Wer rumpelt so lang durch Wald und Wind - es ist der Landy mit Kabine samt Spind

Von den Thermalquellen nehmen wir direkten Kurs auf San Agustin. Die kürzeste Route galt jahrelang als unsicher. Heute kann man die Strecke angeblich problemlos befahren. Sicherheitshalber befragen wir die Polizei im Örtchen Coconuco und erhalten den hoch gestreckten Daumen als Zeichen für „Alles klar!“. Ein paar Minuten später sehen wir ein Polizeifahrzeug und fragen erneut. Aber klar doch können wir da lang fahren. Los geht’s. Die Fahrt führt erst über eine sehr gute Teerpassage, dann aber ca. die Hälfte der Strecke über eine unbefestigte Holperpiste mit Löchern, Matsch und reichlich Bodenwellen. Gut, dass der Landy so robust ist und uns mit samt Hab und Gut willig durch die Gegend kutschiert. Die Fahrt geht größtenteils durch dichten Nebelwald mit Paramó Palmen und ist ein reines Naturerlebnis. Wie der Name Nebelwald schon sagt ist es hier auch ziemlich neblig und feucht. Außer uns sind noch PKW, Busse und Viehtransporter unterwegs und die Strecke ist überraschenderweise gar nicht so wenig befahren.

Wir werden also kräftig durchgeschüttelt und wundern uns über die vielen Viehtransporter – das arme Vieh denken wir – was für eine Strapaze. Und dann sehen unsere Augen leider mehrfach, wie diese Laster anhalten, der Fahrer aussteigt und mit einem Elektro-Schocker die halb toten Tiere zum Aufstehen zwingt – sofern diese denn noch aufstehen können. Grausam – wir werden doch noch Vegetarier.

Ein wenig mitgenommen von der Fahrt kommen wir in San Agustin an und finden dort am Ortsrand den Campingplatz Gamcelat. Das Ambiente ist ein wenig rustikal aber wir parken auf der Obstwiese und die Besitzer sind unglaublich nett und hilfsbereit und bieten einen sehr günstigen Wäscheservice an. Jaja, jederzeit Zugriff auf die eigene Waschmaschine zu haben ist schon ein Luxus und nicht überall kann man seine Wäsche waschen lassen.