highway und den Western Highway gelangen wir nach San Ignacio. Unser Übernachtungsplatz für die nächsten Tage ist das River Park Inn (ehemals Kosmos Camping), nur 10 Gehminuten vom Zentrum entfernt. Der Besitzer „Bing“ sieht aus wie ein Chinese, beteuert aber ein echter Maya zu sein und bietet auf seinem schönen, großen Grundstück nicht nur Camping an (20 B$ pro Nacht), sondern auch einen Wäscheservice und eine Schneiderei und flickt preiswert ein Paar Shorts.

In San Ignacio haben wir einen wichtigen Anlaufpunkt: den Land Rover Fachmann Graham, der hier seit über 8 Jahren eine Werkstatt betreibt und sich ausschließlich auf Land Rover Defender spezialisiert hat und alle wichtigen Ersatzteile auf Lager hat. Nachdem wir unser Haus vom Landy abgesetzt haben steht der Inspektion nichts mehr im Wege. Auf unserer Liste stehen schon die Bremsbeläge, Stoßdämpfer und einige der üblichen Wartungsarbeiten. Nach der Durchsicht durch Graham wird die Liste um Radlagerdichtung und diverse Gummilagerungen erweitert. Aber zum Glück alles nur Kleinigkeiten und unter „Verschleiß“ zu verbuchen. Alles im allem wird unserem Landy mal wieder ein sehr guter Zustand attestiert, was uns natürlich sehr erleichtert und erfreut. Glücklicherweise kann Graham die Arbeiten für den nächsten Nachmittag einschieben.

Morgens um 7 Uhr verfolgen wir den spektakulären Start des weltberühmten Ruta Maya Kanu Rennens. Das Rennen von San Ignacio bis nach Belize City dauert 4 Tage und am Flußufer scheint die ganze Stadt auf den Beinen zu sein und die Fans feuern ihre Teams an. Das Spektakel ist jedoch schnell vorbei denn sobald die Kanus aus dem Blickwinkel verschwunden sind, kehrt wieder karibisch-entspannte Ruhe ein.

Später erkunden wir noch das nah gelegene Spanish Lookout, eine große, moderne Mennoniten Siedlung, welche mit einer handbetriebenen Fähre über den Fluss erreichbar ist. Hier ist ganz offensichtlich der Wohlstand eingetroffen und wir wähnen uns eher in den USA als in Belize. Die Mennoniten tragen zwar noch ihre Tracht und sprechen ihre eigene Sprache (sie nennen es „Low German“), aber ansonsten erinnert hier nichts an ein einfaches Leben ohne Technik oder Fortschritt. So viele neue und protzige Autos haben wir seit Langem nicht mehr gesehen und zu kaufen gibt es alles, was das Herz begehrt. Kein Wunder, dass diese modernen Mennoniten von den Belizianern gerne Moneynites genannt werden.

 

Zurück bei Graham in der Werkstatt geht es pünktlich um 13:00 Uhr los und bis zu 3 Personen schrauben gleichzeitig am Landy herum. Trotz diverser Mittelchen weigern sich fast alle Schrauben hartnäckig bis zur letzten Windung. Das Lösen wird zur echten Keulerei und auch Belizianer können richtig schwitzen! Da die Bremskolben nur schwer wieder in die Originalstellung zurück wollen reichen die angesetzten 4 Stunden leider nicht aus und so ist es schon dunkel, als der Landy wieder auf festem Boden zum stehen kommt. Aber alle Arbeiten sind erledigt und somit steht der Weiterfahrt am Montag nach Guatemala ja nichts mehr im Wege…Denken wir…

Denn dieser Plan währt nicht lange. Bei der Rückfahrt merken wir sofort, dass das Auto leicht nach rechts zieht und das Lenkrad nicht mehr gerade steht. Irgendetwas stimmt nicht. Ein kurzer Blick am nächsten Morgen bei Tageslicht bestätigt den Verdacht: Die Lenkstange hat auf einmal einen Knick, der vorher nicht da war und auch definitiv nicht dort hingehört! Da müssen wir wohl die Ausreise verschieben, denn nun ist Wochenende und am Montag ist Feiertag. Zum Glück treffen wir Graham samstags auf dem Markt und schildern das Problem. Er hat zwar spontan keine Erklärung parat, aber am Dienstag um 08:00 Uhr will er den Schaden wieder beheben.

 

In der Mittagshitze fahren wir dann mit den Fahrrädern los, um einem heißen Tipp zu folgen: Das deutsche Paar Claudia & Franklin ist vor etwa 4 Jahren nach Belize ausgewandert und betreibt am Ortsrand von San Ignacio ein stilvolles Gästehaus mit schönen Cabanas. Claudia hat sich außerdem ein Namen als hervorragende Bäckerin gemacht und verkauft selbst gebackenes Brot und Brötchen! Also radeln wir mehrere Kilometer durch das Hügelland zum wunderschönen Anwesen www.vanilla-hills.com Claudia und Franklin empfangen uns super freundlich, nehmen sich sofort Zeit für uns und sind äußerst angenehme, interessante und nette Gesprächspartner. Wir verbringen einen herrlichen Nachmittag mit den beiden und werden noch zu einer Brotzeitzeit mit fantastischen Weltmeister- und Laugenbrötchen, köstlichem selbstgemachten Brie und weiteren Leckerbissen eingeladen! So leckere Brötchen hatten wir nun schon seit 10 Monaten nicht mehr. Eine tolle Erfahrung als „Fremder“ wie ein „Freund“ behandelt zu werden. Das sind genau das „Menschliche“ und die „Gelassenheit“, die im deutschen Alltagsstress zu oft verloren gehen. Schön, dass wir ein Stück davon hier wieder finden J. Vielen lieben Dank für diese außergewöhnliche Gastfreundschaft!!!

 

Am „langen Wochenende“ erfreut sich der Landy (befreit von der Kabine) über eine lange Ausfahrt über die extrem holprige Dirt Road in die Mountain Pine Ridge, einem großen Kiefernwaldgebiet. Dank dem Landy ist die Erkundung der „Rio on Pools“ und des „Big Rock Falls“ für uns diesmal nicht anstrengend – aber das Bad in den Pools genießen wir natürlich trotzdem! Wir erkunden noch die kleine, schöne Maya Stätte Xunantunich (sprich Shoo-nan-too-nich), die in der Zeit 200-900 nChr. entstanden ist und erblicken von der Pyramide das wunderbar grüne Belize und sehen bereits die Grenze zu Guatemala.

Abends schlemmen wir im Restaurant Ka-ox Han-nah und treffen dort ein nettes Paar aus Kanada, welches wir schon mehrfach in Belize getroffen haben. Außerdem bereiten wir uns auf den Grenzübertritt nach Guatemala vor. Ja, so ein langes Wochenende ist einfach zu kurz…J.

 

Am Dienstag stehen wir dann um 08:00 Uhr wieder bei Graham auf der Matte. Die Erklärung für die verbogene Lenkstange ist ganz einfach: Beim Herunterlassen des Fahrzeuges hat der „Lehrling“ den Wagenheber wohl falsch angesetzt. Na ja, sollte nicht passieren, aber es war schon dunkel und so ist das eben in Belize. Und Belize ist einfach in jeder Hinsicht UnBELIZEable. Nach 1 Stunde sind alle Restarbeiten erledigt und auf geht’s in Richtung Grenze.

 

Di

04

Mär

2014

Mayflower Bocawina National Park

Wir verlassen die Küste in nördliche Richtung, biegen bei Silk Grass links in den Mayflower Bocawina National Park ab und rumpeln über die 8 km lange Zufahrtsstraße zum Park. Der junge Park Ranger Israel erklärt mit Freude und Stolz die Wandermöglichkeiten zu verschiedenen Wasserfällen und den Überresten von Maya Ruinen. Obwohl es schwül-heiß ist wandern wir los. Der Weg führt durch wunderschönen Regenwald mit riesigen Palmen, Lianen, Bananenstauden, Farnen und über mehrere Hundert Stufen und mittels Seilen abgesicherte Steilpassagen zum Antelope Wasserfall. Kurz vor dem Wasserfall kommen wir noch zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man bis zur Karibik schauen kann und dann ist es geschafft und wir erreichen den sehenswerten Antelope Falls. Inzwischen haben wir gelernt, die Wanderungen nicht mehr in Kilometern oder Stunden zu messen, denn bei dem für uns ungewohnten Klima schwitzen wir bei der kleinsten Anstrengung. Unsere Klamotten sind völlig durchgeschwitzt und wir sind froh Badesachen dabei zu haben um im Pool des Wasserfalls zu baden. Herrlich erfrischend!

Fr

28

Feb

2014

Placencia

Als südlichsten Punkt unserer Reise durch Belize wählen wir Placencia aus. Der Ort liegt auf einer Halbinsel und gilt wohl als touristischster Küstenort auf dem Festland von Belize. In knapp einer Stunde Fahrt von Hopkins erreichen wir die Halbinsel und sehen Prachtvillen mit tollen Gärten und schicken Autos, außerdem in Bau befindliche Ressorts und alles ist fein herausgeputzt. Wir haben das Gefühl durch eine Siedlung in Florida zu fahren. Hier wohnen und urlauben keine Einheimischen sondern ausschließlich Nordamerikaner und ein paar Europäer. Jedoch stehen fast alle Anwesen zum Verkauf und es sind nur wenige Bewohner zu sehen. Das ist nicht das wahre Belize und wir wollen schon fast wieder umkehren. Einige Kilometer weiter wandelt sich dann das Bild zum krassen Gegenteil: Armenviertel! Windschiefe Holzbaracken reihen sich auf staubiger Erde dicht aneinander, hierin leben mehrköpfige Familien, umgeben von freilaufenden Hühnern und Hunden. Statt Autos stehen hier alte Drahtesel vor der Tür - sofern die Hütte eine Tür hat. Aber Kinder und Erwachsene lachen gemeinsam und wirken glücklich. Zugegeben, hier wollen wir auch nicht bleiben. Also fahren wir noch ein Stück weiter und erreichen dann den Ort Placencia. Hier finden wir einen angenehmen Mix aus Einheimischen und Touristen, bunte Holzhäuser in einfacher bis guter Ausstattung, Cafés, Restaurants, kleine Supermärkte und karibisches Flair. Was wir nicht finden ist ein Campingplatz. Dank vorheriger Recherche haben wir Plan B parat und fragen an der Polizeistation nach einem geeigneten Platz. Unisono antworten drei Polizisten, dass wir gerne auf dem öffentlichen Parkplatz gleich gegenüber campen können - mit 24 h Bewachung. Das ist genau das, was wir hören wollen und schon nehmen wir unseren Stellplatz ein, etwa 40 m vom Strand und einigen schönen Beach Bars entfernt. Camping im Ortskern und nachts erstaunlich ruhig. Zwar kein superschöner Platz aber sicher und kostenlos. Nach einem Ortsrundgang, der Happy Hour an der Tipsy Tuna Bar und einem guten Abendessen mit Live Musik finden wir Gefallen an Placencia. Freundlich-fröhliche Menschen, bunte Häuser, Reggae Musik, gutes Essen und Trinken und dazu noch Sonne und Strand - was wollen wir mehr?

Am nächsten Tag lernen wir Anja und Ralf aus Deutschland kennen. Die beiden machen zum zweiten mal Urlaub in Belize, parken ihren Mietwagen neben uns und wundern sich über den Landy aus Deutschland. Zuhause haben die beiden ebenfalls einen Defender und wir kommen rasch ins Gespräch und verabreden uns zum Abendessen in der Barefoot Bar am Strand. Obwohl die beiden schon ewig auf den Beinen und erst vor wenigen Stunden angekommen sind, verbringen wir einen langen, unterhaltsamen und lustigen Abend miteinander. Als echte Kneipen- und Biergartenbetreiber in Hilden sind die beiden praxiserprobt! Und weil es so schön mit den beiden ist, treffen wir uns natürlich wieder und unternehmen zusammen einen Schnorcheltrip. Die rasante Bootsfahrt in einer stark motorisierten Nussschale geht weit über das türkisfarbene Meer der Karibik zum Silk Caye, einem der vielen vorgelagerten Cayes am zweitgrößten Riff der Erde. Silk Caye ist ein winziges Eiland ohne Einwohner, dafür hat es 14 Kokospalmen, weißen Sandstrand und das Wasser ist wie eine Badewanne, in der Doris es sich als Nicht-Schnorchler bequem macht. Torsten hingegen ist begeistert von der Unterwasserwelt: Riesige Korallen und bunte Fische wo man nur hinschaut. Ein Aquarium könnte nicht schöner gestaltet sein!

Nach einem kurzen Mittagssnack geht es dann zum zweiten Schnorchelgang nah an das Riff heran. Dort gibt es bereits vom Boot aus riesige Rochen, eine unglaublich große Wasserschildkröte und bunte Fische zu sehen. Beim Schnorcheln sind dann reichlich Meeresbewohner zu sehen und ein kleiner Hai gibt sich auch noch die Ehre. Ein herrlicher Ausflug! Den Abend verbringen wir gemeinsam mit Anja und Ralf und lassen es uns bei Bier und Burgern an der Beach Bar gut gehen.

Nach vier Nächten auf dem Parkplatz bei der Polizei und Temperaturen über 30°C machen wir uns dann wieder auf die Reise. Anja und Ralf reisen noch ein paar Tage nach Caye Caulker - wir wünschen maximale Entspannung und hoffen auf ein Wiedersehen in Good Old Germany!!!

Fr

28

Feb

2014

Cockscomb Basin & Wildlife Sanctuary

Auf dem Weg weiter südwärts biegen wir auf eine 10 km lange Schotterpiste zum Cockscomb Basin & Wildlife Sanctuary ab. Dieses Naturschutzgebiet ist die Heimat von wild lebenden Jaguaren und Tapiren und liegt mitten im Dschungel. Hier starten wir zu einer schweißtreibenden Wanderung auf dem schön angelegten Tiger Fern Trail zu einem tollen „Doppel-Wasserfall“. Als Belohnung wartet mal wieder ein erfrischendes Bad auf uns, mitten im Urwald unter Palmen und Lianen. Auf der Wanderung durch den sehr dichten und lebendigen Urwald zirpt, raschelt, knackt, zwitschert und bewegt sich ständig etwas. Einfach fantastisch die Geräuschkulisse zu verfolgen und das ein oder andere Tier zu erspähen. Natur pur! Jaguar und Tapir lassen sich aber leider nicht blicken.

Mi

26

Feb

2014

Hopkins

Erst Mittags können wir uns vom Hummingbird Haven losreißen um dann an die Küste nach Hopkins zu fahren. Hopkins gilt als „Hippie- und Auswanderer-Ort“ und ist über 5 km Rumpelpiste zu erreichen. Die Straße wird nach über 10 Jahren „Versprechen“ nun tatsächlich ausgebaut. In Hopkins angekommen suchen wir mehrere vermeintliche Stellplätze auf, die uns aber entweder nicht zusagen, nicht mehr existieren oder keine Camper mehr beherbergen wollen. Während wir also einen Übernachtungsplatz suchen treffen wir zufällig auf Gisela und Kalle! Was für eine Überraschung, wähnen wir die beiden doch in Guatemala oder Mexiko. Wir beratschlagen uns bezüglich einem Stellplatz als ein Auto neben uns anhält und eine Frau auf Deutsch fragt, ob wir Hilfe brauchen. Einen geeigneten Campingplatz brauchen wir. Da fackelt Cory nicht lange, greift zum Handy, spricht mit irgendjemand und sagt, wir sollen ihr folgen, sie hat einen sicheren Stellplatz für uns. Gesagt, getan. Und so landen wir bei Cory`s Nachbarn, den Kanadiern Lynette und Bruce, die uns freundlicherweise auf ihrem Grundstück übernachten lassen. Wie nett ist das denn? Das möchten wir mal in Deutschland erleben, dass jemand zwei wildfremde, ausländische Wohnmobile auf seinem Grund und Boden campieren lässt. Cory (geborene Holländerin) reserviert uns zum Abendessen einen Tisch in ihrem Restaurant – zufälligerweise genau jenes, welches wir unbedingt besuchen wollen! Also gehen wir zu viert in „Chef Rob’s Gourmet Café“ zum Abendessen und genießen in gediegener Atmosphäre ein wunderbares 4 Gänge Menü zum Preis von jeweils 59 B$ / 79 B$.

Morgens verabschieden wir uns von Gisela und Kalle, die weiter gen Mexiko reisen. Wir beiden bleiben noch, gehen zum Strand, gucken uns den Fluss Sittee River an, fahren und laufen noch ein wenig durch Hopkins. Abends laden wir Lynette und Bruce auf ein paar Getränke ein und verbringen einen sehr netten und unterhaltsamen Abend mit den beiden. Thank you so much!!!

Hopkins selbst hat uns mittelmäßig gefallen, denn der echte Ortskern ist klein und etwas herunter gekommen. Dafür gibt es in der Ortsverlängerung eine regelrechte Kolonie von Auswanderern, chicen Restaurants und Hotels. Aber überall sind die Menschen freundlich und die Einheimischen strahlen wie überall in Belize pure Lebensfreude aus.

So

23

Feb

2014

Baboon Sanctuary - Belize Zoo – Blue Hole National Park

In Ladyville wird das Belikin Bier nach deutscher Braukunst hergestellt und spaßeshalber wollen wir uns die Brauerei anschauen, doch sonntags ist leider geschlossen. Stattdessen stoppen wir an einem der Supermärkte, welche in Belize zu 90% in chinesischer Hand sind. In Belize ist alles etwas teurer als in Mexiko, jedoch ist es nicht so dramatisch, wie es uns von vielen anderen Reisenden geschildert wurde. Aber ausgerechnet Chips sind wirklich unverschämt teuer! Kostet doch eine Tüte umgerechnet etwa 4 €! Da bleiben selbst wir Chips-süchtigen standhaft. Danach lassen wir an einer Gas-Station problemlos unsere leere Gasflasche auffüllen und sind somit wieder für eine Weile versorgt. Mittags erreichen wir in Bermudian Landing das Baboon Wildlife Sanctuary, wo angeblich ca. 1000 Brüllaffen in einem geschützten Gebiet in freier Natur leben. Das Land wird von der dortigen Gemeinde zur Verfügung gestellt und die Einnahmen kommen dieser Gemeinde und natürlich dem Tierschutz zu Gute. Beschäftigt sind hier (fast) ausschließlich Frauen, die als Guide arbeiten und die Touristen zu den Brüllaffen führen. Nach ein paar Minuten erreichen wir eine Stelle im Wald, wo oben in den Wipfeln eine kleine Affenfamilie herumturnt. Unsere Führerin ahmt den Ruf der männlichen Brüllaffen nach und lockt so zwei junge Affen herab, damit wir die Tiere aus der Nähe betrachten können. Danach geht es auch schon wieder zurück zum Eingang – wir sind etwas enttäuscht und haben gehofft, noch weitere Affen zu sehen. Wir betrachten den Eintritt in Höhe von 14 B$ pro Person als Spende und machen uns weiter auf den Weg zum Zoo.

Dort beziehen wir unseren empfehlenswerten Campingplatz (super Duschen!) im gegenüberliegenden TEC (Tropical Education Center). Das Gelände ist wunderschön und bietet diverse kleine Trails durch den Dschungel und die Savanne. Wir laufen nahezu alle Wege ab, beobachten exotische Vögel und bewundern die Vielfalt der Pflanzen, so zum Beispiel auch Kiefern (Caribbean Pine), die hier im Wechsel mit diversen Palmen zu sehen sind.


Nach einer Nacht mit Vogel- und Brüllaffen-Geschrei besichtigen wir morgens den Zoo, der nur heimische Tiere beherbergt und einen großen Beitrag zum Artenschutz leistet. Wir streifen gemütlich durch das Gelände und sehen Papageien, verschiedene Greifvögel, Krokodile, Brüllaffen, Spider Monkeys, Tapire, einen Jaguar und noch so einiges mehr.

Anschließend fahren wir zum Blue Hole National Park und werfen einen Blick in die finstere St. Herman‘s Cave. Wandern spontan bei feucht-heißem Wetter noch durch den Dschungel zum Outlook Tower und erfahren mal wieder das 4 km wandern im Urwald einfach anstrengender sind als in unseren heimischen Gefilden. Umso schöner, dass gleich darauf im Blue Hole, einer kleinen Cenote mit schönem, klaren Wasser ein erfrischendes Bad auf uns wartet. Herrlich abgekühlt treten wir die Weiterfahrt über den Hummingbird Highway an – für uns die schönste Straße des Landes. Sie führt durch Hügelland, üppigen Regenwald, riesige Zitrusfelder und ist die reinste Augenweide. Am Straßenrand sehen wir zufällig das Schild „Hummingbird Haven – Camping & Swimming“ und wir beschließen hier die Nacht zu verbringen. Das Gelände ist ein Garten Eden und liegt zudem an einem glasklaren Fluss, in dem es sich herrlich baden lässt. Das Gelände gehört zu einer „Community“, dessen Konzept wir zwar nur teilweise verstehen, aber wir dürfen als Camper gegen einen Kostenbeitrag von 15 B$ pro Person am gemeinsamen Abendessen teilnehmen. Es gibt ein vegetarisches Gericht mit „Bush Meat“, einer heimischen Pflanze, die in Verbindung mit weiterem Gemüse und Tortillas ganz lecker schmeckt.

Wir bleiben noch eine weitere Nacht und vergnügen uns den nächsten Tag mit Baden im Fluss, Speedminton spielen trotz 30°C und relaxen in der traumhaften Umgebung. Einen Makel hat das Paradies jedoch: es gibt fiese Biting Flies.

 

Fr

21

Feb

2014

Belize City

Auf geht’s zur ehemaligen Landeshauptstadt Belize City. Ehemalig deshalb, weil Belize City immer wieder von Hurrikanen heimgesucht und zerstört wird und die Regierung irgendwann beschlossen hat, die Hauptstadt weiter ins Landesinnere nach Belmopan zu verlegen. In Belize City gibt es jedoch nicht wirklich etwas Interessantes zu sehen. Wir schlendern zwar durch Downtown, essen in einem kleinen Lokal in der Nähe der Schulen und beobachten die gut gelaunten Kinder und Jugendlichen in ihren strahlend weißen Schuluniformen. Ansonsten ist die Stadt quirlig, ziemlich schäbig, staubig und Armut, Drogen- und Alkoholprobleme sind offensichtlich. Die Menschen sind freundlich und neugierig, aber bei Dunkelheit wollen wir uns hier besser nicht aufhalten und so nehmen wir zeitnah den Bus zurück zu unserem Campingplatz. der einige Kilometer außerhalb liegt. Der Bus ist schon gut gefüllt und während wir dem Fahrer vorsorglich erklären, wo wir aussteigen wollen, meint er locker, dass sei in Ordnung, aber wir sollen sehen dass wir einen Sitzplatz bekommen. Denn während dessen huschen gut und gerne weitere 10 Personen in den Bus (zum Bezahlen kommt jemand im Bus vorbei und sammelt das Geld ein) und wir beide finden nur deswegen einen Sitzplatz, weil uns ein junges Mädel zu dritt in der Bank sitzen lässt. Sie erklärt uns, dass in Belize alle Passagiere während der Fahrt sitzen müssen und der Fahrer im Falle einer Kontrolle eine hohe Strafe erhält und die betroffenen Fahrgäste auch mitten auf der Straße wieder aussteigen müssen. Diese Kontrollen finden jedoch nur in und um Belize City statt – im Rest des Landes fahren die Busse voll gequetscht umher.

Unser Campingplatz für zwei Nächte ist die Old Belize Marina, also der Jachthafen. Dort können wir direkt am karibischen Meer stehen und die Abendbrise genießen, free WiFi nutzen und das empfehlenswerte Restaurant besuchen. Es gefällt uns gut in Belize!

Do

20

Feb

2014

Altun Ha

Ähnlich wie Mexiko kann auch Belize mit zahlreichen Mayastätten protzen, denn Belize liegt mitten im Land der Mayas. Da der Tempel von Altun Ha auf jeder Bierflasche der heimischen Marke „Belikin“ abgebildet ist, gehört diese Stätte zu unserem Pflichtprogramm. Wir campen nur ca. 3 km entfernt vor der Anlage beim ruhigen und schönen Mayan Wells Campground & Guesthouse und sind am nächsten Morgen mal wieder die Ersten bei den „alten Steinen“. Obwohl wir die Ruhe dort genießen und allein die Anlage erkunden können, hält sich unsere Begeisterung in Grenzen. Die Anlage ist zwar sehr schön, auch von der Lage her, aber leider sind keine schöne Verzierungen zu sehen, die wir von anderen Ruinen kennen. Fazit: Nett, aber keine Pflicht, wenn man schon andere Tempel besichtigt hat.

Di

18

Feb

2014

Lamanai

Am Vorabend buchen wir bei unserem „Camping Host“ Lance eine Tour zu den Maya Ruinen „Lamanai“. Die tief im Urwald versteckte Tempelanlage ist mittels einer 50 km langen Bootsfahrt erreichbar. Wir werden statt um 09:00 Uhr erst um 10:00 Uhr (hey, you are on caribbean time) vom Campingplatz abgeholt und zum Bootsanleger gebracht. Die sehr unterhaltsame Autofahrt mit unserem Rasta-Mann ist schon fast den Preis von 100 B$ (ca. 37 €) wert. Er ist bester Laune, tiefenentspannt und lacht sich kaputt, als er uns auf die Rum-Destillerie und die davor befindliche Entzugsklinik hinweist. Auf die Frage, ob der Rum etwas taugt meint er „Yeah, man! I had a 5 years hangover from this stuff!“ Für die nicht-englisch sprachigen Leser: Ja klar, er hatte 5 Jahre lang einen Kater von dem Zeug. Noch besser gefällt uns dann aber die Bootsfahrt auf dem Fluss namens New River, der sich durch dichten Urwald schlängelt. Unser Bootsführer George hat mächtig Spaß daran uns zu demonstrieren wie viel Speed sein 200 PS Boot machen kann und so genießen wir alle Kurven in „Schieflage“. Aber gleichzeitig hat der Kapitän auch noch ein Auge für so manches Getier am Flussrand oder exotische Pflanzen. So sehen wir z.B. eine Fledermaus am Baum (schon auf dem Bild entdeckt?) oder das freundliche Krokodil.

Bei den Tempelanlagen angekommen verwandelt sich unser Bootsführer erst mal in den Catering Chef und es gibt ein leckeres Mittagessen. Und kaum hat er diesen Job erledigt so mutiert George zum Reiseleiter und führt uns beherzt durch die Ruinen. Und das macht er richtig gut! Auf dem Rückweg gibt es an Bord während der rasanten Fahrt Rumpunsch und Bier – beim Trinken wird allerdings auch der Sitznachbar geduscht. Aber alle sind glücklich. Ach so: Die Tempelanlagen sind wirklich schön und liegen wunderbar im Dschungel!

Am späten Nachmittag kommen wir näher mit Lance (Restaurant- und Campingplatzbesitzer) ins Gespräch – sehr unterhaltsam. Lance erzählt uns, dass er gerne mal nach England fliegen will aber die meisten Flüge über die USA gehen. Wir fragen, was das für ein Problem darstellt und sogleich erklärt uns Lance unverhohlen, dass er nicht mehr in die USA reisen darf weil er dort polizeilich gesucht wird. Er hat 7 Jahre in den USA gelebt und war dort auch mal kurzzeitig im Knast - wegen einem Verkehrsdelikt ;-) . Irrtümlicherweise wurde er aber freigelassen und als die Behörden ein paar Monate später den Irrtum festgestellt haben wurde er wieder gesucht. Und da er nicht zurück in den Knast wollte ist er in einer Nacht & Nebel Aktion zurück nach Belize getürmt. Aha, interessant. Aber wer denkt, das war’s schon hat sich getäuscht. Lance legt nach und erzählt munter, dass sein Vater zur Zeit in den USA ist, und zwar im Knast. Er war in den USA mit der Fußballnationalmannschaft von Belize unterwegs und dann hat man ihn wegen Verdacht auf Verschwörung inhaftiert. Er wartet schon seit Monaten auf seinen Prozess. Wieso dieser Vorwurf? Lance gibt Auskunft: Sein Vater war in Belize Mitglied der Mafia – aber mit Drogengeschäften in den USA hatte er nie etwas zu tun... Wow, da sind wir ja in bester Gesellschaft…Aber Lance ist wirklich ein netter Kerl und wir fühlen uns gut bei ihm aufgehoben, außerdem schmeckt uns das Essen in seinem Restaurant.

Mo

17

Feb

2014

You better Belize it !

Zum Anfang ein paar Fakten zu Belize – ist ja nicht gerade das bekannteste Land :-)

Belize (früher British Honduras) ist flächenmäßig etwa so groß wie Hessen und mit einer Einwohnerzahl von 322.000 Menschen vergleichbar mit Städten wie Bonn oder Bielefeld. Sehr zu unserer Freude ist die Amtssprache in Belize Englisch. Dennoch sprechen sehr viele Leute Spanisch oder gar Maya. Belize ist ein interessanter, bunter Mix von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur, Religion und Hautfarbe.

Da Belize ca. 84 mal kleiner ist als Mexiko sollte unsere Reisezeit in diesem Land voraussichtlich weniger als 3,5 Monate dauern. Aber egal, wir nehmen uns so viel Zeit wie wir brauchen :-)