Piedras Blancas & Medellin

Es ist nicht mehr weit bis nach Medellin aber wir wollen ungern mit dem Auto in diese 2,2 Mio. Einwohner Stadt. Unser Reiseführer erwähnt Campingmöglichkeiten im Parque Ecologico Piedras Blancas am Stadtrand von Medellin. Wir erreichen den Park, der zu einer renommierten kolumbianischen Hotelkette gehört und sind überrascht, welch modernes Hotel in gehobener Preisklasse sich hier befindet. Ob die uns hier campen lassen? Die Rezeptionistin bejaht unsere Anfrage, kassiert pro Nacht satte 34.400 Pesos und schon dürfen wir etwa 200 m weiter unten an der Einfahrt zum Park campen – mit Zelt auf der Wiese im Park oder im Auto auf dem bewachten Parkplatz. Wir nächtigen natürlich im Auto und der Wachmann freut sich über Gesellschaft. Am nächsten Morgen sehen wir uns erst mal im Park um: ein tolles und gepflegtes Gelände mit kleinen Spazierwegen, Snack-Bar, WiFi, Fußball-TV und einem kleinen Schmetterlingsgarten. Es ist ein sonniger Tag und wir lassen die Seele baumeln. Morgen ist ja auch noch ein Tag!

Vom Park fährt ein Bus-Shuttle zur nahe gelegenen Seilbahn (Metro Cable), mit der man in Kombination mit der Metro ins Zentrum von Medellin fahren kann. Die moderne Seilbahn (frz. Technik) fährt vom Naturpark Arví etwa 20 Minuten über ein weitläufiges Waldgebiet, dann schwebt die Gondel über und bis ins Armutsviertel von Medellin. Der Anblick der Bretterbuden, Baracken und lehmigen Gassen ist schockierend – aber auch das ist Kolumbien. Ein Land, das große Fortschritte macht aber noch immer sehr große Probleme hat. Den Bewohnern der Armenviertel ist es durch die Anbindung an die Metro möglich, auf einfachem und günstigen Weg in die Stadt zu gelangen, sei es um einer Beschäftigung nachzugehen oder Erledigungen zu machen. So haben die Metro Anbindung und weitere Investitionen dazu verholfen, dass sich die Lage in den Armenviertel ein wenig verbessert – obwohl es noch viel, viel zu tun gibt. Wir steigen also aus der Gondel und wechseln zur Metro. Die Züge fahren fast im Minutentakt und schon sind wir im Zentrum. Wir schlendern über ein paar Plazas, werfen den ein oder anderen Blick in eine der Kirchen und Kathedralen und der berühmte Platz mit den Bronze-Statuen des Künstlers Botero gefällt uns gut. Insgesamt sind wir aber nicht begeistert und suchen noch nach dem Charme der Stadt. Der einst berühmteste Bürger von Medellin war der Drogen-Baron Pablo Escobar. Man kann auf verschiedenen Touristen-Touren Orte seines Lebens und Wirkens besuchen, einschließlich seiner Grabstätte. Wir entscheiden uns jedoch gegen eine solche Tour, da es sich bei Pablo Escobar ja um einen brutalen Verbrecher handelt und wir seinem Tun nicht huldigen wollen. Bestimmt hat Medellin auch viele schöne Dinge zu bieten, den Botanischen Garten beispielsweise oder das Observatorium. Da wir aber nur einen Tag in der Stadt verbringen wollen können wir nicht alles sehen.

Außerdem suchen wir ein Mitbringsel für den Landy: Neue Stoßdämpfer sollen es sein. Wir haben einen Tipp für einen Händler in der City bekommen und nach zehn Telefonaten mit bis zu drei Telefonen gleichzeitig schafft es der Besitzer auch, uns Stoßdämpfer zu besorgen. Die Teile-Nummer entspricht nicht unserem Wunschmodell aber er versichert uns, dass die Teile passen und gewährt im Falle eines Falles Umtausch bzw. Geldrückgabe. Um es kurz zu machen: Natürlich passen die Stoßdämpfer nicht und wir fahren nach einer weiteren Nacht im Parque Piedras Blancas am nächsten Morgen dann mit dem Auto in die Großstadt, geben die Teile zurück und erhalten problemlos unser Geld zurück.