Bärige Natur: Sequoia & Kings Canyon NP

Den Sequoia und den King's Canyon National Park hatten wir auf unserem ersten USA Teilabschnitt „links liegen“ lassen. Aus Zeitgründen versteht sich. Aber völlig zu Unrecht! Nachdem wir ja schon die ältesten Bäume der Welt im Great Basin NP bestaunen durften, gab es nun im Sequoia und King's Canyon NP bis zu 2500 Jahre alte Mammutbäume zu sehen. Zwar etwas jünger als die Bristlecone Trees aber dafür größer. Es handelt sich bei den Sequoias um die größten Bäume (gemessen an der Holzmasse), die es auf unserem Planeten gibt. Gewaltige Exemplare mit riesigem Durchmesser und einer gigantischen Höhe. Manche Äste dieser Mammutbäume sind dicker als normale Baumstämme. Gar nicht so einfach diese Baumriese komplett auf ein Foto zu bekommen - trotz Weitwinkel.

Von 1875 bis 1905 wurden leider sehr viele dieser einzigartigen Bäume abgeholzt. Kann man dies mit der Unwissenheit um die Einzigartigkeit dieser Bäume und das damals fehlende Umweltbewusstsein entschuldigen? Glücklicherweise wurden die Bäume dann unter Naturschutz gestellt. 

Quizfrage: Welcher Zapfen gehört zu den besagten Sequoia Bäumen?

 

Neben den Bäumen gibt es hier auch viele Bären. Das ist in einigen Nationalparks keine wirkliche Überraschung. Da wir aber in den Wochen zuvor keinen einzigen Bären gesehen hatten, glaubten wir schon an eine gute Marketings-Strategie um Besucher anzulocken. Jetzt nach einigen Tagen im Sequoia und Kings Canyon wissen wir, dass es hier tatsächlich welche gibt: An 4 Tagen haben wir auf unseren Wanderungen jeweils einen Bären getroffen - keine schlechte Quote. Die Begegnung mit einem Bären in freier Natur ist ein ganz besonderes Erlebnis und wir fragen uns manchmal, ob wir wirklich einen Bären auf der Wanderung treffen wollen. Nun ja, wenn wir durch die Heimat der Bären wandern wollen, dann müssen wir auch mit ihnen rechnen. Meistens sind sie ja glücklicherweise noch ein Stück weit entfernt und benutzen nicht den gleichen Wanderweg. Auf unserer Wanderung vom Moro Rock zurück zum Campground hat ein Bär aber den Komfort eines schönen Trails genossen – leider den gleichen, auf dem wir beide unterwegs waren! Da war das kuschelige Pelztier dann doch sehr nah und wir haben schnell den Rückweg angetreten. Es ist ja sein Revier und wir sind nur Gäste. Aus sicherer Entfernung und trotz Weitwinkel-Objektiv ist der Bär immer noch gut auf dem Foto zu erkennen. Zum Glück scheinen die Bären hier genauso entspannt zu sein wie wir ;-)

Erwähnenswert sind natürlich auch die extrem entspannten „Muledeer“ (nordamerikanische Rehe), die wir auf unseren Wanderungen getroffen haben.

Im King's Canyon gibt es traumhafte Wanderwege, wunderschöne Wasserfälle, üppige Vegetation und die ganze Szenerie umringt von hohen Gipfeln. Kein Wunder, dass sich hier Naturfreunde wie John Muir wohl gefühlt haben. Er pflegte zu sagen "The mountains are calling and I must go!" Wie recht er hat!!!

Außerdem haben wir hier zwei superschöne Stellplätze im National Forest zwischen den beiden Nationalparks für „kost nix“ gefunden (siehe Zusammenfassung USA).

Zur Krönung unseres Aufenthalts mit den tollen Naturerlebnissen blieb ausreichend Zeit unsere in Mexiko erstandene Hängematte auszuprobieren, unser erstes Brot auf offenem Feuer zu backen und stundenlang am King's River zu sitzen und zu lesen. Alles zur Nachahmung empfohlen!