Der staubige Norden: San Carlos bis Huatabampito

Von der Küste fahren wir über Navojoa ins Landesinnere zur alten Silberstadt Alamos, einem Ort mit der Auszeichnung Pueblo Mágico, welche seit 2001 vom mex. Sekretariat für Tourismus verliehen wird um das historische Mexiko zu erhalten und eine touristische Infrastruktur auszubauen.

Beim ersten Campingplatz den wir ansteuern ist uns nicht klar, ob hier überhaupt noch Gäste absteigen und da der Platz unübersehbar im Armenviertel des Ortes liegt machen wir lieber kehrt. Die Alternative liegt im Hof eines Motels, nicht super idyllisch aber immerhin mit Orangenbäumen und nah am Ortskern. Abends ist wenig los in Alamos und so sitzen wir auf einer Parkbank und beobachten die Leute. Wir sind scheinbar die einzigen Touristen und werden im 5 Minuten Takt von ein paar Kindern um Geld angebettelt. Unser Spanisch reicht aus um die Kinder nach ihren Eltern, Geschwistern, dem Wohnort und dem Grund für das Betteln zu fragen. Die Antworten sind immer gleich: der Vater ist tot oder abgehauen, die Mutter krank und kann nicht arbeiten, sie wohnen im düsteren Viertel (wo wir nicht campen wollten) und so weiter. Ob die Kinder die Wahrheit sagen? Das wollen wir nicht beurteilen. Fakt ist, dass sie es sicherlich nicht leicht haben.

Morgens lassen wir uns im Zentrum mit einem Trolley durch die engen Gassen aus Kopfsteinpflaster kutschieren und erfahren, dass einige reiche/prominente Amerikaner den Ort vor dem Verfall gerettet haben. So haben z.B. die Hollywood-Größe Rita Hayworth (in Mexiko geboren) oder der US-Schokoladengigant Hershey mit ihrem Geld und ihrem Einsatz dafür gesorgt, dass historische Gebäude in Alamos restauriert wurden und sich Künstler angesiedelt haben. Wie fast jede mex. Stadt hat auch Alamos einen Marktplatz, der von kleinen Läden, Restaurants, Taco-Ständen sowie dem Rathaus umgeben ist. Die Kirche darf natürlich auch nicht fehlen.

Im Innenhof des Rathauses präsentieren die Schüler verschiedene Themen zu Umweltschutz, Recycling und Natur. Kleine, erste Schritte in die richtige Richtung meinen wir. Weiter so!

Abends campen wir bei einem Restaurant an der Küste in Huatabampito - zwar direkt am Strand gelegen, aber leider ohne jegliches Flair. Wir sind die einzigen Gäste und denken, der Betrieb ist dem Untergang geweiht. Logisch, dass wir nur eine Nacht bleiben.