Salento und das Valle de Cocora (1800 -2400 m)

Es geht wieder hinab in tiefere Lagen und am Abend erreichen wir den Ort Salento, vor dessen „Toren“ wir einen schönen Campingplatz mitten im Grünen finden. Am nächsten Morgen steht dann erst mal Fussball auf dem Programm. Der Campingplatzbesitzer schaltet in seinem kleinen Kiosk den Fernseher ein und Torsten darf zur besseren Sicht auf den Bildschirm im Kiosk Platz nehmen. Nachmittags fahren wir mit dem Bus nach Salento und bummeln durch das zwar touristische aber schöne Städtchen, bestaunen die an jeder Ecke angebotene Handwerkskunst und genießen die wunderbaren Blicke auf die umliegenden Berge. Bei einem guten Cappuccino (oder war es Bier?) gibt es auch noch WiFi und so melden wir uns mal wieder bei Heidi und Jean-Luc. Umgehend kommt die Antwort, dass die beiden auch in Salento sind. Was für ein Zufall! Spontan genießen wir mal wieder einen schönen Abend zu viert.

Am nächsten Tag geht’s für uns dann noch ein wenig weiter ins Tal hinein zum „Valle de Cocora“. Hier wachsen Wachspalmen die bis 60 Meter hoch werden und das auf einer Höhe von 2400 Metern. Weltweit einzigartig. Und schon wieder treffen wir auf liebe Bekannte: Rachel und George haben sich mit ihrem VW Bus auch auf den Campingplatz „Donde Juan B“ verirrt. Da ein paar Wolken im Tal hängen verschieben wir die geplante Wanderung auf den nächsten Tag und verbringen den Tag mit Kaffee trinken und Quatschen. Auch nicht schlecht! Am nächsten Morgen wollen wir zu viert um 7:00 Uhr los – aber es regnet. Also verlängern wir das Frühstück und brechen dann doch noch auf, bevor die Touristen ins Tal strömen. Ein von Pferden ausgetrampelter Weg führt erst flach dann stetig bergan durch ein schönes Bachtal mit üppig-grünen Almwiesen, mündet dann schlagartig in einen Nebelwald und nach etwa 2 Stunden erreichen wir Acaime, eine kleine Hütte mit Kolibri-Aufzuchtstation,  die wir gegen Entrichtung einer kleinen Gebühr besuchen und von den vielen unterschiedlichen Kolibris begeistert sind. Im Preis inbegriffen ist eine Tasse mit leckerem heißen Kakao und ein Stück Käse. Von Acaime wandern wir eine Dreiviertelstunde weiter, es geht steil bergauf und vom Nebelwald gelangen wir zur hoch gelegenen Finca la Montana, die im Kiefernwald liegt. Da wieder Wolken aufziehen ist die Sicht nicht ganz so toll. Danach geht es dann auf einem Fahrweg abwärts durch das „Valle de Cocora“. Zum Glück lässt sich die Sonne immer wieder mal blicken und spätestens hier kommen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus und aus allen möglichen Blickwinkeln wird fotografiert. Wunderschön ist es hier! Der Blick auf das grüne Tal und die schlanken, riesigen Wachspalmen ist sensationell. Eine absolut empfehlenswerte Rundwanderung von etwa 9,5 km und 4-4,5 Stunden! Wer weniger wandern will sollte auf jeden Fall ca. ½ Std. Richtung „Palmental“ laufen oder aber ein Pferd mieten. Die Blicke sind zwar auch schon von der Straße super – aber weiter oben ist der Blick gigantisch. Zur Krönung des Tages belohnen wir uns mit frischen Erdbeeren mit Sahne und später mit einem leckeren Abendessen im Restaurant am Campingplatz.

Der nächste Tag ist ein Sonntag und da ist ganz Kolumbien auf den Beinen. Ins Valle de Cocora strömen Tagesbesucher und das Restaurant am Platze ist randvoll. Wir sitzen zu viert vor unseren Autos und genießen den Tag, allerdings ist an Ruhe nicht zu denken. Unzählige Kolumbianer kommen zu uns, belagern uns regelrecht, wollen gerne die Autos von innen sehen und stellen Fragen über Fragen. Fürchterlich nett sind sie alle aber irgendwann sind wir vier müde und ergreifen die Flucht. Wir fahren nach Salento, kaufen ein paar Sachen ein und verlagern unser Camp wieder außerhalb der Stadt zum „El Rancho de Salento“. Hier ist es herrlich ruhig und wir machen gemeinsam ein schönes Barbeque und schlürfen ein paar leckere Drinks.