Esteli/Nicaragua

Nach dem ganzen Grenz-Akt und der erfolgreichen Einreise in Nicaragua fahren wir bis zum Ort Esteli und scheitern dort 7x bei der Suche nach einem Übernachtungsplatz: kein Camping erlaubt, Toreinfahrt zu niedrig, Parkplatz nur für Hotelgäste, Polizei ist auch keine Hilfe und so weiter. Beim achten Versuch erhalten wir die Erlaubnis, in einer Hotel-Auffahrt an der vielbefahrenen PanAmericana zum Preis von 15 US$ zu parken. Nicht gerade unser Traum aber scheinbar ohne Alternativen. Glücklicherweise sprechen uns vor dem Hotel Einheimische an und wollen uns helfen. Hm, ob wir denen trauen können? Warum nicht?! Sie sind nicht aufdringlich und zeigen auf ihr Haus samt Parkplatz. Das Wohnviertel wird nachts vom gleichen Sicherheitsdienst wie dem des Hotels bewacht und ist deutlich ruhiger als an der Hauptstraße. Bryan, seine Schwester Lucy und Freundin Anna sind überaus freundlich und nachdem wir Gypsy vor ihrem Haus geparkt haben, laden die drei uns sogleich in ihr – rundum vergittertes - Haus ein. Wir dürfen uns auf zwei Plastiksesseln nieder lassen und sitzen nun im Wohnzimmer der Familie. Es gibt keinen Fußboden (reine Erde), keine Tapeten, keinen Teppich, keine Couch, nichts dergleichen. Ein alter Vorhang trennt den Raum zu Bryans Schlafgemach, und ein Durchgang führt in die vermeintliche Küche. Anna und Lucy kochen für uns das Nationalgericht Nicaraguas: Gallo Pinto – Reis mit Bohnen und servieren dazu Kochbananen. Wir spendieren dazu Bier und Saft und unterhalten uns (soweit unsere Sprachkenntnisse das zulassen) über das Leben in Nicaragua und Deutschland. Die drei sind der lebende Beweis für internationale Gastfreundschaft! Sie bieten uns auch die Benutzung von Dusche und WC an, was wir jedoch mit Verweis auf Gypsy ablehnen.