Salz-Kathedrale Zipaquira

Die Salz-Kathedrale von Zipaquira wird in Kolumbien als DIE Touristen-Attraktion vermarktet. Fotos und Berichte sind vielversprechend und so begeben wir uns zum Eingang und wählen aus 6 verschiedenen Ticket-Optionen das Günstigste. Für 23.000 Pesos pro Person können wir die Salz-Kathedrale besichtigen (mit Führung), eine Light-Show und einen 3D-Film anschauen und dürfen auch gerne unser Geld an den Souvenirständen lassen. Da wir auf eine englischsprachige Führung eine knappe Stunde warten müssen entscheiden wir uns für die Spanische. Die Dame spult ihre Ansagen im Schnelltempo ab und rennt nach ihrer Erklärung sofort zum nächsten Punkt weiter. Unsere Kleingruppe besteht nur aus 4 Personen und wenn jemand zum Fotografieren stoppt ertönt die Stimme unserer „Anführerin“ mit dem Kommentar „Continuamos!“ Heißt so viel wie „Weiter geht‘s!“ Wir lassen uns nicht aus der Ruhe bringen und bleiben so lange stehen und machen Fotos so lange es uns passt. Die Gruppe zieht ohne uns weiter und wir merken, dass es anderen Leuten auch so ergeht – geistern doch einige nun alleine umher. In den diversen Stollen der Mine ist ein Kreuzweg dargestellt – allerdings muss man schon eine Menge Fantasie mitbringen um in den aus Salzkristall gehauenen Kreuzen den Leidensweg Jesu zu erkennen. Zwar sind die Kreuze allesamt unterschiedlich gestaltet und farblich ansprechend in Szene gesetzt, jedoch sind es nur Kreuze. Die dazugehörigen Beschreibungen wie „Jesus fällt zum ersten mal“ oder „Maria sieht ihren Sohn“ sind aber weit hergeholt – denn es ist kein Jesus und auch keine Maria zu sehen.

Was soll’s. Es gibt noch ein paar schöne Engel aus Salzkristall zu sehen und im tiefen Inneren der Salzmine gibt es auch tatsächlich eine sehr große Kathedrale mit ein paar anderen Kunstwerken aus Salz. Die Light-Show findet in einem separaten Stollen statt und ist ganz nett – Tausende bunte LED-Lämpchen an der Decke ergeben schöne Bilder, das Ganze ist mit fetziger Musik unterlegt. Der 3D-Film ist zwar sehr modern gehalten, verfehlt aber unserer Meinung ein wenig das Thema. Am Ende des Minen-Rundgangs erwartet den Besucher eine große Anzahl an Souvenirständen, ein Café und eine Snack-Bar runden das Angebot ab – zuviel des Guten. Unser Fazit: Irgendwie beeindruckend aber kein Muss! Nemocon hat uns besser gefallen.