Hasta luego Mexiko

Nach insgesamt fast 4 Monaten in Mexiko noch ein paar Anekdoten:

 

Autofahren in Mexiko

Es ist kein Gerücht: Mexikaner fahren irgendwie anders Auto! Die sonst scheinbar angeborene mex. Gelassenheit ist hinter dem Steuer nicht zu spüren und es gilt die Devise: Möglichst schnell ans Ziel kommen. Es wird beschleunigt was die Karre hergibt um dann gleich wieder voll in die Eisen zu steigen. Überholt wird insbesondere gerne dort, wo es am unübersichtlichsten ist. Busse halten überall an, geparkt wird in dritter Reihe. Obwohl das alles nicht sehr einladend klingt, so ist die Fahrweise am Ende doch irgendwie rücksichtsvoll gegenüber anderen Teilnehmern – von Ausnahmen abgesehen. Wenn man sich an die chaotische Fahrweise gewöhnt hat, ist es kein Problem sich auf den Straßen Mexikos zu bewegen. Dennoch gibt es Besonderheiten:

Schilder werden total überbewertet. Oft muss man die zugelassene Geschwindigkeit erahnen oder rätseln, ob es sich um eine Einbahnstraße handelt. Und wenn es dann mal Schilder gibt, dann scheinen diese wirklich niemanden zu interessieren. Als Erziehungsmaßnahme wurden wohl die Topes oder auch Vibradores erfunden. Dies sind mitunter sehr große oder auch mal kleine Bodenschwellen, die in ganz Mexiko zu schnell fahrende Autos bremsen. Manche Topes sind farblich gekennzeichnet und gut erkennbar oder gar mit Warnschildern versehen. Die gemeine Version der Topes (und das ist die Mehrzahl) lauert jedoch gut getarnt in Bodenfarbe auf Opfer und ist so konstruiert, dass es einen beim ungebremsten Darüberrumpeln aus dem Sitz reißt und das Auto zu zerlegen droht. Topes lauern immer und überall – vor und hinter Einfahrten (über die gesamte Straßenbreite), an Fußgängerüberwegen, Taco-Buden oder halt einfach mal im Nirgendwo, weil es so schön ist. Geschäftstüchtige Mexikaner nutzen die Chance an den Topes, um ihre Waren an den fast zum stehen gekommenen Fahrzeugen anzupreisen: Obst, Kaugummi, Rasierspiegel, frisch gepresster O-Saft, USB-Kabel etc. Gerne wird auch der arme Opa im Rollstuhl dort geparkt um ein paar Pesos zu erbetteln.

Blinken ist Volkssport mit folgenden Regeln:

Warnblinker = Achtung! Ich fahre langsam. Oder: Es regnet. Oder: Ich trete gleich auf die Bremse (wenn sie denn funktioniert). Oder einfach: Blinklichter sind schön.

Blinken rechts = Ich will rechts abbiegen – vielleicht auch nicht. Oder: Blinken macht Spaß.

Blinken links = Ich will links abbiegen. Oder aber sehr beliebt: Du kannst mich sicher überholen!!! (jawohl, da macht Blinken links total Sinn!). Oder: Blinken ist toll.

Beim Blinken links des voranfahrenden Fahrzeugs gilt höchste Vorsicht – zumal es auch tatsächlich mal links abbiegt bzw. der Gegenverkehr bedrohlich nahe ist und ein Überholen einem Selbstmordversuch gleich kommt. Blinkt man selbst links um ordnungsgemäß links abzubiegen gilt auch Vorsicht, da der Hintermann das Signal als freie Fahrt zum Überholen interpretiert.

Modebewusstsein

Mexikanische Männer mögen es, ihren Luxus-Oberkörper zur Schau zu stellen. Gerne zeigen sie sich mit freiem Oberkörper oder Doppelripp-Unterhemd, am liebsten jedoch rollen sie ihr T-Shirt bis zur Brust hoch und strecken der Welt ihren Bauch entgegen. Seht selbst:  Foto

Mexikanische Frauen haben auch ein etwas anderes Modebewusstsein. Gerne tragen sie hautenge Hosen oder Leggings, kurz oder lang. Auch bauchfrei ist angesagt - sofern man Bauch hat versteht sich. Aus Respekt besser kein Foto.