San Diego

Wir hatten keine großen Erwartungen an San Diego, steht es doch im Allgemeinen nicht auf der Top-Prioritäten Liste bei USA Urlauben. Doch schon am ersten Tag waren wir sehr positiv überrascht. Eine Stadt mit Charme und ausgezeichneten klimatischen Verhältnissen. Fast immer Sonnenschein, im Sommer selten wärmer als 30°C und im Winter fallen die Temperaturen selten unter 14°C. Dazu kommt der Pazifik direkt vor der Tür und zum Ski fahren ist es erstaunlicherweise auch nicht weit. Da lässt es sich aushalten! Wir haben uns dort auf jeden Fall sehr wohl gefühlt und hatten nie den Eindruck in einer Millionenstadt zu sein. Wie insgesamt in Kalifornien ist das Preisniveau für Campingplätze leider auch in San Diego recht hoch. So standen wir eine Nacht im State Park auf der Coronado Halbinsel und mussten zähneknirschend 50 US$ pro Nacht berappen. Der Preis ist vielleicht ok wenn man den angebotenen Full Hook Up Service sprich Strom/Wasser benutzen kann und man mit einem Campingmobile in der Größe eines Reisebusses (wie in den USA üblich) anreist. Aber in der vierten Reihe neben der Hauptstraße mit unserem Mini-Reisemobil mehr oder weniger nur über Nacht zu parken erschien uns dann doch unangemessen. Somit haben wir die drei weiteren Nächte an der Missionskirche bzw. neben dem Landy-Schrauber sowie im noblem Stadtteil Chula Vista verbracht. Dort war es auch nicht lauter und hat nix gekostet J.

Absolut erwähnenswert ist unser Zoobesuch in San Diego. Der größte Zoo der USA ist zumindest überwiegend tierfreundlich angelegt, beherbergt über 4000 verschiedene Tiere und bietet eine üppige Flora. Besonders gut haben uns die Gehege gefallen, die meist ohne störenden Maschendrahtzaun zwischen Besucher und Tieren angelegt sind. Sicherlich angenehmer für die Tiere und freut zugleich auch den Fotografen! Gleichzeitig hat der Zoo natürlich auch Vorfreude gemacht, da wir sicherlich einige der exotischen Tiere noch in freier Wildbahn erleben werden. Auf giftige Schlangen legen wir allerdings keinen gesteigerten Wert.

Etwa zwei Tage (mit zahlreichen Erholungspausen) haben wir für die weitere Mexiko-Vorbereitung genutzt. Beim Automobilclub der USA (AAA) haben wir für Mexiko eine Autoversicherung für 6 Monate abgeschlossen (preiswerter als 3 Monate). Da wir ja noch am Anfang unserer Reise stehen und die Mexikaner selbst keine Haftpflichtversicherung haben müssen, haben wir uns vorsichtshalber für Vollkasko für den Landy samt Kabine (ca. 50 €/Monat) entschieden. Nur Haftplicht ca. 20 €/Monat. Dann stand noch der Landy-Check an, vor allem, weil wir in den USA die Sprache beherrschen und wir noch mal einen vermeidlichen Fachmann auf das Auto schauen lassen wollten bevor es weiter nach Süden geht.. Unser Service-Termin bei Land Rover San Diego war allerdings kein Volltreffer. Obwohl wir im Vorfeld den Termin per e-mail abgestimmt und auf unseren Fahrzeugtyp hingewiesen hatten, war man bei Land Rover am besagten Termin doch ein wenig ratlos. Ein Defender??? Und dann noch ein Diesel??? Davon habe man keine Ahnung und Ersatz- oder Serviceteile wie Ölfilter usw. schon gar nicht, auch könnten sie diese nicht besorgen. Es sei besser, wenn wir wo anders hinfahren. Immerhin hatte der Werkstattleiter einen Kontakt von einem ehemaligen Mitarbeiter griffbereit, der sich selbständig gemacht hat und wohl mit Land Rover und Dieseltechnik vertraut ist. „British Garage“ klang zumindest schon mal vielversprechend. Und in der Tat ist der Besitzer (Andy) ein gebürtiger Engländer aus der Nähe von Sullihull (der Heimat von Land Rover) und absolut vertraut mit Defendern. Bei Andy erhielt der Landy dann einen ausgiebigen Check (alles ok) und die Getriebeöle wurden bei der Gelegenheit nochmal erneuert. Vorbeugende Instandhaltung würde man das wohl in einem Unternehmen bezeichnen. Da steht den nächsten 30.000 km ja nichts mehr im Wege! Mexiko wir kommen!