Tolle Tage auf der Hacienda Venecia

Natur ist angesagt! Von Medellin rollen wir südwärts und erreichen bald die wunderschöne und vor allem sehr grüne Zona Cafetera, die Kaffeezone. Auch die Straße heißt nun „Autopista del Café“ und überall wachsen Kaffeesträucher. Auf jedem Quadratmeter wird Kaffee angebaut – Hochland-Kaffee versteht sich. Die Hänge sind teilweise sehr steil und die Sträucher tragen reichlich Kaffeekirschen.

In der Nähe der Stadt Manizales biegen wir ab zur Hacienda Venecia. Hier wird nicht nur Kaffee angebaut sondern es gibt auch ein schönes Gästehaus inmitten eines tollen Gartens, mit Pool und Hängematten und Wohnmobil-Stellplatz sowie ein Haupthaus mit etwas luxuriöseren Zimmern.

Wir wissen, dass unsere Motorrad-Reisenden Heidi und Jean-Luc auch hier sind und am Abend treffen zufällig auch Rachel und George mit ihrem VW Bus ein. Ein tolles Wiedersehen! Tagelang verbringen wir zusammen auf der schönen Hacienda, kochen selbst, lassen uns bekochen, essen, trinken kostenlosen Kaffee, schlürfen Bier und Wein, lesen, häkeln, gucken Fußball Weltmeisterschaft, machen einen Rundgang über das große Gelände, chillen in Sesseln oder Hängematten, lernen viel über Kaffee-Anbau, genießen das Leben und sehen am nächtlichen Sternenhimmel erstmals das Kreuz des Südens! Jawohl, wir sind fast am Äquator!

Auf der Hacienda fühlen wir uns mehr als wohl und es ist schwer, von hier wieder weg zu kommen. Noch schwerer fällt insbesondere Doris der Abschied, nachdem Juan-Pablo, Manager der Hacienda, erwähnt, dass er drei Pferde besitzt, genauer gesagt Paso Finos. Der sympathische Manager will herausfinden, ob er zukünftig Ausritte für erfahrene Reiter anbieten soll und es fehlt ihm sozusagen an freiwilligen Testpersonen. Er lädt Lizzie aus Schottland und mich spontan ein, ihn am nächsten Morgen um 06.30 Uhr zu einem Ausritt zu begleiten. Eigentlich wollen wir morgen früh abreisen – aber das Angebot ist zu verlockend! Morgens regnet es zwar immer wieder mal aber der Ausritt lässt das Wetter vergessen. Die Pferde sind recht temperamentvoll und wir reiten im Eiltempo bergauf und bergab, erkunden große Teile der Hacienda und es macht höllisch Spaß! Ob wir vielleicht doch ein Pferd hinten an Gypsy festbinden können? Juan-Pablo hat eine bessere Idee: Wir sollen einfach unsern Aufenthalt verlängern und Lizzie und ich können kostenlos die Pferde reiten und trainieren, als Volontäre sozusagen. Klingt verlockend…Vielleicht können wir da in ein paar Monaten nochmal drüber reden…?!