Cancun

Nach etlichen Wochen im mexikanischen Hochland und den ersten Berührungspunkten mit den Maya Ruinen und dem Dschungel haben wir nun Sehnsucht nach dem Meer. Nicht nur nach irgendeinem Meer, nein, das karibische Meer muss es nun sein. Voller Erwartung und mit guter Laune kommen wir am frühen Nachmittag in Cancun an. Auf der vierspurigen Straße in Richtung Stadt herrscht viel Verkehr und in den unzähligen Geschäften am Straßenrand reges Treiben. Wir stocken kurz die Vorräte auf (meistens fehlt was fürs Frühstück) und erreichen dann den scheinbar einzigen Campingplatz El Meco in Cancun. Dieser liegt zwar unweit der Küste aber nicht gerade am schönsten Abschnitt. Der einst bestimmt tolle Platz hat leider schon bessere Zeiten gesehen. Da ist es mal wieder gut, das eigene, wenn auch winzige Bad an Bord zu haben. Dafür ist der Preis unschlagbar: nur 70 Pesos pro Nacht (ohne Strom). Wir bleiben insgesamt fünf Nächte - als Basis ist der Platz wirklich akzeptabel. Und auch hier treffen wir wieder auf Gisela und Kalle!

Mit Gypsy düsen wir los und sehen uns die Hotelzone an. Geschmackvoll errichtete Prachtbauten reihen sich aneinander, ebenso eine riesige Auswahl an Restaurants, Cafés, Bars und Boutiquen. Alles ist super ordentlich, sauber, nirgendwo Müll, schön angelegt und so erinnert es uns eher an Miami als an Mexiko. Das "wahre" Mexiko sieht anders aus - nichtsdestotrotz gefällt uns Cancun. Haben wir schon den Blick auf das türkisfarbene, klare Wasser der Karibik, die Palmen, den feinen und schneeweißen Sand erwähnt? Herrlich!!! Wir sind begeistert und nehmen die Vorzüge einer touristischen Infrastruktur gerne mal in Kauf. Am amerikanischen "Bubba Gump" kommen wir nicht vorbei - wer weiß, wann wir deren Shrimps im Kokosmantel wieder auf den Teller bekommen?!

In der Hotelzone liegen glücklicherweise auch diverse Zugänge zu den öffentlichen Stränden. Unser Lieblingsabschnitt ist der Playa Delfines. Ein wunderschöner, sauberer Strand mit Palapas als Sonnenschutz, klarem Wasser, wenig Touristen. Perfekt. Hierher kommen wir mehrfach. Bei unserem letzten Besuch grillen wir vor Gypsy eine leckere Bratwurst und genießen den herrlichen Blick. Da kommt ein Polizist und erklärt uns, dass wir hier auch unbesorgt nächtigen können, die Polizei patrouilliert wohl regelmäßig. Auch der Parkplatz-Einweiser empfiehlt uns, hier über Nacht zu bleiben. Hätten wir das doch vor ein paar Tagen gewusst! Da wir aber Wasser auftanken / Abwasser entsorgen müssen fahren wir wieder zurück zum Campingplatz. 

 

Zur Feier von Torstens Geburtstag machen wir von Cancun aus einen Bootsausflug zur Isla Mujeres und nehmen die Fahrräder mit. Die Insel gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen der Region und die Überfahrt dauert knapp 30 Minuten. Die Isla Mujeres ist nur 8 km lang und 1 km breit, so dass wir mit den Rädern eine schöne Inselumrundung machen. Hauptverkehrsmittel sind aber Golfcarts, mit denen die hier zu Hauf gastierenden Amerikaner mit reichlich Alkohol im Blut und in der Kühlbox herumfahren. Auf der Insel gibt es eine kleine Aufzuchtstation für diverse Gattungen von Meeresschildkröten, welche einen wertvollen Beitrag zum Schutz und Erhalt dieser bedrohten Tiere leistet. Desweiteren gibt es auch Seesterne, Seeigel, Stachelrochen, Krebse, Steinfische und viele andere Meeresgetiere zu sehen - manche auch zum Anfassen.

Am Südende der Insel steht ein alter Leuchtturm und die Küste ist felsig - eine schöne Kulisse wie in den Kitsch-Romamen von Nora Roberts. Im Norden der Insel liegt das touristische Zentrum, ein Ort mit tausend Souvenirläden und ebenso vielen Gastronomien. Für unseren Geschmack zuviel - was uns jedoch nicht daran hindert, Torstens Geburtstag mit einem leckeren Essen und einem Eimer eisgekühlten Cervezas zu feiern.

Der Strand ist super schön und das Meer so ruhig wie eine Badewanne. Wunderbar!

Zum Abschied genehmigen wir uns noch einen leckeren Cocktail und lassen uns dann wieder nach Cancun schippern - mit reichlich Wellengang versteht sich!

Vor der Weiterreise erledigen wir diverse Besorgungen und Doris wagt einen weiteren, diesmal unspektakulären Friseurbesuch. Dafür ist das Ergebnis eher bescheiden denn der Pony ist viel zu kurz geraten, dafür aber kerzengerade. Ein Verbrechen am Kunden. Hätte ich bloß mal nicht über Torstens Frisur gelacht ;-)