Into the wild...Yosemite NP Teil 2

Wie angekündigt waren wir im Yosemite ein wenig im „Backcountry“ wandern. Gleich am Südeingang in Wawona haben wir uns um ein „Wilderness Permit“ bemüht und hatten Glück. Die von uns gewünschte Route war nicht ausgebucht und so durften wir am nächsten Tag starten. Vorher hieß es noch Rucksäcke packen und sämtliche Lebensmittel und alles "mit Duft" also auch die Zahnpasta in die Bärenkanister stecken. Diese Kanister sind im Yosemite Park obligatorisch und werden für 5 US$ Leihgebühr an die Wanderer ausgegeben. Ein solcher Behälter wiegt leer bereits 1,2 kg und wenn man wie wir tunlichst versucht, jedes Gramm Gepäck zu sparen, dann ist dies nicht gerade hilfreich. Kein Wunder also, dass das Gewicht unserer Rucksäcke auf Rekordniveau lag. Aber Sicherheit für Mensch und Bär geht vor.

Unsere Tour ging insgesamt über 4 Tage (3 Nächte), beginnend am Tuolumne Visitor Center, über das Gebiet der „Ten Lakes“ zum White Wolf Campground. Am ersten Tag führte die Strecke am Tuolumne River entlang, dann über Felsplatten und zu wunderschönen Wasserfällen, am McGee Lake vorbei und dann zu den Polly Dome Lakes, wo wir nach 19 km unser Nachtquartier aufgeschlagen haben. Neben der grandiosen Landschaft durften wir auch wieder Natur pur erleben: Unverhofft kreuzte ein ausgewachsener Mountain Lion (Berglöwe oder Puma genannt) knappe 30 Meter vor uns den Wanderweg! Nach kurzem Blickkontakt entschied der Mountain Lion dann, dass europäisches Menschenfleisch heute nicht auf seiner Speisekarte stand. Scheinbar mag die Raubkatze lieber Wildfleisch, obwohl es einfacher gewesen wäre „uns“ zu erlegen anstatt ein Reh. Zum Glück sind die Geschmäcker ja unterschiedlich – wir essen ja auch lieber Reh als Schaf ;-)  Auf jeden Fall ein unglaubliches Erlebnis! Wir haben nicht gedacht, dass wir ein solches Tier so nah erleben dürfen. Total faszinierend! Für ein Foto waren wir zu aufgeregt - das Bild ist daher leider nur geklaut.

Am nächsten Tag ging es dann weiter über wunderschöne Bergpässe bis zu einem Fluss, der kurz vor einem steilen Anstieg lag und noch ein wenig Wasser führte. Auf Wasserstellen mussten wir acht geben, da viele auf der Karte eingezeichneten Flüsse zu dieser Jahreszeit ausgetrocknet waren. Und Wasser ist eben Lebenselexir Nr. 1. Wenn wir unseren Nachtplatz gefunden haben, geht schon fast alles automatisch: Rucksäcke auspacken, Zelt aufbauen, Isomatten aufblasen und mit dem Schlafsack im Zelt verstauen. Wasssr filtern und dann was Leckeres kochen: Pasta – einfach und schnell und daher unser Essen an allen Trekking-Tagen!

Der dritte Tag führte uns erneut über Bergpässe an sehr schönen, alten Bäumen vorbei auf ein Hochplateau. Das Gebiet heißt „Ten Lakes“ – ihr könnt mal raten warum. Ein ganzer See mit kristallklarem Wasser dann für uns ganz allein und außer ein paar Tiergeräuschen absolute Stille. Wunderbar – da macht das Campen und Baden doppelt Spaß. Aus Naturschutzgründen muss man das Zelt mindestens 30 Meter vom Wasser entfernt aufschlagen. Das haben wir dann unter alten Kiefernbäumen getan und dann ließen wir den letzten Abend in der Wildnis mit einem Lagerfeuer und Wasser (leider kein Bier oder Wein) ausklingen.

Am letzten Tag ging es dann hauptsächlich bergab, ca. 18 km zurück zu Gypsy. Nach 4 Tagen jenseits der Zivilisation freuen wir uns immer wieder auf unser Zuhause und ein wenig Luxus. Auf der anderen Seite erleben wir die Tage in der Wildnis sehr intensiv und es gilt für uns immer wieder: „Nur wo du zu Fuß warst – warst du wirklich!“ Zusammenfassend: Eine tolle Tour, die einen Top Platz in unserem persönlichen Ranking erobert hat.