Edzná & Kabah

Für mexikanische Verhältnisse legen wir die Strecke von knapp 400 km von Palenque in Richtung Yucatan Halbinsel auf einer sehr guten Straße schnell und entspannt zurück. Kurz vor Edzná übernachten wir auf einem Pemex Rastplatz und sind am nächsten Morgen sehr früh aus den Federn. Prima, denn heute stehen gleich zwei Maya Tempel auf unserem Programm. In Edzná sind wir die Ersten und können im leichten Morgengrauen fast alleine die Tempelruinen besichtigen. Das macht die Sache noch eindrucksvoller. Edzná verfügte schon zur damaligen Zeit über ein ausgeklügeltes System an Kanälen zur Be- und Entwässerung. Neben sehr reich mit Masken verzierten Gebäuden sticht das „Edificio de los Cinco Pisos – Gebäude der 5 Stockwerke“ hervor. Vermutlich dienten die ersten 4 Stockwerke als Wohngebäude für die Priester und der oberste Stock als Tempelanlage. Auf dem Dach befindet sich zusätzlich noch ein reich verzierter 5 m hoher Dachkamm.

Kurz nach Mittag sind wir dann schon in Kabah. Hier sind die Ausgrabungs- und Restaurationsarbeiten gerade im vollen Gang. Erst ein kleiner Teil der Anlage ist vollständig ausgegraben, der „Rest“ schlummert noch tief vergraben unter riesigen Erdhaufen. Für nur ca. 3 Euro Eintritt darf man die Anlage besichtigen und kann hautnah den aufwändigen archäologischen Arbeiten beiwohnen. Mit akribischer Genauigkeit wird jeder kleine Stein registriert und wie ein überdimensionales Puzzle wieder zusammen gesetzt. Ein riesiger Aufwand, bis eine Tempelanlage der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann. Kaum vorstellbar ist auch wie viel Zeit, Energie und Liebe zum Detail die damaligen Erbauer in eine solche Tempelanlage gesteckt haben. Super gefällt uns der „Codz-Poop – Tempel der Masken“. Die gesamte Fassade des 6 m hohen und 45 m langen Gebäudes ist mit 250 Masken des Regengottes Chac (der mit der Rüsselnase) überzogen. Jede einzelne Maske besteht aus 30 Einzelsteinen und so mussten die frühen Baumeister 7500 Steine genauestens bearbeiten und zu einem Gesicht zusammen setzen. Der Eindruck ist überwältigend - auch wenn die ein oder andere Rüsselnase nicht mehr vorhanden ist.

Wir empfehlen den Besuch von Kabah sehr!