Ibarra – Finca Sommerwind und das WM Finale

Ein Grenzprozedere ganz nach unserem Geschmack: zügige Personen- und Fahrzeugausreise aus Kolumbien, unkomplizierte Personen- und Fahrzeugeinreise Ecuador. Also nur die verschiedenen Schalter aufsuchen, Papiere und ein paar Kopien vorlegen – fertig. Alle sind freundlich und hilfsbereit. Auch die Geldwechsler lassen sich höflich abwimmeln oder bieten ihre Dienste wie in unserem Fall zu einem völlig akzeptablen Kurs an und so tauschen wir die restlichen kolumbianischen Pesos gegen US Dollar – das offizielle Zahlungsmittel in Ecuador. Grenzübergang gemeistert!

Eine Autoversicherung ist in Ecuador obligatorisch, kann jedoch nicht mehr an der Grenze abgeschlossen werden. Wir erledigen dies später in Ibarra.

Der Norden Ecuadors empfängt uns bei freundlichem Wetter und (wie nicht anders zu erwarten) mit einer hügelig/bergigen Landschaft. Die Straße ist in einem tadellosen Zustand und die Berghänge werden bis in luftige Höhen landwirtschaftlich genutzt. Quinoa Felder fallen uns ins Auge. Die aus Südamerika stammende Pflanze wird seit etwa 6000 Jahren insbesondere in den Hochebenen der Anden oberhalb einer Höhe von 4000 m angebaut und gilt als Hauptnahrungsmittel, denn Mais gedeiht in derartigen Höhen nicht mehr.

Unsere Blicke schweifen über die schöne Landschaft – Ecuador wir kommen!

 

Nach unkomplizierter Fahrt erreichen wir nach ein paar Stunden die Stadt Ibarra, wo wir auf der „Finca Sommerwind“ übernachten wollen. Die Finca wird seit ein paar Jahren von deutschen Auswanderern betrieben und bietet einen Campingplatz. Bei Ankunft staunen wir nicht schlecht, denn statt von den Besitzern werden wir am Tor freudestrahlend von Heidi & Jean-Luc begrüßt. Die Beiden haben ihr Quartier zwar in der Stadt, erinnerten sich aber daran, dass wir die Finca erwähnt hatten und wollten mal sehen, ob wir schon dort sind. Spontan beschließen die beiden tags darauf zu uns auf den schön an der Lagune gelegenen und sehr gepflegten Campingplatz umzuziehen und mit uns die nächsten Tage gemeinsam zu campen. Wie schön ist das denn!

Wenig später lernen wir dann noch den liebenswerten argentinischen Dauerbewohner und Charmeur Ché sowie die supernetten Besitzer Patricia, Hans-Jörg und Teenager-Tochter Jördis kennen. Auf der Finca Sommerwind werden den Gästen alle erdenklichen Wünsche erfüllt. Tipps und Hilfe zum Füllen der Gasflaschen, Autoversicherung, Empfehlungen zu Ärzten, Mitfahrgelegenheit ins Zentrum, Unternehmungen aller Art – hier gibt es alles was das Herz begehrt. Ein Rundum-Service eben, den wir an dieser Stelle ausdrücklich loben und uns nochmals herzlich dafür bedanken! Ihr seid großartig. Und nicht zu vergessen: Hier gibt es saubere Duschen mit endlos heißem Wasser! Wäsche waschen kann man auch und wir durften die tolle Küche benutzen. Wen verwundert es, dass wir hier nicht nur 2-3 Tage sondern ganze 8 Tage bleiben.

Zusammen mit Heidi und Jean-Luc machen wir einen Ausflug nach Otavalo. Dort ist der größte und bekannteste indigene Markt Ecuadors – eine ausgesprochene Touristenattraktion oder auch Touristenfalle. Die Preise von Handarbeitswaren und Kunsthandwerk sind stark überteuert und der Markt versprüht unserer Meinung nach nur wenig Charme. Die Markthallen mit Obst und Gemüse und kleinen Garküchen gefallen uns besser und wir sättigen uns am Stand einer indigenen Frau, die mit Herz und Seele kocht und uns freundlich bedient. Am Nachbarstand schlürfen wir die liebgewonnen frischen Obstsäfte und bei den Gemüsebäuerinnen stocken wir unsere Vorräte auf.

Die Zeit in Ibarra vergeht fast wie im Flug. Wir quatschen, kochen, grillen, fahren Fahrrad oder machen notwendige Arztbesuche. Und natürlich schauen wir uns gemeinsam das WM-Finale an: 6 Deutsche, 1 Franzose und 1 Argentinier. Ché ist ein fairer Verlierer und verwöhnt uns Weltmeister trotz der argent. Niederlage mit dem weltbesten Barbeque – Danke Ché!

Die Welt ein Dorf stellen wir fest – treffen doch auch noch Nelly und Toni aus der Schweiz ein. Es gibt viel zu erzählen und bevor wir Gefahr laufen in Ibarra auf der Finca Sommerwind sesshaft zu werden ziehen wir dann doch mal weiter…