Amish Country...

Das heute bereiste Gebiet wird auch „Dutch Country“ bezeichnet. Dutch steht in diesem Fall nicht für „holländisch“ sondern ist eine Abwandlung von „deutsch“. Diese Region in Pennsylvania ist sehr stark von den religiös motivierten Volksgruppen der Amish und Mennoniten geprägt, die bis heute streng an Sitten, Gebräuchen, Lebensformen, Denkweisen, Kleidung etc. festhalten, wie zur Zeit der Einwanderer. Insbesondere die Amish People glauben fest daran, dass jeder technische Fortschritt einen Keil zwischen die Wirklichkeit und ihren Glauben treibt. Viele der Amish People leben heute noch streng nach den ganz alten Regeln, den Old Orders, und verzichten auf Telefon, Auto oder Elektrizität. Stattdessen werden die Felder auf traditionelle Weise mit Pferdegespann bestellt und auch zum Einkaufen, zur Post oder zum Markt fahren die Amish mit der Pferdekutsche. Eine ihrer zentralen Fragen heißt: „Wohin führt der Fortschritt der Menschen letztendlich?“. Zugegeben, eine Frage die wir uns auch gelegentlich stellen. Wir finden es auf jeden Fall sehr bemerkenswert, wie konsequent diese Menschen, umgeben von unserer schnelllebigen Welt, nach wie vor konsequent ihren eigenen Lebensstil bewahren. Respekt!

Nach einem schönen Zwischenstopp in Lititz (gerade zum coolstem Dorf Amerikas gewählt), mit lecker Cappuccino und frischer Quiche ging es weiter nach Hershey, wo wir die beliebtesten Süßigkeiten der USA testen wollten und deswegen die gleichnamige Fabrik aufgesucht haben. Was wir antrafen ist eine klare Empfehlung für jeden Marketing- Interessierten. Die Firma Hershey schafft es in beeindruckender Weise, die Marke zu vermarkten und eine Menge Geld zu scheffeln. Horden von Menschen werden dort mit allerlei Attraktionen rund um die Süßware begeistert und durch die Hallen geschleust. Um eine Demo-Verpackungsmaschine zu sehen oder eine Rundfahrt über das Firmengelände zu machen muss man natürlich tief in die Tasche greifen. Getoppt wird der Nepp vom eigentlichen Shop mit Fanartikeln, Fast Food und tatsächlich auch Süßigkeiten. Wir wollten ja eigentlich nur mal die Köstlichkeiten probieren – Fehlanzeige! Nicht ein einziges Stückchen gab es zum Testen. Nur Großpackungen zum Kaufen. Die wollten wir nicht und so haben wir den Konsumtempel ohne Besichtigung und ohne Süßes schnell wieder verlassen.

Nur ein paar Meilen weiter waren wir dann in der Innenstadt von Harrisburg, der Hauptstadt von Pennsylvania. Hier war gerade gar nichts los (waren ja alle in Hershey) und so konnten wir direkt vor dem wunderschönen, riesigen Capitol umsonst parken. Tolles Gebäude mit einer riesigen Kuppel. Leider blieb uns die Besichtigung diesmal wegen einer privaten Veranstaltung verwehrt und so haben wir uns mit dem Bestaunen von außen begnügt. Auf unserer langen Reise bekommen sicher noch mehr schöne Gebäude zu sehen.