Guatavita / Nemocom

Keine Überraschung, wir kommen natürlich bei all den Verabschiedungen erst relativ spät in Villa de Leyva los. Aber das ist nicht weiter schlimm, denn wir wollen ja nur ein paar Kilometer weiter zum Iguaque NP. Die letzen 3 km zum Park sind mal wieder vom Feinsten und wir quälen uns in Schrittgeschwindigkeit die grob geschotterte Piste den Berg hinauf. Um 11:15 Uhr oben angekommen sind wir dann ein wenig „irritiert“. Unsere geplante Wanderung zur Laguna Iquaque dürfen wir nicht mehr antreten, denn der Start ist nur zwischen 08:00 – 10:00 Uhr möglich, da der Zeitbedarf mit 5-6 Stunden angegeben wird. Alternativ-Wanderwege gibt es nicht aber wir dürfen gerne auf dem Parkplatz campen. So weit so gut, aber 2 x 38.000 Pesos Eintritt für Ausländer plus 28.000 Pesos Parkgebühr (weil Gypsy als Collectivo eingestuft wird) sind uns dann für eine Wanderung definitiv zu viel. Da sagen wir dann auch mal „Nein danke“ und machen nicht mit bei der Preistreiberei. Immerhin ist die Eintrittsgebühr in den vergangenen 10 Jahren um gut 500% gestiegen. Irgendwann ist das Maß dann voll und wir sind der Meinung, dass wir als Langzeitreisende noch viele andere lohnenswerte Wanderungen zum fairen Preis und oft auch gratis machen können.

Also rumpeln wir den Waldweg wieder hinunter und machen uns den Weg nach Suesca und weiter nach Guatavita. Da wir relativ spät ankommen entscheiden wir uns für eine Übernachtung auf dem großen Gemeindeparkplatz direkt vor der Polizei – sicher, gratis und ruhig. Am Morgen ist es regnerisch und so verzichten wir auf die nahe gelegene Lagune Guatavita. Statt dessen fahren wir ein paar Minuten bis zur Salzmine in Nemocon. Dort werden wir super freundlich empfangen und machen eine englischsprachige und sehr interessante Führung durch das Salzbergwerk. Wir sind total begeistert! Die Mine ist stilvoll beleuchtet, es gibt eine kleine Kapelle und am meisten fasziniert uns das „Spiegelwasser“ – eine tolle Illusion. Außerdem ist in Nemocon der mit 1600 kg angeblich größte Salzkristall der Welt zu sehen – in Form eines Herzens! Ein Besuch der Mine ist sehr empfehlenswert!

Am Nachmittag düsen wir dann noch weiter nach Zipaquira. Wie fast überall in Kolumbien gibt es auch in Zipaquira zahlreiche Restaurants und freundliche „Winker“, also Angestellte, die versuchen die Gäste mit Fahnen oder anderen Gegenständen in das Restaurant zu lotsen. Heute wird uns sogar eine Kostprobe vom leckeren Rindfleisch direkt vom Grill ins Auto geliefert! Hmhmhm, lecker! Okay – der Verkehr hinter uns gerät ins Stocken aber wir sind ja in Kolumbien und da stört das wirklich niemand. Das Fleisch ist das Beste, was wir seit Wochen gegessen haben und so parken wir Gypsy am öffentlichen Parkplatz unterhalb der Salz-Kathedrale und schlendern noch ein wenig durch die schöne Altstadt. Ein netter Ort! Natürlich besuchen wir auch das Restaurant mit dem guten Fleisch - gutes Marketing kann sich halt doch lohnen. Leckeres Essen und daher ein weiterer Restaurant-Tipp: „Toro salvaje“.