San Miguel de Allende – Teil 2 - Weihnachten

Am Nachmittag treffen wir wieder aus „unserem“ Campingplatz in San Miguel de Allende ein. So schön, unsere Kleingruppe wieder zu sehen! Sofort wird wieder geredet als gebe es kein Morgen J Und am nächsten Tag geht es gleich so weiter. Da vergessen wir auch schon mal das Einkaufen und gehen „notgedrungen“ zu unserer Lieblings-Taco-Bude.

 

Mit Wolle und Stricknadeln bewaffnet zeigt Doris den Damen stolz ihre ersten Strickversuche nach über 28 Jahren! Brigitte als echte Fachfrau gibt hilfreiche Tipps und schon stricken wir im kleinen Strickclub was Nadeln und Wolle so hergeben. Ok, ich bin total lahm aber immerhin nehme ich den wärmenden Schal für Patagonien in Angriff. Ihr könnt gespannt sein, ob das Teil jemals fertig wird und dann auch noch tragbar ist.

 In San Miguel herrscht vorweihnachtliches Treiben. Überall wird Weihnachtsschmuck verkauft und die Mexikaner laufen mit Tüten und Taschen bepackt von Geschäft zu Geschäft. Erkennt ihr die Parallelen?

Wir schlendern gemütlich durch die Stadt und den Markt und setzen den Einkauf unserer kleinen Überraschungen für unsere Campingnachbarn fort. Am Tag vor Heilig Abend machen wir im örtlichen Mega-Supermarkt die Besorgungen für das Weihnachtsessen (und –trinken) und sind fast erschrocken über die dort herrschende Hektik, welche die Nicht-Mexikaner verbreiten.

Heilig Abend läuten wir mit einem eisgekühlten Rum-Punsch ein, und das, obwohl es heute ganz und gar nicht warm ist, vielleicht so 15 Grad. Ab 16 Uhr treffen sich alle Camper und einige andere Leute auf dem Campingplatz zum gemeinsamen Essen. Jeder bringt etwas mit und es entsteht ein buntes Buffet. Die Köstlichkeiten aus den Schweizer Küchen sind unsere Favoriten. Nicht zu vergessen auch der leckere Schokoladenkuchen des Franzosen Marc! Zu später Stunde scharren wir dann „unsere“ Gruppe zusammen und überreichen kleine Geschenke. Wir haben viel Spaß dabei die überraschten Gesichter zu sehen.

 

Am ersten Weihnachtstag reisen Madeleine und Ralf leider weiter um Kathrin und Peter zu besuchen, ein nettes Schweizer Paar welches wir auch auf dem Campingplatz in San Miguel getroffen haben. Gemeinsam versuchen wir den beiden die Abreise auszureden und Madeleine zu einer Wiederholung der spontanen Aktion „ich packe alles ein und packe dann wieder alles aus“ zu überreden. Dieses Mal ohne Erfolg. Aber da die beiden ihre Klappstühle in San Miguel vergessen haben und wir diese nun mit uns im Landy herumfahren sind wir zuversichtlich, dass wir die beiden bald wieder treffen. Das klingt nach Risotto oder Älplehörnli!  ;-)

Wir sechs (Brigitte & Franz, Fränzi & Richi, Doris & Torsten) machen es uns ab Mittag draußen gemütlich und „grillieren“ ein klasse Rinderfilet mit Beilagen wie Grillgemüse, Salat und Kartoffeln. So lässt es sich leben! Jaja, auch beim Camping wird an Weihnachten geschlemmt!

Am zweiten Weihnachtstag machen wir mit Brigitte und Franz einen kleinen Ausflug in den Botanischen Garten von San Miguel. Das Gelände führt an einer tiefen Schlucht entlang und bietet eine Vielzahl an Kakteen, Agaven und Palmen. Außerdem haben wir von hier eine tolle Aussicht über die Stadt. Leider ist das Wetter grau und kühl und dann beginnt es heftig zu regnen. Wir sind froh, dass wir ein Taxi ergattern und lassen uns zurück zu unseren trockenen und warmen Campmobilen bringen. Auch am nächsten Tag regnet es und jeder macht es sich „drinnen“ bequem. Aber dann können wir ja gar nicht miteinander quatschen und so laden Fränzi und Richie auf Kaffee & Gebäck in ihren heimeligen LKW ein, so dass wir sechs wieder schön beieinander hocken. Da für uns am nächsten Tag nach einer weiteren Woche in San Miguel die Abreise bevorsteht und auch Brigitte & Franz abreisen, beschließen wir kurzfristig ein gemeinsames Abendessen zu veranstalten. Wie schön, dass die Schweizer Küche so leckere Sachen beinhaltet und die vier gut bevorratet sind, denn es gibt Schweizer Käsefondue. Also versammeln wir uns trotz Regen draußen beim überdachten Platz und weihen aufgrund der kühlen Außentemperaturen den neuen Heizpilz des Campingplatzbesitzers ein.

Am 28. Dezember heißt es dann wirklich Abschied nehmen. Es fällt uns schwer uns von den Vieren zu verabschieden – reisen sie doch alle gen Norden und zu schön war die gemeinsame Zeit in San Miguel! Es passiert nicht oft, dass wir solch außergewöhnlich nette Menschen treffen wo gleich die „Chemie“ stimmt. Umso mehr bereichern solche Bekanntschaften natürlich unsere Reise. Wir sind sehr froh, euch kennen gelernt zu haben und hoffen auf ein Wiedersehen. Egal wo - irgendwo auf dieser Welt!