Tal der 1000 Bögen - Arches NP

Sonntag gegen Mittag erreichen wir Moab/Utah. Der Ort liegt strategisch günstig für diverse Aktivitäten und Parkerkundungen, und so hat sich hier eine vom Tourismus geprägte Kleinstadt mit vielen Restaurants und einigen Geschäften gebildet. Moab ist das Mekka der Mountainbiker und vor allem der 4x4 Geländewagenfahrer. Hier gibt es gefühlt mehr Jeeps und Quads als Einwohner. Die Offroad Strecken sind nichts für Softies, denn hier wird dem Material einiges abverlangt. Extreme Steillagen und scheinbar unüberwindbare Felsbrocken schmücken die Strecken für die absoluten Freaks. Das tun wir unserem Landy nicht an (auch nicht ohne Kabine).

Wir erreichen 5 km außerhalb und hoch über der Stadt gelegen den Sand Flats Campground, der sehr schön in den Sanddünen liegt. Es gefällt uns gut hier und es ist sofort klar, dass wir mehrere Tage bleiben wollen. So kommt es, dass wir insgesamt 4 Nächte in den Dünen bleiben und tagsüber entweder in Moab umher schlendern, einkaufen, tanken, Geld abheben, gemütlich essen und trinken oder aber den nahe gelegenen Arches National Park besuchen.

Der Arches National Park ist berühmt aufgrund der unzähligen Steinbögen, über 2000 sollen es sein. Am späten Nachmittag erwandern wir den „Delicate Arch“ um dort den legendären Sonnenuntergang zu bewundern. Leider ist dies schon lange kein Geheimtipp mehr und so pilgern regelrechte Karawanen zu diesem Steinbogen. Es posieren nacheinander etwa 80 Japaner unter dem Bogen und als die Sonne langsam untergeht wird es den Fotografen dann zuviel: Die „Poser“ werden mit Buuh-Rufen oder Pfiffen nicht gerade dezent darauf hingewiesen, dass jetzt Schluß ist und der Delicate Arch doch OHNE Leute viel schöner ist.

Am nächsten Morgen heißt es früh aufstehen: 6 Uhr! Wir haben uns vorgenommen im Arches NP den nicht weniger berühmten „Landscape Arch“ bei Sonnenaufgang zu bestaunen und um den Menschenmassen zu entkommen. Das klappt dann auch sehr gut und es sind nur wenige Leute unterwegs („Let’s go before the hords will show off!“). Der „Landscape Arch“ ist angeblich der Bogen mit der weltweit größten Spannweite. Bei den Amerikanern ist ja alles irgendwie „bigger“ oder „spectacular“. Ist ja auch egal. Fakt ist, der Bogen ist wirklich lang aber vor allem sehr dünn und wird sicherlich nicht mehr ewig halten. Damit sich das frühe Aufstehen auch lohnt laufen wir noch zu diversen anderen Bögen und erweitern die Runde mit dem „Primitive Loop“ zu einer sehr schönen, ca. 10-11 km langen Wanderung bei angenehmen Temperaturen.

Zum Abschluß des Arches NP schauen wir uns tags darauf auf kurzen aber trotzdem schönen Wegen die „Park Avenue“ an. Dort sieht man herrliche Felswände, die so dünn sind als seien sie in Scheiben geschnitten („Fins“ genannt). Außerdem gibt es noch dicke Felskugeln zu sehen, die oben auf den Felsspitzen drohnen („Balanced Rocks“). In einem Teilbereich des Parks („Windows“) können wir auf einer kleinen Rundwanderung diverse fensterartige Felsformationen bewundern. Der Arches NP ist traumhaft schön! Allerdings auch ein wenig überlaufen…