Palenque

Wir fühlen uns ein wenig wie Indianer Jones als wir die alte Maya Stätte von Palenque besichtigen. Der Ursprung dieser Anlage reicht bis um 300 vor Christus zurück und obwohl die Tempel größtenteils eingestürzt oder aber noch gar nicht wieder ausgegraben sind, so sind es dennoch sehr imposante Bauwerke, welche sich zwischen Wasserläufen an eine Hügelkette in üppigem, tiefgrünen Regenwald anschmiegen. Die Maya-Kultstätte erlebte ihre Blütezeit vom 7.-9. Jahrhundert und als sie verlassen wurde, hat der Dschungel sie regelrecht verschlungen. Die Steine sind verwittert, teilweise grün und orange überzogen und strahlen ihr Alter förmlich aus. Stundenlang erkunden wir jeden Winkel der Anlage und immer wieder ergeben sich neue Blicke und Perspektiven. Unglaublich, wie die Gebäude zueinander ausgerichtet sind, frühzeitliche Städteplanung Besonders gut gefällt uns, dass es noch erlaubt ist, auf fast allen Ruinen herum zu klettern, denn nur die 21 m hohe Pyramide der Inschriften ist für den Publikumsverkehr gesperrt. Und überall haben die damaligen Baumeister schon die Initialen von Torsten verbaut :-)

Wir sind restlos begeistert und gehen über einen kleinen Dschungel-Pfad am Wasserfall vorbei zum angrenzenden Museum. Dort sind sehr viele Fundstücke ausgestellt und um das Indianer Jones Feeling zu steigern gibt es im Museum den riesigen, steinernen Sarkophag zu sehen, der neben der Pyramide der Inschriften, unterhalb des Tempels XIII in einer Grabkammer gefunden wurde. 4 Jahre lang wurde der kunstvoll verzierte Steinsarg mit größter Vorsicht vorbereitet, bevor die Archäologen 1994 den tonnenschweren Deckel geöffnet und den Leichnam einer etwa 40 jährigen Frau „Reina Roja – Rote Königin“ entdeckt haben. Deren Gesicht war mit einer Maske aus Jade bedeckt und die Bestattung hat um 700 nach Christus stattgefunden. So toll dargestellt macht uns Geschichte sehr viel Spaß – ganz anders als damals im Geschichtsunterricht.

In Palenque bleiben wir drei Nächte auf dem nahe an der Tempelanlage gelegenen Mayabell Campingplatz, der tagsüber sehr zu unserer Freunde von einer Affenfamilie besucht wird. Nachts geben Brüllaffen und exotische Vögel ein Konzert.

Hier treffen wir auch Gisela und Kalle wieder, die wir aus San Miguel de Allende kennen. Es gibt viel zu erzählen und da die beiden ebenfalls auf der Südroute unterwegs sind, werden wir uns sicher noch öfter begegnen. Außerdem lernen wir Angelika und Simon aus der Schweiz kennen, mit denen wir ganz spontan in einen Plausch verfallen. Leider reisen die beiden aber in die entgegengesetzte Richtung.