Cholula – Puebla

Auf dem „Nordring“ umfahren wir großräumig Mex City und kommen ohne Stau und ohne Polizeikontrollen in Cholula / Puebla an. Das Finden des Campingplatzes in Cholula ist mal wieder eine kleine Herausforderung, denn weder stimmt die Wegbeschreibung in der Campingbibel „Church & Church“ noch ist die Adresse korrekt. Natürlich finden wir den Platz letztendlich doch. Zu Fuß erkunden wir Cholula, eine Stadt in der es angeblich 360 Kirchen geben soll. Wir besichtigen einige davon – überaus prunkvolle Exemplare – und schlendern über den Zocalo mit der längsten Arkadenreihe des Landes. Der „mercado“ in Cholula ist sehenswert, denn dieser Markt ist noch sehr ursprünglich und somit nicht unbedingt für empfindliche Nasen und Augen geeignet. Die Stände mit Fleisch und Hühnern sind schon sehr speziell… In der Dämmerung erklimmen wir die Stufen zur Pyramide, auf der es die Spanier im 16. Jahrhundert mit ihren Schandtaten im wahrsten Sinne auf die Spitze getrieben haben als sie dort auf der Pyramide eine Kirche erbaut haben. Respektlos und neben vielen anderen grauenvollen Taten gegen die Ureinwohner dieses Landes sicherlich eine der schlimmsten Hinterlassenschaften der spanischen Herrschaftszeit.

Der Ausblick von der Pyramide über die Städte Cholula und Puebla sowie auf den nahe gelegenen Popocatepetl ist hingegen atemberaubend.

Am nächsten Tag kümmern wir uns (just in time) um unsere Mexiko Autoversicherung. Aufgrund unseres kurzen Ausflugs auf die Baja California im Juli läuft unsere Versicherung heute um Mitternacht ab und wir brauchen noch eine Anschlussversicherung. Da die Versicherung für ein ganzes Jahr kaum mehr kostet als für 6 Monate hoffen wir auf eine Anschlussversicherung. Da es diese Option im Internet nicht gibt, besuchen wir das Büro der GNP Versicherung in Puebla. Und wir haben Glück: Wir treffen Benjamin, der nicht nur ausgezeichnet Englisch spricht sondern zu unserer Überraschung auch sehr gut Deutsch. Er versteht unser Problem und sichert uns sofort seine Unterstützung zu. Nur leider sind seine Kollegen in der Hauptverwaltung in Mexiko City nicht so schnell und so ist das erste „Verhandlungsergebnis“ erst nach 2,5 Stunden vorhanden. GNP kann uns eine Versicherung für 6 Monate anbieten, zu gleichen Kondition wie die, die wir momentan haben (damals beim AAA in San Diego abgeschlossen). Na prima, das wussten wir Dank Internet auch schon vorher. Aber wir brauchen ja nur noch max. 2 Monate Versicherungsschutz und so fragen wir nach einer Versicherungsdauer von nur 2 Monaten oder aber nach der Möglichkeit, die 6 Monatspolice vorzeitig zu kündigen. Benjamin bestätigt, dass unser Anliegen wirklich verstanden ist und fragt entsprechend in der Zentrale nach. Und siehe da: sie machen eine Ausnahme und kreieren eine neue Versicherung. Das dauert abermals 2 Stunden. Wir haben ja Zeit und gehen nochmals einen Kaffee trinken. Danach erhalten wir eine „blanco“ Versicherungsnummer mit „Phantom Daten“. Ach ja, nur der Preis steht noch nicht fest. Da es nun schon 17:00 Uhr ist und die Zentrale Feierabend und Wochenende hat, geht es eben erst am Montag weiter. Aber das können wir dann per E-Mail erledigen. Aufgrund der provisorischen Versicherungsnummer sind wir zumindest versichert – und das nach nur 6 Stunden Arbeit. Wir sind gespannt, was die Versicherung nun kosten wird.