Cotopaxi Nationalpark - Hacienda Pachamama

Am nächsten Tag machen wir uns auf zu einem Ausblick auf unseren ersten wirklich großen Andengipfel: den Cotopaxi. Nach der etwas anstrengenden Durchquerung von Quito (irgendwo haben wir die richtige Abfahrt verpasst) biegen wir im Dorf Machachi Richtung Nationalpark ab. Bald schon kommen uns von allen Seiten Menschen und Reiter entgegen. Irgendwie scheint das ganze Dorf auf den Beinen zu sein. Hier scheint ein Fest zu sein – das könnte auch was für uns sein. Also beschließen wir hier einen Parkplatz für die Nacht zu suchen. Nach kurzer Irrfahrt durch vollgestopfte Gassen scheint ein geeigneter und umzäunter Parkplatz gefunden zu sein. Mit Hilfe von drei Einweisern quälen wir uns über eine abenteuerliche Auffahrt auf den Platz und finden eine ebene Stellfläche. Doch zu früh gefreut – wir dürfen nur bis 18:00 Uhr bleiben, denn dann ist das Fest vorbei und der Privatparkplatz muss leer sein - keine Übernachtung erlaubt. Mist, haben wir doch eine ganze Stunde verschenkt und verpassen auch noch den Rest vom Fest. Was soll’s, fahren wir eben weiter in Richtung Cotopaxi.

Nach einigen Kilometern wird die Straße in Richtung Nationalpark immer enger und schlängelt sich auf grobem Untergrund langsam in die Höhe. Gleich geht die Sonne unter und auf der Suche nach einem Nachtplatz folgen wir einem Schild mit der Aufschrift „Hacienda Pachamama“. Ein riesiges Gehöft mit Ackerbau und Viehhaltung und Gästezimmern. Allerdings sind im Haupthaus nur 2 Gäste – von den Besitzern keine Spur. Da es aber reichlich Platz draußen hat parken wir unser Gypsymobil und hoffen auf ecuatorianische Gastfreundschaft. Und so ist es dann auch! Am Abend kommt der junge Besitzer zu uns und freut sich über den weit hergereisten Besuch mit dem interessanten Auto und wir unterhalten uns nett. Nach einer ruhigen Nacht schaut der junge Mann wieder bei uns vorbei und will auf gar keinen Fall, dass wir etwas bezahlen. Sehr nett!

Wir setzen unsere Fahrt fort und erreichen den Nationalpark Cotopaxi, der den Namen des zweithöchsten Berg Ecuadors trägt und dessen schneebedeckter Gipfel die Hauptattraktion des Parks darstellt. Wir befinden uns nun also in den Zentralanden und erblicken den Cotopaxi mit 5.897 Metern – den höchsten aktiven Vulkan der Welt.

Eine Besteigung des Gipfels haben wir nicht vor, denn hierfür ist neben einer mehrtägigen Akklimatisierung und entsprechender Ausrüstung auch ein professioneller Bergführer erforderlich und das Ganze ist nicht ohne Risiko. Wir begnügen uns mit der weiten Hochebene, einer feuchtkalten Graslandzone am Fuße des Berges und umwandern die schöne, 5 ha große Laguna de Limpiopunga, die sich auf 3.830 m Höhe befindet. Bereits hier ist die Luft spürbar dünner und die unglaubliche Aussicht über die faszinierende Vulkanlandschaft versetzt uns in Staunen. Die Sonne strahlt, die Luft ist klar und der Wind fühlt sich eisig an. Natur pur!

Zurück in Richtung Zivilisation machen wir gegen Abend Station in einem Restaurant und dürfen dort auch auf dem Parkplatz übernachten.