Camping unter Kokospalmen

Kaum zu glauben, aber die Woche in Mazatlan ist schon vorüber... Außer den Moskitos am Morgen und am Abend haben wir nichts an diesem Ort auszusetzen. So verabschieden wir uns morgens von Wendy und Steve und machen uns dann auf den Weg durch das üppig grüne Hinterland. In der alten Silberstadt Rosario besichtigen wir die Kirche mit dem pompösen Goldaltar (nicht etwa Silber) und fahren dann via Escuinapa an die Küste nach Teacapan. Das 1000 Einwohner-Dorf liegt lagunenartig am Ende einer langgestreckten Halbinsel und ist ein Vogelparadies. Bei der Suche nach dem Campingplatz Las Lupitas = Punta Hermosa stoßen wir auf Robert aus den USA. Er überwintert schon seit vielen Jahren in Mexiko, zeigt uns mit seinem Quad den Weg zu besagtem Campingplatz und überlässt uns seinen Schlüssel für das Zufahrtstor. Der Platz ist das reinste Paradies: Hunderte Kokospalmen, gepflegte Grünflächen, sandige Buchten - nur für uns alleine! Robert versichert uns, dass der Platz ruhig und sicher ist und er in wenigen Tagen auch hier sein Quartier aufschlagen wird. Wir fühlen uns pudelwohl und können es kaum fassen, dass wir an einem so schönen und exotischen Ort ganz alleine und mit unserem eigenen Fahrzeug campen können *freu*.

Täglich kommt der Grundstücksverwalter Antonio samt Gattin vorbei, erkundigt sich nach dem Rechten, kassiert 100 Pesos pro Nacht und leiht sich gerne mal unser Werkzeug um seinen Rasenmäher zu reparieren. Robert stattet uns ebenfalls ein paar nette Besuche ab, hat viele Informationen für uns und offenbart uns Details seiner jüngsten Liebesaffäre...

Da an manchen Stellen am Strand die Gefahr besteht von herunterfallenden Kokosnüssen erschlagen zu werden kommt am späten Nachmittag ein Spezialist vorbei: Mit einer Machete bewaffnet, barfuss und ohne jegliche Sicherung klettert der sportliche Mexikaner die Kokospalme hinauf und schlägt sämtliche Kokosnüsse von einigen Palmen. Er sitzt dabei in schwindelerregender Höhe in der Krone auf den Palmwedeln und klettert nach getaner Arbeit locker wieder hinunter. Wir sind beeindruckt und dürfen uns über eine frisch geerntete Kokosnuss freuen.

Insgesamt bleiben wir drei Nächte, erfreuen uns an der tollen Umgebung, beobachten Leguane und Vögel, gehen am Strand spazieren, sammeln Muscheln und relaxen. Das nennen wir entschleunigen!

Leider hat das Paradies aber auch Moskitos...am letzten Abend sogar eine regelrechte Invasion und wir müssen leider nach drinnen flüchten.