Parque Nacional Los Nevados und Termales Los Ruiz

Es ist leicht bewölkt – keine guten Vorzeichen um den schneebedeckten Gipfel des 5321 m hohen Nevado del Ruiz (zweithöchster aktiver Vulkan auf der Nordhalbkugel) zu sehen. Aber Versuch macht klug und so beschließen wir die gut 70 km Richtung Nationalpark zu fahren und unser Glück zu versuchen. Die Straße ist wie immer sehr kurvig und wir kommen nur langsam vorwärts. Positiv überrascht sind wir von der Tatsache, dass nur die letzten 2 km zum Nationalpark nicht asphaltiert sind. Als wir um 15:00 Uhr am Nordeingang ankommen ist es schon zu spät für eine Besichtigung des Parks, denn der Eintritt ist nur mit Guide erlaubt. Noch dazu hat sich das Wetter nicht wirklich gebessert – dann kommen wir eben morgen früh wieder. Ohnehin wollen wir uns noch ein wenig akklimatisieren.

Da kommen uns die nur 10 km entfernt und 500 Höhenmeter tiefer gelegenen Thermalquellen gerade recht. Gut die Hälfte der Strecke verläuft über eine Rumpelpiste aber es lohnt sich, denn wir können den ganzen Abend im super warmen Wasser planschen, den nahegelegenen kleinen Wasserfall bestaunen, verspeisen im Restaurant die weltbeste Forelle und dürfen gratis auf dem Parkplatz übernachten. Wir lernen zudem noch drei super nette Kolumbianer kennen und verbringen einen kurzweiligen Abend.

Am nächsten Morgen finden wir uns pünktlich um 08:00 Uhr am Parkeingang ein um an der ersten Führung teilzunehmen – ist das Wetter in den Bergen doch morgens immer ein wenig besser J. Mit uns warten schon 4 weitere Fahrzeuge darauf, dass es endlich los geht. Doch zunächst gibt es noch eine ausführliche Erklärung des Rangers (claro, en Espanol), die Parkgebühren müssen an einem anderen Schalter entrichtet werden und so verrinnen die schönen Minuten mit Sonnenschein und klarer Sicht bereits vor dem Parkeingang. Als wir endlich los dürfen hat das Taxi, welches an erster Stelle der Fahrzeuge steht, einen Platten. Und da Gypsy ja ein wenig nach Offroad und Abenteuer aussieht werden wir natürlich auch gleich gefragt ob wir einen Kompressor dabei haben. Si, claro! Also schnell die Alubox aufmachen, den Kompressor suchen und finden und den Reifen aufpumpen, was wie folgt abläuft: Während der Taxifahrer samt seinen Passagieren gemütlich im Auto sitzt und etwa 10 Zuschauer vor Ort sind, betätigt sich Torsten als Pannendienst! So, das wäre dann auch geschafft – nun geht’s aber endlich los. Blöd nur, dass jetzt die Wolken schon reingezogen sind und uns der freie Blick auf den Vulkan leider verwehrt bleibt. Es ist windig und kalt und Strickmütze und dicke Jacke kommen zum Einsatz. Wir genießen trotzdem die Fahrt durch die interessante Parklandschaft mit mehreren Stopps und Erklärungen des Rangers und bestaunen insbesondere die Paramo-Palmen sowie die Kraterlandschaften, die die letzten Vulkanausbrüche hinterlassen haben.