San Miguel de Allende – Teil 1

Nach 5 Stunden Fahrt erreichen wir die Kolonialstadt San Miguel de Allende. Der Campingplatz befindet sich in der Stadt und ist unter „europäischen Langzeitreisenden“ als Treffpunkt bekannt. Gleich bei der Einfahrt auf das Gelände erblicken wir ein Fahrzeug mit der Aufschrift „Alemania“. Fast gleichzeitig mit uns treffen Brigitte & Franz aus der Schweiz mit ihrem Mercedes Sprinter ein. Kurz danach reisen Fränzi & Richi (ebenfalls aus der Schweiz) mit ihrem Iveco-LKW an. Das hatten wir nicht erwartet. Haben wir doch länger keine deutschsprachigen Reisenden unterwegs getroffen - und nun stehen hier 4 Fahrzeuge. In den nächsten Tagen folgen dann noch Madeleine & Ralf (Deutsch/Schweizer) und wir verbringen wunderbare Tage zusammen. Und wie soll es anders sein – hier bleiben wir natürlich wir länger als gedacht: statt 3 Tage bleiben wir ganze 7 Tage. Es ist einfach viel zu schön hier. Und das nicht nur auf dem Campingplatz sondern auch San Miguel de Allende gefällt uns ausgezeichnet. Welch kunstvolle Bauwerke, Kirchen mit unbeschreiblichem Prunk, kopfsteingepflasterte Gassen, bunte Märkte, Cafés, Restaurants und gemütliche Plazas laden zum Verweilen ein. Zugegeben, San Miguel ist stark von den vielen nordamerikanischen Snowbirds geprägt, aber die bringen eben auch ein nettes Sümmchen Geld in die Kassen der Stadt. Uns gefällt es hier extrem gut!

 

Am 16. Dezember gibt es auch fern der Heimat etwas zu feiern: Der Geburtstag von Doris!

Zur Feier des Tages laden wir die überaus sympathische Kleingruppe zum Frühstück ein. Torsten hat viele Leckereien inkl. Sekt eingekauft und ein wirklich tolles Frühstück gezaubert. Ich werde mit Schweizer Schokolade, Muffins und Geschenken überrascht und so sitzen wir zu acht fast den ganzen Tag draußen bei Sonnenschein, feiern, lachen, reden über das Leben und das Reisen und genießen den Tag.

Nicht zuletzt erfreuen mich natürlich die äußerst zahlreichen Glückwünsche aus der Heimat! Dank moderner Kommunikationsmedien wie Skype, E-Mail, SMS und WhatsApp fühle ich mich nicht ganz so weit weg von euch Lieben zu Hause. 1000 Dank an alle, die an mich gedacht haben! Ich bin überwältigt von der Herzlichkeit aller, fühle mich wie im Rausch und bin sehr, sehr glücklich!

 

An Gesprächsstoff mangelt es uns auf dem Campingplatz nicht und es stellt sich schnell sich heraus, dass wir beide mit 8 Monaten „auf Tour“ blutige Anfänger in Sachen Reisen sind. Fränzi & Richi reisen schon seit über 20 Jahren (mit Unterbrechungen zum Geld verdienen) mit verschiedenen Fahrzeugen und haben schon alle Kontinente intensiv bereist. Brigitte & Franz sind seit über 2 Jahren von Argentinien nordwärts unterwegs und haben dabei nicht nur die „üblichen“ Strecken bewältigt sondern sind auch durch Venezuela und Guayana gereist. Da ist es nicht verwunderlich, sich gleich mal für ein paar Wochen auf dem Platz „einzumieten“. Dafür sind wir dann doch noch ein wenig zu „unruhig“ und beschließen einen Zwischenstopp im 100 km entfernten Guanajuato zu machen. Wir vereinbaren, dass wir spätestens am 23.12. wieder zurück in San Miguel sind - schließlich wollen wir Weihnachten sehr gerne mit unseren neuen Schweizer Freunden feiern.