Vulkan Masaya und bebende Erde

Der noch aktive Vulkan Masaya ist etwas für faule Leute, denn man kann im gleichnamigen Nationalpark mit dem Auto bis an den Kraterrand heran fahren und hinein schauen. Durch die aufsteigenden, schwefelhaltigen Dämpfe ist der Ausblick zwar meistens eingeschränkt aber trotzdem sehr lohnenswert. Die Treppen zum höher gelegenen Krater-Aussichtspunkt sind leider aus Sicherheitsgründen gesperrt. Wir machen noch eine schöne Wanderung rund um den benachbarten Krater des Schwestervulkans und begeben uns dann zum Parkeingang zurück, wo wir auf dem Parkplatz campen dürfen. Es ist nicht viel los hier und wir schlürfen genüsslich unseren „Sun Downer“ auf dem Picknick-Gelände. Während wir in Ruhe unseren Drink genießen fängt plötzlich die Erde an zu wackeln. Was ist jetzt los? Das Wackeln der Erde und das Zittern wird heftiger – wir schauen uns verdutzt an und denken an den noch aktiven Vulkan Masaya, an dessen Fuß wir uns gerade befinden. Ein Blick zum Vulkan – aber es ist nichts zu sehen. Ein Blick zu drei Mitarbeitern am Parkeingang – keine Spur von Hektik. Hm, aber ganz sicher: die Erde bebt! Wir bewahren Ruhe und nach ca. 30 Sekunden ist der Spuk vorbei. Während der nächsten Stunden wiederholt sich das Schaupiel in schwächerer Form dann noch 2 Mal und wir tippen auf ein Erdbeben. Tatsächlich: Morgens erfahren wir in den Nachrichten, dass Nicaragua durch ein Erdbeben der Stärke 6,2 erschüttert wurde und mehrere Häuser eingestürzt sind. Das Epi-Zentrum knappe 20 km von uns entfernt. Ein Erlebnis der besonderen Art!