Placencia

Als südlichsten Punkt unserer Reise durch Belize wählen wir Placencia aus. Der Ort liegt auf einer Halbinsel und gilt wohl als touristischster Küstenort auf dem Festland von Belize. In knapp einer Stunde Fahrt von Hopkins erreichen wir die Halbinsel und sehen Prachtvillen mit tollen Gärten und schicken Autos, außerdem in Bau befindliche Ressorts und alles ist fein herausgeputzt. Wir haben das Gefühl durch eine Siedlung in Florida zu fahren. Hier wohnen und urlauben keine Einheimischen sondern ausschließlich Nordamerikaner und ein paar Europäer. Jedoch stehen fast alle Anwesen zum Verkauf und es sind nur wenige Bewohner zu sehen. Das ist nicht das wahre Belize und wir wollen schon fast wieder umkehren. Einige Kilometer weiter wandelt sich dann das Bild zum krassen Gegenteil: Armenviertel! Windschiefe Holzbaracken reihen sich auf staubiger Erde dicht aneinander, hierin leben mehrköpfige Familien, umgeben von freilaufenden Hühnern und Hunden. Statt Autos stehen hier alte Drahtesel vor der Tür - sofern die Hütte eine Tür hat. Aber Kinder und Erwachsene lachen gemeinsam und wirken glücklich. Zugegeben, hier wollen wir auch nicht bleiben. Also fahren wir noch ein Stück weiter und erreichen dann den Ort Placencia. Hier finden wir einen angenehmen Mix aus Einheimischen und Touristen, bunte Holzhäuser in einfacher bis guter Ausstattung, Cafés, Restaurants, kleine Supermärkte und karibisches Flair. Was wir nicht finden ist ein Campingplatz. Dank vorheriger Recherche haben wir Plan B parat und fragen an der Polizeistation nach einem geeigneten Platz. Unisono antworten drei Polizisten, dass wir gerne auf dem öffentlichen Parkplatz gleich gegenüber campen können - mit 24 h Bewachung. Das ist genau das, was wir hören wollen und schon nehmen wir unseren Stellplatz ein, etwa 40 m vom Strand und einigen schönen Beach Bars entfernt. Camping im Ortskern und nachts erstaunlich ruhig. Zwar kein superschöner Platz aber sicher und kostenlos. Nach einem Ortsrundgang, der Happy Hour an der Tipsy Tuna Bar und einem guten Abendessen mit Live Musik finden wir Gefallen an Placencia. Freundlich-fröhliche Menschen, bunte Häuser, Reggae Musik, gutes Essen und Trinken und dazu noch Sonne und Strand - was wollen wir mehr?

Am nächsten Tag lernen wir Anja und Ralf aus Deutschland kennen. Die beiden machen zum zweiten mal Urlaub in Belize, parken ihren Mietwagen neben uns und wundern sich über den Landy aus Deutschland. Zuhause haben die beiden ebenfalls einen Defender und wir kommen rasch ins Gespräch und verabreden uns zum Abendessen in der Barefoot Bar am Strand. Obwohl die beiden schon ewig auf den Beinen und erst vor wenigen Stunden angekommen sind, verbringen wir einen langen, unterhaltsamen und lustigen Abend miteinander. Als echte Kneipen- und Biergartenbetreiber in Hilden sind die beiden praxiserprobt! Und weil es so schön mit den beiden ist, treffen wir uns natürlich wieder und unternehmen zusammen einen Schnorcheltrip. Die rasante Bootsfahrt in einer stark motorisierten Nussschale geht weit über das türkisfarbene Meer der Karibik zum Silk Caye, einem der vielen vorgelagerten Cayes am zweitgrößten Riff der Erde. Silk Caye ist ein winziges Eiland ohne Einwohner, dafür hat es 14 Kokospalmen, weißen Sandstrand und das Wasser ist wie eine Badewanne, in der Doris es sich als Nicht-Schnorchler bequem macht. Torsten hingegen ist begeistert von der Unterwasserwelt: Riesige Korallen und bunte Fische wo man nur hinschaut. Ein Aquarium könnte nicht schöner gestaltet sein!

Nach einem kurzen Mittagssnack geht es dann zum zweiten Schnorchelgang nah an das Riff heran. Dort gibt es bereits vom Boot aus riesige Rochen, eine unglaublich große Wasserschildkröte und bunte Fische zu sehen. Beim Schnorcheln sind dann reichlich Meeresbewohner zu sehen und ein kleiner Hai gibt sich auch noch die Ehre. Ein herrlicher Ausflug! Den Abend verbringen wir gemeinsam mit Anja und Ralf und lassen es uns bei Bier und Burgern an der Beach Bar gut gehen.

Nach vier Nächten auf dem Parkplatz bei der Polizei und Temperaturen über 30°C machen wir uns dann wieder auf die Reise. Anja und Ralf reisen noch ein paar Tage nach Caye Caulker - wir wünschen maximale Entspannung und hoffen auf ein Wiedersehen in Good Old Germany!!!