Zentrum der Maya Kultur - Tikal

Unsere Einreise von Belize nach Guatemala verläuft völlig entspannt. Ohne Probleme bekommen wir ein 3 Monate Visum (gilt auch für El Salvador, Honduras und Nicaragua), lassen Gypsy gegen was auch immer besprühen, erhalten einen Pass-Eintrag für das Auto, lassen die gewünschten Kopien machen, wechseln bei einem der vielen Geldwechsler noch ein paar Mex. Pesos und Belize Dollar in Quetzales um und nach erfreulichen 2 Stunden geht es auch schon weiter.

Im Grenzort „Melchor de Mencos“ essen wir ein glückliches aber nun gegrilltes Huhn zu Mittag, machen erste Besorgungen  und schenken einer armen Frau ohne Schuhe ein Paar Crocs, und zwar ohne dass bei Doris ein Schuh-Notstand ausbricht. Die Fahrt im nördlichsten Bundesland Petén führt uns auf guter Straße durch schöne, üppig-grüne Landschaft zu unserem ersten Ziel, der berühmten Maya-Stätte Tikal. Schon am frühen Nachmittag erreichen wir den letzten Ort vor dem Nationalpark und da die Eintrittskarte nach 16:00 Uhr auch für den Folgetag gilt, machen wir vorher noch eine schöne Rast am Lago Petén Itza und genießen unser erstes Guatemaltekisches Bier „Gallo“. Sehr zur Freude von Torsten läuft im TV gerade Champions League und der Kellner schaltet ohne zu Zögern auf das Spiel von Bayern um. Wie nett!

Gut gelaunt (Bayern hat mal wieder souverän gewonnen) geht’s dann weiter zum Parkeingang. Die Mayastätte Tikal liegt ca. 20 km hinter der Schranke und praktischerweise befindet sich die Campingwiese direkt vor dem Eingang zur Tempelanlage. Wir haben also noch ausreichend Zeit einen Teil der Maya-Stätte bei Sonnenuntergang zu erkunden.

Tikal gilt als die ehemalige Hauptstadt der Mayas (vor über 2000 Jahren) und die Anlage liegt inmitten des dichten Dschungels. Überall zwitschert, kreischt und raschelt es. Ohne große Suche sehen wir eine Horde Brüllaffen in den Baumwipfeln herumtoben und knallgrüne Papageien fliegen über unsere Köpfe. Mit der wunderschönen Maya-Stätte als Kulisse ist das besser als jeder Zoo – Urwald pur. Vom Zentralplatz aus besteigen wir den Tempel I und genießen den Sonnenuntergang, sitzen oder stehen wir auf dem Tempel doch praktisch Auge in Auge mit der Tierwelt und der Geräuschpegel übertönt sogar unsere Worte. Aber wozu auch reden – wir saugen diese tolle Stimmung voll und ganz in uns auf.

Nach einer Nacht mit Brüllaffen-Konzert geht es am nächsten Tag schon um 6:00 Uhr los. Wir wollen den Sonnenaufgang vom Tempel IV aus sehen, dem mit 44 Metern höchsten Bauwerk der Anlage. Leider tut sich die Sonne recht schwer den Morgennebel des Dschungels zu durchbrechen. Trotzdem ist herrlich einfach auf dem Tempel zu sitzen und den Stimmen der Tiere zu horchen, denn die sind um diese Zeit sehr aktiv. Außerdem ist der Besucherandrang noch überschaubar. Wir verbringen knappe 6 Stunden in der großen, sehr gut erhaltenen, interessanten Tempelanlage und bewundern lautstarke Brüllaffen, gelenkige Spider Monkeys, kreischende Papageien, bunte Tukane, farbenprächtigen Truthähne und beobachten auch noch eine große Familie "Bisotes", die zur Gattung der Nasenbären gehören. Ganz schön exotisch hier!

Nachmittags ziehen wir weiter bis nach Flores, wo wir nur schnell eine Autoversicherung (Guatemala bis Nicaragua) abschließen wollen. Schnell geht es im Versicherungsbüro allerdings nicht zu und mit einer himmlischen Ruhe tippt die junge Dame die Fahrzeugdaten ab, korrigiert diese dann in noch größerer Ruhe und nach einer gefühlten Ewigkeit erhalten wir die Police. Folglich kommen wir erst kurz nach Einbruch der Dunkelheit auf der Finca Ixobel bei Poptun an.