Lamanai

Am Vorabend buchen wir bei unserem „Camping Host“ Lance eine Tour zu den Maya Ruinen „Lamanai“. Die tief im Urwald versteckte Tempelanlage ist mittels einer 50 km langen Bootsfahrt erreichbar. Wir werden statt um 09:00 Uhr erst um 10:00 Uhr (hey, you are on caribbean time) vom Campingplatz abgeholt und zum Bootsanleger gebracht. Die sehr unterhaltsame Autofahrt mit unserem Rasta-Mann ist schon fast den Preis von 100 B$ (ca. 37 €) wert. Er ist bester Laune, tiefenentspannt und lacht sich kaputt, als er uns auf die Rum-Destillerie und die davor befindliche Entzugsklinik hinweist. Auf die Frage, ob der Rum etwas taugt meint er „Yeah, man! I had a 5 years hangover from this stuff!“ Für die nicht-englisch sprachigen Leser: Ja klar, er hatte 5 Jahre lang einen Kater von dem Zeug. Noch besser gefällt uns dann aber die Bootsfahrt auf dem Fluss namens New River, der sich durch dichten Urwald schlängelt. Unser Bootsführer George hat mächtig Spaß daran uns zu demonstrieren wie viel Speed sein 200 PS Boot machen kann und so genießen wir alle Kurven in „Schieflage“. Aber gleichzeitig hat der Kapitän auch noch ein Auge für so manches Getier am Flussrand oder exotische Pflanzen. So sehen wir z.B. eine Fledermaus am Baum (schon auf dem Bild entdeckt?) oder das freundliche Krokodil.

Bei den Tempelanlagen angekommen verwandelt sich unser Bootsführer erst mal in den Catering Chef und es gibt ein leckeres Mittagessen. Und kaum hat er diesen Job erledigt so mutiert George zum Reiseleiter und führt uns beherzt durch die Ruinen. Und das macht er richtig gut! Auf dem Rückweg gibt es an Bord während der rasanten Fahrt Rumpunsch und Bier – beim Trinken wird allerdings auch der Sitznachbar geduscht. Aber alle sind glücklich. Ach so: Die Tempelanlagen sind wirklich schön und liegen wunderbar im Dschungel!

Am späten Nachmittag kommen wir näher mit Lance (Restaurant- und Campingplatzbesitzer) ins Gespräch – sehr unterhaltsam. Lance erzählt uns, dass er gerne mal nach England fliegen will aber die meisten Flüge über die USA gehen. Wir fragen, was das für ein Problem darstellt und sogleich erklärt uns Lance unverhohlen, dass er nicht mehr in die USA reisen darf weil er dort polizeilich gesucht wird. Er hat 7 Jahre in den USA gelebt und war dort auch mal kurzzeitig im Knast - wegen einem Verkehrsdelikt ;-) . Irrtümlicherweise wurde er aber freigelassen und als die Behörden ein paar Monate später den Irrtum festgestellt haben wurde er wieder gesucht. Und da er nicht zurück in den Knast wollte ist er in einer Nacht & Nebel Aktion zurück nach Belize getürmt. Aha, interessant. Aber wer denkt, das war’s schon hat sich getäuscht. Lance legt nach und erzählt munter, dass sein Vater zur Zeit in den USA ist, und zwar im Knast. Er war in den USA mit der Fußballnationalmannschaft von Belize unterwegs und dann hat man ihn wegen Verdacht auf Verschwörung inhaftiert. Er wartet schon seit Monaten auf seinen Prozess. Wieso dieser Vorwurf? Lance gibt Auskunft: Sein Vater war in Belize Mitglied der Mafia – aber mit Drogengeschäften in den USA hatte er nie etwas zu tun... Wow, da sind wir ja in bester Gesellschaft…Aber Lance ist wirklich ein netter Kerl und wir fühlen uns gut bei ihm aufgehoben, außerdem schmeckt uns das Essen in seinem Restaurant.