Grenzmarathon: Ausreise El Salvador – Einreise Honduras – Ausreise Honduras – Einreise Nicaragua

Der heutige Tag ist einzig und allein Grenzübergängen gewidmet. Das sieht so aus:

  • ·         06.30 Uhr Abfahrt
  • ·         Ausreise El Salvador (Grenze El Amatillo)
  • ·         Einreise Honduras
  • ·         Transit durch Honduras (nur ein freundlicher Polizeistopp ohne Abzocke)
  • ·         Ausreise Honduras
  • ·         Einreise Nicaragua (Somoto)

Pünktlich zu unserem bislang „aufregendstem“ Grenztag bockt heute der Landy! Er will nur ungern wieder anspringen und das macht sich vor den Grenzposten (mal Militär, mal Polizei, mal Zoll) besonders gut! Vor der Grenzbrücke zwischen El Salvador und Honduras wird der Verkehr wegen einer Baustelle gestoppt und als es nach 1, 5 Stunden Wartezeit endlich weiter geht, will der Landy nicht mehr anspringen. Klack, klack. Klack, klack. Sonst nichts. Na bravo. Das Grenzpersonal rudert mit den Armen um uns zum Weiterfahren aufzufordern und hinter uns ertönt Gehupe. Nur die Ruhe bewahren! Beim 20. Versuch springt der Landy endlich an und wir fahren zur nächsten Station. Wenn irgendwie möglich lassen wir den Motor laufen und wenn wir ihn abstellen müssen bleibt uns nur die Hoffnung, dass er irgendwann wieder anspringt. Wir versuchen den Tag und das Autoproblem mit unserer gesteigerten Gelassenheit zu bewältigen, auch wenn wir im Schnitt jeweils ca. 15 Startversuche benötigen und das Klack, klack Geräusch fürchten. Zum Glück lässt uns der Landy heute nicht im Stich und so meistern wir den Grenztag mit dem Versprechen, das Problem zügigst zu beheben.

Zum ganzen Grenzprozedere ist zu sagen, dass eine reine Personen-Ein/Ausreise kein großer Akt ist. Ein paar Kopien machen, hier und da mal eine Gebühr entrichten, gelegentlich ein Formular ausfüllen, Schlange stehen und der meist langsamen Abfertigung zusehen. Die Bediensteten sind freundlich, wiederholen ihre spanischen Anweisungen und sind meist auch mit uns geduldig.

Verschiedene Leute wie Grenzhelfer (braucht man wirklich nicht!) und Geldwechsler preisen ihre Dienste an, sind zwar geschäftstüchtig aber lassen sich mit mehreren „No, gracias!“ auch abwimmeln.

Da jedoch auch das Fahrzeug bei jedem Grenzübergang ein- oder ausreisen muss, wird die Sache etwas aufwändiger. Kopien von Ausweisen, Fahrzeugpapieren und Führerscheinen haben wir meist schon vorbereitet. Falls eine weitere Kopie erforderlich ist, so ist der nächste Kopiershop meist gleich um die Ecke, wo man für wenig Geld gerne bedient wird. Lästig und überteuert ist der Abschluss einer speziellen Autoversicherung, denn fast alle Länder akzeptieren inzwischen nur noch eine nationale Versicherung. Kein Problem, denn die Versicherung kann gleich in einem Büro oder bei einem Vertreter auf dem Parkplatz an der Grenze erledigt werden. Manche Länder fordern auch eine spezielle Gebühr für den temporären Import des Fahrzeugs und hin und wieder wird das Auto auch gegen Irgendetwas besprüht – gebührenpflichtig versteht sich. Da die Fahrzeugangelegenheiten immer nach bzw. getrennt von der Personen-Ein/Ausreise erledigt werden, nimmt das Ganze recht viel Zeit in Anspruch. Hin und wieder will auch ein Polizist oder Zollbeamter einen Blick ins Fahrzeug werfen. Aber auch das ist alles kein Hexenwerk. Es gibt viele hilfreiche Tipps und Anleitungen im Internet - Änderungen jedoch so gut wie garantiert und dennoch ist das alles beherrschbar und kein Grund für große Aufregung. Wenn man mit den Leuten freundlich umgeht und nicht erwartet, dass die etwa Englisch sprechen und sich notfalls auch mit Händen und Füßen verständigen kann, dann ist wohl noch niemand an einer Grenzüberquerung gescheitert. Wir finden, dass hier in manchen Reiseblogs stark übertrieben wird! Also keine Angst!