La Malinche nach Palenque

Mit Torstens ausgewachsener Erkältung und heftigen Niesattacken geht es weiter Richtung Osten. Um zügig voran zu kommen und Auto und Nerven zu schonen benutzen wir heute ausschließlich die mautpflichtige Autobahn – ohne rumpelige Topes (Bodenschwellen), was den Fahrer sehr erfreut. Bis Orizaba (höchster Berg Mexikos und gleichnamige Stadt) verläuft die Strecke auf der Hochebene mit sensationellen Blicken auf den schneebedeckten Gipfel. Nach kargen Landschaften wird die Vegetation deutlich üppiger und grüner. Es geht durch zwei moderne Tunnel und dann fällt die Strecke steil in eine Schlucht ab. Innerhalb von wenigen Kilometern verlieren wir rund 1500 Höhenmeter. Eine tolle Strecke und wir sind sehr froh, dass wir die Mautstrasse fahren. Auf der „Libre“ würde die Strecke wohl um ein Vielfaches länger dauern und Mensch und Material unnötig strapazieren. Die Nacht verbringen wir in Cordoba auf einem Pemex Rasthof, nicht gerade ein lauschiges Plätzchen aber doch akzeptabel.

Am nächsten Tag düsen wir weiter bis zur Stadt Villahermosa. Die Umgebung wird immer grüner - der Regenwald naht. Leider steht der anvisierte Campingplatz aufgrund starker Regenfälle völlig unter Wasser und so übernachten wir die zweite Nacht in Folge bei einer Pemex Tankstelle. Morgens machen wir uns auf die Suche nach einem besseren Übernachtungsplatz und lesen in unserem Campingbuch, dass man auch auf dem bewachten Jahrmarktgelände campen kann. Dummerweise scheint das auf dem Gelände jedoch niemand zu wissen und so wird Doris von einem Wachmann zum nächsten geschickt um dann im Verwaltungsgebäude bis zum Chef vorzudringen. Keiner weiß Bescheid aber die Leute sind überaus freundlich und hilfsbereit, finden unsere Reise toll und am Ende dürfen wir auch auf dem Gelände übernachten, und zwar kostenlos. Die Nacht ist also gerettet.

Villahermosa gilt als das Zentrum des ältesten mesoamerikanischen Volkes, den Olmeken. Besonders viele Fundstücke dieser Kultur sind im „Parque La Venta“ zu besichtigen, den wir uns ansehen wollen. Morgens fahren wir also in die Innenstadt und hören dort, dass der Park bis Ende Januar wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist. Schade! Bummeln wir also durch die Fußgängerzone (eine seltene Erscheinung in Mexiko) und stellen fest, dass der Name Villahermosa („die schöne Stadt“) leider nicht hält, was er verspricht. Na ja, bleibt Zeit mal wieder nach der Autoversicherung zu schauen. Auf ins Internet Café und prüfen, ob der freundliche Benjamin geantwortet hat. Hat er, allerdings ist die Antwort unbefriedigend. Jetzt soll die 6 Monats Police das Doppelte kosten. Wir verstehen die Welt nicht mehr. Also befragen wir nochmal das Internet Orakel wegen einer Kfz-Versicherung. Sofort erscheint wieder das Angebot der GNP – jedoch ist die Police im Internet 300 US$ preiswerter. Aber auf GNP haben wir keine Lust mehr und schlussendlich schließen wir online eine Police via Lewis & Lewis für 3 Monate ab, und das zu akzeptablen Kosten. Fazit: Selber machen erspart viel Zeit, Nerven und führt zumindest hier in Mexiko fast immer zu besseren Ergebnissen.